Zuschauer-Ausschreitungen: Geisterspiel für Fortuna, Köln und Dresden müssen teilweise auf Fans verzichten

Fortuna Düsseldorf muss im ersten Heimspiel der kommenden Saison ohne Zuschauer auskommen. Das DFB-Sportgericht verurteilte den Bundesliga-Aufsteiger zu einem Geisterspiel. Auch Köln, Berlin und Dresden müssen beim Zweitliga-Start auf große Teile ihrer Fans verzichten.

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Nach Ausschreitungen beim Relegationsspiel: Fortuna mit Geisterspiel bestraft

Hamburg - Der Bundesliga-Aufsteiger Fortuna Düsseldorf sowie die Zweitligisten Hertha BSC, 1. FC Köln und Dynamo Dresden sind vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) für das Fehlverhalten ihrer Fans bestraft worden. Die Fortuna wurde wie erwartet zu einem Geisterspiel verurteilt und muss das erste Bundesligaspiel seit 15 Jahren unter Ausschluss von Zuschauern austragen. Auf einen Großteil ihrer Anhänger müssen Berlin, Köln und Dresden ihren ersten Heimspielen der neuen Saison (10. bis 13. August) verzichten.

Düsseldorf muss wegen fünf Fällen eines unsportlichen Verhaltens seiner Anhänger das erste Bundesliga-Heimspiel der Saison 2012/2013 gegen Borussia Mönchengladbach am Wochenende 31. August bis 2. September ohne Zuschauer austragen. Darüber hinaus wurde eine Geldstrafe in Höhe von 100.000 Euro gegen den Club verhängt. Das DFB-Sportgericht ist damit dem Strafantrag des DFB-Kontrollausschusses gefolgt. Tausende Fans der Fortuna hatten beim Relegationsrückspiel am 15. Mai bereits vor Ablauf der siebenminütigen Nachspielzeit den Rasen gestürmt und Bengalische Feuer gezündet.

Bundesliga-Absteiger Hertha wurde wegen drei Fällen von unsportlichem Verhalten seiner Anhänger mit einem Zuschauer-Teilausschluss für das erste Heimspiel der kommenden Saison in der 2. Fußball-Bundesliga gegen den SC Paderborn (3. bis 6. August) belegt. Darüber hinaus muss Hertha eine Geldstrafe in Höhe von 50.000 Euro zahlen. Der Verein darf nur 15.000 Karten an eigene Anhänger und maximal 5000 Tickets an Gästefans verkaufen. Die Karten müssen personalisiert und ausschließlich im Vorverkauf abgegeben werden.

Nur 20.000 Zuschauer bei Köln gegen Sandhausen

Auch Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln wurde vom Sportgericht mit einem Teilausschluss der Zuschauer bestraft. Demnach dürfen die Kölner nur 20.000 der möglichen 50.000 Tickets für ihr erstes Heimspiel der kommenden Saison gegen Sandhausen verkaufen, 5000 davon an die Gäste-Fans. Zudem muss Köln eine Strafe von 50.000 Euro zahlen. Der FC kündigte Einspruch gegen das Urteil an.

Kölner Anhänger hatten im letzten Bundesliga-Heimspiel gegen Bayern München kurz vor Abpfiff Schwarzpulver auf der Tribüne entzündet und den kompletten Fanblock in dunklen Qualm getaucht. Nach Spielschluss kletterten Kölner Fans über die Zäune und stürmten das Spielfeld.

Ebenfalls wegen Vergehen der eigenen Fans dürfen beim ersten Saison-Heimspiel von Dynamo Dresden nur 16.000 statt möglicher 32.000 Zuschauer ins Stadion, davon 13.000 Dynamo-Anhänger. Zudem soll der Club eine Geldstrafe in Höhe von 30.000 Euro zahlen.

Alle Vereine haben 24 Stunden Zeit, um gegen die Entscheidung des Sportgerichts Einspruch einzulegen.

ham/mib/dpa/sid

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insgesamt 14 Beiträge
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1. konsequent
schna´sel 28.06.2012
und auch völlig richtig. Man kann nur hoffen, dass solche Maßnahmen helfen, die Spreu vom Weizen zu trennen bei den Fans. Gerde in Köln hat sich da eine Fußball-Unkultur breit gemacht, die ihren Ausdruck nicht zu letzt in dem bietet, was den Verein sportlich geboten hat. Warum hört man denn bei den wirklich erfolgreichen Mannschaften nie von solchen skandalösen Vorfällen in der Stadt, auch vor und nach den Spielen? Sind solche Zusammenhänge den Betreffenden eigentlich nicht bewusst? Oder ist denen ihr Verein eigentlich egal? Und es geht wirklich nur um den persönlichen Spaß und die Randale? Und der Fußballl ist nur der Vorwand unter dem die stattfinden kann?
2.
hans_uwe2@yahoo.de 28.06.2012
Zitat von schna´selund auch völlig richtig. Man kann nur hoffen, dass solche Maßnahmen helfen, die Spreu vom Weizen zu trennen bei den Fans. Gerde in Köln hat sich da eine Fußball-Unkultur breit gemacht, die ihren Ausdruck nicht zu letzt in dem bietet, was den Verein ......
Da muss ich sie enttäuschen. Zuschauerausschlüsse haben die letzten 20 Jahre schon nicht geholfen. Geholfen gegen was eigentlich? Gegen Ordnungswidrigkeiten? Man sieht auch an dieser schönen EM, dass man Pyros nicht aus den Stadien verdrängen wird können! Egal ob die Stehplätze abgeschafft oder die Ticketpreise erhöht werden.
3. Titel
UdoL 28.06.2012
Zitat von schna´selund auch völlig richtig. Man kann nur hoffen, dass solche Maßnahmen helfen, die Spreu vom Weizen zu trennen bei den Fans.
Zunächst mal trennt man damit tausende von Fans, die nichts verbrochen haben, von einer liebgewonnenen Wochenend-Aktivität. Der Verein und diverse andere, die anlässlich von BL-Spielen ihr Geld verdienen, dürfen sich auf Verluste freuen. Und die paar Pflegefälle, welche die Störung tatsächlich verursacht haben, interessiert das herzlich wenig. Dabei ist es der einzige erfolgversprechende Weg, genau diese Leute zu bestrafen / zum Schadenersatz heranzuziehen - und zwar so gründlich, dass ihnen sowie anderen, die das mitbekommen, die Störerei einfach zu riskant wird.
4.
fussball11 28.06.2012
Zitat von schna´selund auch völlig richtig. Man kann nur hoffen, dass solche Maßnahmen helfen, die Spreu vom Weizen zu trennen bei den Fans. Gerde in Köln hat sich da eine Fußball-Unkultur breit gemacht, die ihren Ausdruck nicht zu letzt in dem bietet, was den Verein sportlich geboten hat. Warum hört man denn bei den wirklich erfolgreichen Mannschaften nie von solchen skandalösen Vorfällen in der Stadt, auch vor und nach den Spielen? Sind solche Zusammenhänge den Betreffenden eigentlich nicht bewusst? Oder ist denen ihr Verein eigentlich egal? Und es geht wirklich nur um den persönlichen Spaß und die Randale? Und der Fußballl ist nur der Vorwand unter dem die stattfinden kann?
Bei jedem Aufstieg zuhause wird der Platz gestürmt. Nur weil man noch nie aufgestiegen ist und vermutlich " fan " einer Millionärstruppe ist, entbindet das nicht davon die Realitäten zu kennen. Sie sind wahrscheinlich so wie der Herr Scholl der laut im Fernsehen ausrief " Was ist denn das - das habe ich ja noch nie erlebt " Klar, Scholl ist halt groß geworden im Schoß der wohlbwhüteten Internats Kicker, fernab der wahren Welt des Fußballs. Die wahre Welt des Fußballs spielt sich unbemerkt des Millionen-Publikums der Sendeanstalten ab. Aber klar, wenn ich gemütlich vor der Glotze sitze, darf man schon bestimmen wie sich die Anhänger im Fernsehen benehmen müssen. Fortuna hatte Fans auch in der Vierten Liga, Fans die immer zu Verein gehalten haben. in guten wie in schlechten Zeiten. Diese Fans haben gelitten und eingesteckt. Wenn sie jetzt vorzeitig explodiert sind ist das menschlich - im Fernsehen werden sie dafür kriminalisiert. Armes Bundesliga Fernseh Publikum, schafft euch doch endlich eine stromlinienförmige Werksliga an, da ist alles sauber und steril.
5.
Baader 28.06.2012
Zitat von fussball11Bei jedem Aufstieg zuhause wird der Platz gestürmt.
Ja wenn der Aufsteig schon fix ist interessiert das den DFB auch nicht sonderlich. Jedenfalls gabs da vorher noch nie irgendwelche Platzsperren und Geldstrafen waren wenn dann wohl auch nicht hoch genug das groß drüber berichtet wurde. Wwenn man aber zu blöd (was anderes fällt mir da leider nicht ein) ist auf den Schlusspfiff zu warten dann gehört man/der Verein eben bestraft.
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