Möglicher Formfehler DFB überprüft Uerdingens Drittliga-Zulassung

Haben sich die Profis des KFC Uerdingen zu früh über ihren Aufstieg in die dritte Liga gefreut? Der Klub hat offenbar eine Liquiditätsreserve zu spät beim DFB eingereicht. Nutznießer könnte Waldhof Mannheim werden.

Das Team des KFC Uerdingen feiert am Rathaus in Krefeld den Aufstieg in die dritte Liga
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Das Team des KFC Uerdingen feiert am Rathaus in Krefeld den Aufstieg in die dritte Liga


Eine möglicherweise zu spät hinterlegte Finanzreserve könnte den KFC Uerdingen um den Aufstieg in die dritte Liga bringen. Der Antrag des Meisters der Regionalliga West auf die Zulassung zur dritten Liga wird vom zuständigen Beschwerde-Ausschuss des Deutschen Fußball-Bund (DFB) am kommenden Montag verhandelt, teilte der DFB mit. Hintergrund ist eine offenbar nicht fristgerecht eingereichte Liquiditätsreserve, die alle Klubs bis zum vergangenen Dienstag beim DFB hinterlegen mussten.

"Die mit der Bedingung geforderte Liquiditätsreserve des KFC Uerdingen ging nach derzeitigem Stand am Dienstag möglicherweise erst nach Ablauf der Ausschlussfrist ein. Die Nichteinhaltung der Frist hätte nach den Statuten zur Folge, dass die Bedingung nicht erfüllt ist und daher keine Zulassung erteilt werden könnte", hieß es in der DFB-Mitteilung.

KFC-Präsident Michail Ponomarew wehrte sich vehement. "Im Lizenzverfahren haben wir alle Punkte in vollem Umfang erfüllt, zu 100 Prozent transparent und korrekt gearbeitet und finanzielle Garantien in einer Höhe abgegeben, die in dieser Liga in Deutschland einmalig sind", sagte der Unternehmer, dessen Klub bereits mit den personellen Planungen für die dritte Liga begonnen hat. Uerdingen gab wenige Stunden zuvor die Verpflichtung der Mittelfeldspieler Manuel Konrad vom Zweitligisten Dynamo Dresden und Maurice Litka auf Leihbasis vom FC St. Pauli bekannt.

In den Playoffs hatte sich Uerdingen gegen den Südwest-Zweiten Waldhof Mannheim sportlich durchgesetzt. Nach einem 1:0 im Hinspiel musste das Rückspiel wegen Ausschreitungen von Waldhof-Fans am Sonntag abgebrochen werden. Am Dienstag hatte der DFB die Partie mit 2:0 für Uerdingen gewertet. Sollte Uerdingen der Aufstieg aus formalen Gründen verwehrt werden, würde Waldhof Mannheim nach den DFB-Statuten in die dritten Liga aufsteigen.

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Ausschreitungen bei Relegationsspiel: Rauchbomben, Raketen, Böllerschüsse

Ein weiteres Problem für Uerdingen: Offenbar genügt das eigene Stadion nicht den Ansprüchen des DFB. Die "Rheinische Post" berichtet, der Verband habe die Heimspielstätte der Krefelder für nicht tauglich erklärt. Statt im Grotenburg-Stadion werde der frühere Bundesligist seine möglichen Drittliga-Heimspiele in der Duisburger Schauinsland-Arena austragen. "Wir können die Informationen nicht bestätigen, werden am Donnerstag jedoch eine gemeinsame Pressemitteilung mit einem anderen Stadion herausgeben", sagte KFC-Pressesprecher Jan Filipzik.

jan/dpa/sid



insgesamt 34 Beiträge
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salkum 30.05.2018
1. Über den eigenen Schatten springen ....
Ich bin weder Fan der einen, noch der anderen Mannschaft. Klar gibt es Regeln, aber muss man denn so bestrafen? Da müsste doch eine Bestrafung geben, die die Mannschaft und die Fans nicht unmittelbar trifft.
aurichter 30.05.2018
2. Typisch DFB
Es kommt also letztendlich nicht auf die Liquiditätsreserve an, sondern auf den verspäteten Termin. Wieviel Minuten fehlten denn an der Frist? Lächerlich vom DFB, mehr braucht man dazu nicht sagen.
TS_Alien 30.05.2018
3.
Fristen sind einzuhalten. So schwierig ist das auch nicht. Wer weiß, woher die verspätete Reserve stammt? Und wie sicher diese auf den letzten Drücker eingereichte Reserve tatsächlich ist, wenn es darauf ankommt. Papier ist da sehr geduldig. Sollte die Frist verpasst worden sein, gibt es nur eine sinnvolle und logische Entscheidung: kein Aufstieg. Aber beim DFB kann man mit allem rechnen.
bloßmolwassage 30.05.2018
4. Alles,
nur nicht Mannheim in der dritten Liga. Und ich bin Badener. Und kein KSC-Fan.
compiler 30.05.2018
5.
Zitat von aurichterEs kommt also letztendlich nicht auf die Liquiditätsreserve an, sondern auf den verspäteten Termin. Wieviel Minuten fehlten denn an der Frist? Lächerlich vom DFB, mehr braucht man dazu nicht sagen.
Die Regeln sind für alle da, für alle gleich und waren Allen lange bekannt. Und wenn man eine Frist setzt, muss man sie auch einhalten bzw. durchsetzen. Wenn dann demnächst jemand mit drei Minuten Verspätung kommt und jemand mit fünf und der nächste mit 13, wo zieht man da die Grenze? So hart es in dem Fall wäre (noch ist ja überhaupt nicht klar, ob der Antrag überhaupt zu spät eingetroffen ist), sehe ich keine andere Möglichkeit als den Regeln entsprechend zu handeln. Andernfalls macht sich der DFB in anderen Fällen angreifbar.
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