Bundesliga Köln zeigt betrügerischen Berater an

Bei einem Bundesligaklub anheuern, das ist für viele junge Fußballer ein Traum. Ein Berater nutzte das aus und lockte einen Nachwuchskicker mit einem Vertrag vom 1. FC Köln. Doch der war gefälscht. Nun ermittelt die Polizei.

Kölns Geschäftsführer Schmadtke: "Sehr ärgerlich"
DPA

Kölns Geschäftsführer Schmadtke: "Sehr ärgerlich"


Der 1. FC Köln geht juristisch gegen einen Spielerberater vor, der einem 17-Jährigen einen Vertrag mit dem Bundesligisten vorgegaukelt hat. "Das ist sehr ärgerlich und ein unnötiger Aufwand", sagte Manager Jörg Schmadtke der "Bild"-Zeitung, "unsere Juristen übernehmen jetzt. Die Polizei wird ermitteln."

Der Berater hatte demnach Zurap Memeti aus der Jugend-Abteilung des Schweizer Viertligisten Zug 94 in E-Mails und Dokumenten ein Angebot der Kölner vorgetäuscht und am Ende einen Vertrag mit Schmadtkes gefälschter Unterschrift vorgelegt.

"So etwas ist mir in meiner Laufbahn noch nie vorgekommen. Eine echte Räuberpistole", sagte Schmadtke. "Der Junge ist der große Leidtragende. Wir haben schon mit der Familie gesprochen." Der junge Albaner Memeti hat angeblich für das "Angebot" seine Ausbildung in einer Luzerner Privatschule abgebrochen. Am Mittwoch wollte er nach Köln reisen und das Training aufnehmen.

bka/sid



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 6 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
troy_mcclure 14.01.2016
1. Richtig so
In dieser Branche gibt es eine Menge schwarze Schafe
Yacco 14.01.2016
2.
Und warum enthaelt uns SPON die Nachricht vor, dass die Familie des Jungen einen fuenfstelligen Frankenbetrag an den betruegerischen Vermittler als "Provision" (Schmiergeld) bezahlt hat ? Vielleicht auch noch interessant, dass der Berater im Vorstand des Nordwestschweizer Schiedsrichterverbands sitzt ... aber eigentlich ist das alles nicht erstaunlich. Es zeigt nur einmal mehr, wie durch und durch verlogen und korrupt das Fussballsystem ist.
briancornway 14.01.2016
3. Kann-Info
Zitat von YaccoUnd warum enthaelt uns SPON die Nachricht vor, dass die Familie des Jungen einen fuenfstelligen Frankenbetrag an den betruegerischen Vermittler als "Provision" (Schmiergeld) bezahlt hat ? Vielleicht auch noch interessant, dass der Berater im Vorstand des Nordwestschweizer Schiedsrichterverbands sitzt ... aber eigentlich ist das alles nicht erstaunlich. Es zeigt nur einmal mehr, wie durch und durch verlogen und korrupt das Fussballsystem ist.
Vermutlich, weil es völlig normal ist, dass ein Spielerberater sich seine Arbeit per Provision vergüten lässt. Auch Berater müssen mal was essen. Ich frage mich eher, worauf er mit dem gefälschten Vertrag spekuliert hat. Wenn es nur ein Trick zum Verhandlungspoker mit anderern Vereinen sein sollte, hätte er den Spieler ja einweihen können. Vermutlich ein Fall von "zuviel versprochen, nix halten können, also einfach weitergelogen". Das kann im Erwachsenenalter üble Folgen haben.
in-teressant! 14.01.2016
4. @Nr. 3
"Ich frage mich eher, worauf er mit dem gefälschten Vertrag spekuliert hat. " - Na ganz einfach: Mit dem gefälschten Köln-Vertrag wollte der Betrüger erreichen, dass der Spieler ihn als Berater engagiert.
roithamer 14.01.2016
5. Irgendwas fehlt
Es muss doch Geld geflossen sein. Denn für nichts und wieder nichts mimt niemand einen Berater.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.