Karriereende Struuuuuunz macht Schluss

Seit der ebenso lauten wie legendären Ansprache von Giovanni Trapattoni war er ein Kultspieler in den deutschen Stadien. Jetzt hat Thomas Strunz vom Fußball leise Abschied genommen.


Thomas Strunz: "Ich habe erkannt, dass meine Zeit abgelaufen ist"
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Thomas Strunz: "Ich habe erkannt, dass meine Zeit abgelaufen ist"

München - Thomas Strunz hat von der vergeblichen Suche nach einem neuen Verein genug und hängt die Fußballstiefel endgültig an den Nagel. "Ich habe erkannt, dass meine Zeit abgelaufen ist", sagte der beim deutschen Meister Bayern München in der Winterpause ausgemusterte Mittelfeldspieler in der Sportreportage des ZDF: "Es ist vorbei. Ich werde nie mehr als Fußballprofi spielen."

Strunz war im Januar von Münchens Trainer Ottmar Hitzfeld aussortiert worden. Seitdem suchte der 32-Jährige einen neuen Klub. "Je länger dieser Zustand gedauert hat, desto mehr ist mir klar geworden, dass ich gar nicht mehr Profi sein möchte", schilderte der 41-malige Nationalspieler seine Erfahrungen.

"Froh, dass ich die Entscheidung getroffen habe"


Strunz war sich mit dem 1. FC Köln fast schon einig, aber er wollte mehr als einen Vertrag nur bis zum Saisonende. Auch die Verhandlungen mit dem spanischen Erstligisten Real Oviedo und dem englischen Premier-League-Klub Manchester City zerschlugen sich. "Jetzt bin ich froh, dass ich die Entscheidung so getroffen habe", sagte Strunz: "Es tut gut, nicht mehr ständig unter diesem großen Druck zu stehen."

Sein letztes Spiel für den FC Bayern, zu dem er 1989 für 500.000 Mark Ablöse vom MSV Duisburg gekommen war, bestritt er beim 6:2-Sieg gegen Borussia Dortmund am 4. November 2000. Sein größter internationaler Erfolg war der Europameister-Titel 1996 mit der deutschen Nationalmannschaft. Strunz absolvierte insgesamt 235 Bundesligaspiele für Bayern München sowie den VfB Stuttgart und erzielte dabei 33 Tore. Zuletzt aber war er immer öfter verletzt. Nur noch fünfmal kam er in der laufenden Saison in München noch zum Einsatz.

Begnadigt von den Fans


Bekannt machte Strunz vor allem der Wutausbruch von Trainer Giovanni Trapattoni Anfang 1998: "Was erlauben Struuunz". Von da an galt der eher zurückhaltende Profi in ganz Deutschland als Sinnbild des Abzockers, der viel fordert, aber wenig leistet: Nur kurze Zeit später schon wurde Strunz von den Fans begnadigt, die ihn in den Stadien mit einem raunenden Ausruf seines Namens feierten, sobald er am Ball war. Zum Ende seiner Karriere verzichtete Strunz in München freiwillig auf ihm zustehende Gehälter von insgesamt 1,5 Millionen Mark. Er löste seinen noch bis zum 30. Juni laufenden Vertrag vorzeitig auf.



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