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Champions-League-Modus: Rummenigge fordert, was es längst gibt

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge Zur Großansicht
Bongarts/Getty Images

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge

Bayernboss Karl-Heinz Rummenigge ärgert sich, dass Teams wie Juventus Turin schon im Achtelfinale gegen ein anderes Top-Team ausscheiden können. Er fordert daher Setzlisten in der Champions League - doch das ist ohnehin gängige Praxis.

Bayern München hatte soeben den Einzug ins Viertelfinale geschafft, es war ein extrem hartes Stück Arbeit gegen Juventus Turin gewesen, da waren die Gedanken von Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge schon wieder ganz woanders. Der Bayern-Boss forderte eine Modifizierung der Auslosung: "Was mir dabei nicht gefällt: Wir sind alle abhängig vom Schicksal. Die Uefa sollte sich überlegen, ob man irgendwann auch mal über Setzlisten oder etwas ähnliches nachdenkt.".

Er habe in der ersten K.o.-Runde "Spiele gesehen, da habe ich fast abgeschaltet. Und heute fliegt eine Mannschaft raus, die letztes Jahr im Finale war", sagte Rummenigge. Das sei "nicht mehr tragbar. Mir reicht es langsam mit dem Schicksal."

Man mag dem Bayernboss dabei zugutehalten, dass ihm der Schreck über das Fast-Ausscheiden seines Teams noch in den Gliedern saß. Denn was Rummenigge natürlich genau weiß: Setzlisten gibt es in der Champions League längst, und gerade im angesprochenen Achtelfinale greifen sie. Die Auslosung legt fest, dass in der Runde der besten 16 Gruppensieger ausschließlich auf Gruppenzweite trifft, zudem werden Duelle von Teams aus dem gleichen Land ausgeschlossen.

Juventus in der Gruppenphase nur Zweiter hinter ManCity

Da Juventus sich in der Gruppenphase nur als Zweiter hinter Manchester City platzierte und dort unter anderem beide Spiele gegen Gruppengegner Borussia Mönchengladbach nicht gewinnen konnte (0:0, 1:1), war klar, dass sie bei der Auslosung einen Gruppensieger zugelost bekommen - Vorjahresfinalist hin oder her.

Gesetzt wird vorher bereits. Das fängt schon bei den Playoffs an, wo die Teams aus den Top-Ligen erst in der letzten Playoff-Runde eingreifen und zudem nicht gegeneinander gelost werden können. Es setzt sich in der Gruppenphase fort, wo es Gruppenköpfe der Top-Teams gibt. Im Grunde wird in der Champions League viel mehr mit Setzlisten gearbeitet als zum Beispiel beim DFB-Pokal, wo es in dieser Saison schon in der zweiten Hauptrunde zu den Partien Bayern München gegen den VfL Wolfsburg und Schalke 04 gegen Borussia Mönchengladbach kam.

Am Freitag um 12 Uhr findet in der Uefa-Zentrale in Nyon die Auslosung des Viertelfinals der Königsklasse statt. Dabei sind dann tatsächlich alle Duelle möglich. Der FC Bayern könnte also auf Titelverteidiger FC Barcelona, Real Madrid oder Josep Guardiolas künftigen Klub Manchester City treffen. Auch ein deutscher Vergleich mit dem VfL Wolfsburg wäre möglich. Aber genau das macht ja auch den Reiz des Wettbewerbs aus.

Und bei einem klaren Weiterkommen der Bayern im Achtelfinale hätte Rummenigge das sicher auch so gesehen.

aha

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insgesamt 90 Beiträge
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1.
Boesor 17.03.2016
Ich hab das gefühl seitdem der Freigänger wieder im Spiel ist poltert Rummenigger ein wenig häufiger, egal ob sinnvoll, oder sinnlos. Erst die merkwürdige Attake gegen den DFB Richter, jetzt etwas fordern was es schon gibt...
2. Nach-Taroken
Turbo 17.03.2016
Nach einem grandiosen Sieg nochmal schön nach-taroken im "unsympatischer FC Bayern"-Stil, weil das erhöht ja die Klickzahlen, nicht wahr? Zum Thema: die Varianz zwischen Mittel-guten Teams und Weltklasse Teams im 8el-Finale ist teilweise wirklich sehr hoch. Denkbar wäre dass die zwei besten Gruppensieger nicht aufeinandertreffen. Oder Vorjahres-Finalisten gesetzt sind. Oder man die aktuelle Position in den nationalen Ligen berücksichtigt. Ein bisschen was muss sich die UEFA einfallen lassen, sonst werden die Rufe nach einer Superliga in Zukunft nur noch lauter. Die Zuschauer wollen Spiele sehen wie Juventus-Bayern. Und nicht Gent gegen Wolfsburg.
3. Typisch Rumenigge
learner78 17.03.2016
Demnächst fordert er wahrscheinlich dass der FCB fürs Finale gesetzt wird. Und Apoel Nikosia auch, nicht dass man aus versehen verlieren könnte. Und die Prämien müssten natürlich den Bayern genauso zufließen wie wenn sie alle Spiele gemacht hätten. Andere europäische Teams könnten sich dann maximal um Platz 3 streiten.
4. Garantierte Geldsicherung
sockehose 17.03.2016
mehr ist es nicht, was er fordert. Ihm ist doch nur durch den Kopf gegangen, welches Geld es hätte gestern auf der Strecke bleiben können. Dieser Wettbewerb hat seine Ehrlichkeit verloren, da der Reiz des Sieges nicht mehr ist, der Beste sein zu wollen, sondern das große Geld einzusacken.
5. Vollkommener Dünnsch..
omop 17.03.2016
Der Fan will sportlich faire Auseinandersetzungen, Überraschungsreiz der Auslosung und keine Setzlisten, die nur den vermeintlich grossen Teams zugute kommen. Das bisherige System macht Sinn: Hätte Juve eben die Gruppenphase als Erster abgeschlossen, hätte man ein Duell mit Bayern vermieden. Es wäre doch super langweilig, wenn Bayern,Real,Barca und PSG/Turin immer erst ab dem HF zusammentreffen würden.
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