Frauenfeindlicher Spruch Demirbay soll Mädchen-Fußballspiel pfeifen

Weil er Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus beleidigte, hat sich Fortuna Düsseldorf eine erzieherische Maßnahme für Kerem Demirbay ausgedacht: Der Profi soll bei einem Mädchen-Fußballspiel selbst pfeifen.

Düsseldorf-Profi Demirbay: Frauenfeindlicher Spruch gegen Schiedsrichterin Steinhaus
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Düsseldorf-Profi Demirbay: Frauenfeindlicher Spruch gegen Schiedsrichterin Steinhaus


Fortuna Düsseldorf will seinen Fußballprofi Kerem Demirbay nach dessen frauenfeindlichem Spruch gegen Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus mit einer besonderen "Strafe" disziplinieren. "Es wäre doch eine gute Sache, wenn er sein wirkliches Frauenbild dadurch unterstreicht, dass er bei einem Mädchen-Fußballspiel auf den Platz geht - als Schiedsrichter", sagte der kommissarische Vorstandsvorsitzende Paul Jäger Düsseldorfer Zeitungen zufolge.

Mittelfeldspieler Demirbay hatte am Sonntag im Zweitligaspiel der Fortuna beim FSV Frankfurt (2:1) die Gelb-Rote Karte von Steinhaus erhalten. Der 22-Jährige soll sich daraufhin dahingehend geäußert haben, Frauen hätten im Männerfußball nichts zu suchen. Anschließend bat er via Facebook und telefonisch bei Steinhaus um Entschuldigung.

Einer Strafe wird Demirbay wohl dennoch nicht entgehen. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ermittelt.

aha/sid



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galbraith-leser 02.12.2015
1. Gute Idee
Statt einer Geldstrafe, die Fußballprofis aus der Portokasse zahlen, halte ich diese Aktion für wesentlich sinnvoller. Zumal Demirbay aus einem Kulturkreis stammt, der ohnehin ein antiquiertes Frauenbild hat. Nicht, dass es nicht genügend deutsche Männer gäbe, die das auch noch haben, aber wer etwas Grips in der Birne hat, weiß, dass das Problem vieler rückständiger Gesellschaften genau auf dieses männliche Denken zurückzuführen ist. Allerdings fände ich es auch sinnvoll, solche Erziehungsmaßnahmen (von Strafe will ich nicht sprechen, denn es ist keine Strafe, ein Mädchen-Fußballspiel leiten zu müssen) auch bei rassistischen Fans zu verhängen.
treime 02.12.2015
2. Coole Aktion
Muss nur noch umgesetzt werden.
a5t10 02.12.2015
3. Brutale Bestrafung
Nach dem Spiel muss der arme Kerl noch unter die Dusche mit den Damen... Man man, in seiner Haut wollte ich nicht stecken :-)
kascnik 02.12.2015
4. Wahnsinn
ein verheerendes Signal ist insbesondere die dennoch stattfindene Gerichtsverhandlung. Letztlich war es seine,wenn auch nicht richtige Meinung. Sind wir soweit jemand wegen eines Meinungsbildes zu bestrafen?Eine Medienlandschaft und willkürliche Werte, die wir dann als oberstes Maxim zu tolerieren haben. Diese pseudotleranzdiktatur, in der Verständnis für Putin oder Solidarisierung mit Naidoo gesellschaftlich verpönt ist, ist schon lange nicht mehr die Demokratie, die mit Argumenten ihre Werte verteidigt.
schwaebischehausfrau 02.12.2015
5. Netter Versuch...
...von Fortuna Düsseldorf, aber leider genauso unlogisch wie durchsichtig: Denn der türkische Spieler hat ja ganz offensichtlich ein Problem damit, wenn Männer nach der Pfeife einer Frau tanzen (spielen) sollen. Ganz sicher hat er umgekehrt kein Problem damit, als Schiedsrichter Frauen nach seiner Pfeife tanzen (spielen) zu lassen. Im Gegenteil: Das ist ja genau das Geschlechter-Rollenverständnis, mit dem Hr. Demirbay offensichtlich in seiner Familie aufgewachsen ist und das er verinnerlicht hat. Der Verein sollte ein Zeichen setzen und dem Spieler klarmachen, dass er keinen neuen Vertrag mehr bekommt. Vom DFB wird er hoffentlich 2-3 Monate aus dem Verkehr gezogen, wenn der Verband seine "Integrationsaufgabe" durch den Fußball ernst nimmt.
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