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HSV vs. Hoffenheim: Schiedsrichter Kircher gibt falsche Entscheidung zu

HSV-Verteidiger Ostrzolek, Schiedsrichter Kircher Zur Großansicht
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HSV-Verteidiger Ostrzolek, Schiedsrichter Kircher

Das Kellerduell zwischen dem HSV und Hoffenheim hatte hohes Niveau - im Gegensatz zum Schiedsrichter. Knut Kircher gab eine klare Rote Karte nicht, dafür pfiff er ein umstrittenes Handspiel. Immerhin zeigte er Einsicht.

Eigentlich hätte Adler fliegen müssen. Eigentlich. Es war die 19. Minute im Kellerduell zwischen dem Hamburger SV und der TSG Hoffenheim. Kevin Volland lief nach einem Steilpass allein auf HSV-Torhüter René Adler zu, der den Stürmer im Strafraum als letzter Mann umriss. Eine klare Notbremse, die Kircher nur mit der Gelben Karte bestrafte. Ein Fehler, den der 47-Jährige nach dem Spiel einräumte.

"Der Spieler geht nach außen weg und nicht zum Tor, das war für mich auf dem Platz das erste Bild und meine Argumentation der Szene. Nachdem ich mir jetzt die Wiederholung angeschaut habe, muss ich sagen, dass man auch anders entscheiden hätte können", sagte Kircher der "Hamburger Morgenpost."

Bei dieser Gelegenheit machte sich der Unparteiische für elektronische Hilfsmittel stark: "Wenn es schon einen Videobeweis geben würde, wäre es wohl knapp Rot gewesen. Ich war immer Traditionalist. Aber mittlerweile gibt es durchaus Situationen, wo der Videobeweis gutgetan hätte."

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Bei der zweiten krassen Fehlentscheidung zeigte sich Kircher weniger einsichtig. In der 30. Minute hatte Hoffenheims Pavel Kaderabek den Ball nach einer Flanke von Ivo Ilicevic an den angelegten Arm bekommen. Kircher entschied auf Handelfmeter. "Ich habe es in der Szene so gesehen, dass er seine Körperfläche vergrößert hat. Auch eine TV-Wiederholung löst die Szene für mich nicht klar auf", so Kircher.

Standhaft blieb der Schiedsrichter bei einer umstrittenen Situation aus der 23. Minute. HSV-Verteidiger Matthias Ostrzolek spielte einen Abpraller zurück auf Adler, der den Ball in die Hand nahm. "Er wurde nicht angeschossen. Ich traue einem Bundesligaspieler zu, aus fünf Metern auch mit dem Außenriss einen kontrollierten Pass zu spielen", sagte Kircher der "Hamburger Morgenpost". "Es gibt immer eine Grauzone. Bei dieser Entscheidung bleibe ich aber auch nach dem Spiel."

Volland verwandelte den indirekten Freistoß aus acht Metern zum zwischenzeitlichen 0:2. Trotz zahlreicher Großchancen verlor der HSV am Ende 1:3 gegen die TSG.

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1.
the.anthony 20.03.2016
Naja, wenn die vom Schiedsrichter benachteiligte Mannschaft das Spiel dennoch gewonnen hat, fällt es schon leichter, Fehler zuzugeben.
2. Kleine Regelkunde!
derhatschongelb 20.03.2016
Den Begriff Notbremse gibt es im Regelwerk gar nicht. Entscheidend ist allein die Verhinderung einer klaren Torchance. Das könnte man als Autor eines Fach-Artikels durchaus wissen.
3.
TheIronGiant 20.03.2016
Wo gibt er denn eine falsche Entscheidung zu? Er redet sich seine Fehlentscheidungen schön und behauptet man hätte auch anders entscheiden können, aber auch so, wie er es getan hat. Und das ist eben völliger Quatsch. Es war eine klare rote Karte und ganz klar kein Elfmeter. Wenn sich die Szene für ihn nicht klar auflöst im Video, dann sollte er mal seine Augen untersuchen lassen. Oder seinen Verstand. Oder er sollte am besten gleich die Pfeife abgeben. Und es wäre schön, wenn er Gräfe gleich mitnimmt. Aber Hauptsache es werden zig Tausende für die völlig überflüssige Torlinientechnik verplempert, die überhaupt nie gebraucht wird. "Die macht das Spiel ein bisschen gerechter" Was für ein Schwachsinn
4.
DorianH 20.03.2016
Zitat von derhatschongelbDen Begriff Notbremse gibt es im Regelwerk gar nicht. Entscheidend ist allein die Verhinderung einer klaren Torchance. Das könnte man als Autor eines Fach-Artikels durchaus wissen.
Und das wird eben umgangssprachlich Notbremse genannt. Was haben Sie daran denn jetzt nicht verstanden? Man kann sich auch künstlich dumm stellen....
5. Handspiel Regelgebung und Fehlentscheidungen
bushmills 20.03.2016
Eines der Probleme mit Handspielentscheidungen ist, daß diese abhängig von der Einschätzung des jeweiligen Schiedsrichter ist - und zusätzlich zu der ziemlich individuellen Entscheidung lassen diese selbst im selben Spiel gelegentlich eine deutliche, und damit einschätzbare Linie vermissen. Sich auf den jeweiligen Schiedsrichter einzustellen gänge nur mittels trial&error, und wäre selbst dann nicht zuverlässig. Darum sehen wir Entscheidungen, bei denen ein Schuß aus kurzer Distanz, nach denen sich der Spieler noch erfolglos versucht wegzudrehen, oder die Arme aus der Schußbahn zu bekommen, mit Strafstoß geahndet wird, wogegen ein anscheinend bewußtes Mitnehmen des Balls mit dem Oberarm als schon mal als regelkonform durchgeht. Um die Beurteilungsproblematik zu entzerren könnte eine Regeländerung helfen: Das Berühren des Balls mit Arm und Hand zulassen, zum Stoppen aber nicht Festhalten - andere Ballsportarten (abgesehen von Handball, Volleyball, Wasserball natürlich) lassen dies ja ebenfalls zu, so z.B. Hockey, Eishockey, Hurling, "football", Shinty etc. Eventuell sollte ein Torabschluß aber nach wie vor nicht per Hand erlaubt sein. Möglich wäre dies auch der Gesundheit der Spieler zuträglich, da diese weniger oft mit den Köpfen zusammenknallen würden, beim Versuch, denn Ball mit ebendiesen zu erreichen - die erhobene Hand oder Faust überragt schließlich den Kopf, außerdem könnten Hände und Arme unbesorgter zum Schutz von insbesondere Kopf und Weichteilen benutzt werden.
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