Kollegenschelte Hitzfeld greift Toppmöller an

Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld hat mangelnde Loyalität innerhalb der Trainerzunft angeprangert. Wie Ligakonkurrent Hamburger SV in dieser Saison den Wechsel von Kurt Jara zu Klaus Toppmöller vollzog, hat Hitzfeld "erschüttert".


Ottmar Hitzfeld: "Nicht noch einen Hieb bekommen"
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Ottmar Hitzfeld: "Nicht noch einen Hieb bekommen"

München - "Jeder will nur noch seine eigene Haut retten, denkt nur an seinen eigenen Vorteil. Das wirft ein schlechtes Licht auf die Trainergilde", sagte Hitzfeld in einem Interview der "Sport-Bild". Hitzfeld äußerte sich kritisch über Toppmöller, der bei seinem Amtsantritt beim Hamburger SV im Oktober als Nachfolger von Jara den Zustand der Mannschaft negativ bewertet haben soll: "Das finde ich nicht in Ordnung. Da wird jegliche Loyalität unter Kollegen untergraben."

Hitzfeld regt deshalb ein "Gentlemen's Agreement" an: "Das muss auf der nächsten Trainertagung ganz klar angesprochen werden, dass die Trainer, wenn sie entlassen werden, geschützt werden müssen. Und nicht noch einen Hieb bekommen."

Außerdem kritisierte er auch die Art und Weise des Trainerwechsels beim HSV. Angesprochen auf damalige Aussagen von Sportchef Dietmar Beiersdorfer sagte Hitzfeld: "Das hat mich erschüttert. Vor allem die Aussage von einem Sportchef, der Glaubwürdigkeit verinnerlicht haben müsste. Der Mannschaft, den Fans, den Medien gegenüber. Das ist nicht gut, wirft ein schiefes Licht auf die ganze Bundesliga", sagte Hitzfeld. Der 54-Jährige ist überzeugt, dass die Verantwortlichen des FC Bayern sich anders verhalten würden. "Auch wenn sie mich entlassen müssten. Wenn Erfolg ausbleibt, bleibt nur das eine Mittel."

Der zuletzt für den Posten des englischen Nationaltrainers ins Gespräch gebrachte Hitzfeld hat in München einen Vertrag bis 2005. Uli Hoeneß kündigte in einem "Bild"-Interview für den Herbst 2004 Vertrags-Gespräche an. "Er ist die sechste Saison bei uns, da kennt man sich. Wir werden im Herbst darüber reden, was nach 2005 passiert, wenn sein Vertrag ausläuft." Klar sei, dass kein langfristiger Vertrag abgeschlossen werde, so Hoeneß.



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