Katar-Reise des FC Bayern Rummenigge beruft sich auf Gabriels Segen

Wie in jedem Jahr reist der FC Bayern auch im Januar 2018 zum Trainingslager nach Katar - und wie in jedem Jahr gibt es Proteste. Karl-Heinz Rummenigge benennt einen prominenten Fürsprecher aus der Politik.

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge
Bongarts/Getty Images

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge


Für sein alljährlich umstrittenes Trainingslager in Katar hat der deutsche Fußballmeister Bayern München offenbar moralische Rückendeckung durch die Bundesregierung bekommen. "Außenminister Sigmar Gabriel hat mir neulich bestätigt, dass sich die Situation der Arbeiter in Katar durch den Fußball verbessert habe, auch wenn sie natürlich immer noch besser werden könne", sagte Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge der "tz" vor dem für Dienstag geplanten Abflug der Bayern in den Wüstenstaat.

Rummenigge trat auch dem Vorwurf der Leisetreterei gegenüber den Bayern-Gastgebern am Golf entgegen. "Der FC Bayern steuert hier als ein Vertreter der gesamten Fußballfamilie seinen Teil bei. Unsere Partner in Doha kennen auch unsere Überzeugungen. Darüber sprechen wir vertraulich, und mit jedem Gespräch wächst ein Stück Vertrauen. Das ist die Voraussetzung für Veränderung", sagte Rummenigge über den Einsatz seines Klubs für gesellschaftliche Veränderungen im Gastgeberland der WM-Endrunde 2022.

München bezieht seit mehreren Jahren ungeachtet der internationalen Kritik an den schlechten Arbeits- und Lebensbedingungen für ausländische Arbeiter in dem Golfstaat sein Wintertrainingslager in Katar. Aus Sicht von Kritikern leisten die Bayern damit zumindest indirekt Imagepflege für Katars Regime, zumal der Flughafen von Katars Hauptstadt Doha zu den Sponsoren des FC Bayern gehört.

aha/sid



insgesamt 94 Beiträge
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chiefseattle 01.01.2018
1. Amigos
Seit Beckenbauer den Qataris die WM beschert hat, sind Bayern und der Scheich natürlich dicke Freunde. Ob Gabriel das so gesagt hat, wie Rummenigge es widergibt, bezweifele ich.
Rafaelblond 01.01.2018
2. Nun
... der Kalle wird ja seine Rolex nicht bekommen haben, weil er so schöne blaue Augen hat ...
AllesKlar2014 01.01.2018
3. Dumm oder Nicht Dumm?
Sowohl der Außenminister als auch Herr Rummenigge sollten (es besser) wissen, Katar ist Hauptunterstützer der weltweit größten Organisation des politischen Islam: Die Muslimbrüder sind offiziell als Terrororganisation anerkannt. Neben den Wahhabiten / Salafisten streiten sich die Muslimbrüder um die radikalste, älteste, rückständigste Auslegung des Korans. Terror, Terror und Gewalt sind die Folge und haben eine Blutspur des Terrors um den Erdball gelegt - Tendenz steigend, da das Geld aus Katar und Saudi Arabien in Strömen fließt. Nicht erst seit der Flüchtlingskrise. Wer politisch oder sportlich Verbindungen zu diesen Staaten und Stammesvertretern sucht oder manifestiert, sollte die passenden Entschuldigungen für die islamistischen Verbrechen in Deutschland gleich mitliefern!
letitbe 01.01.2018
4. Untragbar
Ich als Bayernfan finde es untragbar, dass der FCB wieder nach Katar fährt. Dieses aus meiner Sicht erkennbares Unrechtssystem würde ich nicht mit einem Euro unterstützen. Es gäbe und gibt bestimmt genug Alternativen aber Geld ist mächtig und macht blind.
retterdernation 01.01.2018
5. Unglaublich ...
das die Magie des Geldes über jeder Art von moralischen Ansprüchen bei den Bayern steht. Als Nebenfan der Münchner kann man es kaum glauben, was da Jahr für Jahr abgeht. Der FC Bayern lässt sich sein Gewissen von den Kataris abkaufen. Quasi ein Pakt mit dem Teufel. Denn jeder weiß um das korrupte Unrechtssystem in Katar. Die Scheichs - die den IS mit Waffen und Geld unterstützen. Widerlich - abstoßend fällt einem dazu nur ein ...
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