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Kommentar zur Infantino-Wahl: Das kleinere Übel

Ein Kommentar von , Zürich

Rivalen Salman (l.), Infantino: Kaum vorstellbar Zur Großansicht
REUTERS

Rivalen Salman (l.), Infantino: Kaum vorstellbar

Die Fifa scheut den nächsten Skandal: Statt des umstrittenen Scheichs Salman wählen die Delegierten den routinierten Manager Infantino. Wandeln wird sich der Weltverband wohl auch so nicht.

Die Wahl von Gianni Infantino zum Fifa-Präsidenten ist nur das kleinere Übel. Zweifellos hätte ein Sieg von Scheich Salman den Fußball-Weltverband noch tiefer in die Krise gestürzt. Sofern das überhaupt möglich ist. Ein Präsident, gegen den es nicht nur Korruptionsvorwürfe gibt, sondern der auch an Menschenrechtsverletzungen in seinem Heimatland beteiligt gewesen sein soll. Kaum vorstellbar.

Denn auch wenn der Bahreiner die Vorwürfe stets zurückgewiesen hat: Eine andauernde Debatte über den Präsidenten hätte es der Fifa wohl unmöglich gemacht, die beschlossenen Reformen umzusetzen. Vielleicht wäre der Verband sogar in wenigen Monaten implodiert - weshalb einige Fifa-Kritiker insgeheim auf einen Erfolg des Scheichs gehofft hatten.

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Neuer Fifa-Präsident

Wird Gianni Infantino den Weltverband reformieren?

Doch auch wenn der Schweizer Infantino die bessere Wahl ist, heißt das nicht, dass sich nun tatsächlich etwas ändert bei der Fifa. Weder Infantinos bisheriges Wirken als Uefa-Generalsekretär noch sein Auftritt beim Kongress deuten darauf hin, dass er das System Blatter aufbrechen oder gar zerstören will.

Infantino hat mit dem mittlerweile gesperrten Uefa-Chef Michel Platini lange verhindert, dass sich im internationalen Fußball etwas in Richtung Good Governance, sprich guter Unternehmensführung, tut. Als Blatter endlich überfällige Schritte, zum Beispiel eine Amtszeitbegrenzung für Top-Funktionäre anstrebte, blockierten ihn ausgerechnet die Europäer - angeführt von Platini und Infantino.

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Fifa-Kongress: Infantinos Kür zum Fifa-Präsidenten
Diese Begrenzung - und noch einige weitere sinnvolle Veränderungen - hat der Kongress nun beschlossen, allerdings erst auf Druck der Strafverfolger in den USA und der Schweiz. Deutlich spürbar war in Zürich, dass die Fifa-Mitglieder diese Reformen nur widerwillig mittragen. Sie wissen, es geht nicht mehr anders.

So kann sich die Fifa nicht verändern. Die führenden Personen, und Infantino ist dafür ein Paradebeispiel, sind von dem Weg, den sie gehen sollen, nicht überzeugt. Vielleicht wird es unter dem neuen Präsidenten ein wenig ruhiger als im Skandaljahr 2015. Doch ein Neustart war Infantinos Triumph nicht.

Zum Autor
Jeannette Corbeau
Christian Teevs ist Redakteur im Sport-Ressort von SPIEGEL ONLINE.

E-Mail: Christian_Teevs@spiegel.de

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1. Wer hat denn anderes erwartet?
mictann 26.02.2016
Der Sumpf wurde einmal durchgequirlt und der nächste genommen, der sich mit Korruption und Vetternwirtschaft auskennt. Die FIFA braucht kein Mensch. Warum wird sie nicht verboten? Die Schweizer werden ein immer suspekteres Völkchen, wenn von dort nur noch sowas kommt.
2. Abstumpfung
wgfo 27.02.2016
...man ist so muede und abgestumpft geworden in den letzten wenigen Jahren ueber alles, was in Zuerich passiert, man kann auf das Forum wohl fast verzichten...
3.
liasaeci 27.02.2016
Ich kann nicht verstehen, warum die großen Fußballverbände wie z.B. DE, FR, IT, EN und ein paar Südamerikaner nicht aus der Fifa austreten und ihren eigenen Club aufmachen. Es kann nur daran liegen, dass sie diese Korruption dringend brauchen bzw. diese gewollt ist.
4. Die Fifa wird unausweichlich ...
birdie 27.02.2016
implodieren. Denn das Duo-Infernal Blatter/Platini hat sie in den Korruptionssumpf geführt, um persönlich davon zu profitieren. Es ist nur ein Frage der Zeit, bis die UEFA-Mitglieder sich ihrer Verantwortung bewusst werden und einer kriminell gewordenen Fifa durch Entzug der Vertrauensgrundlage ihr eben deren Geschäftsgrundlage entziehen. Die Säuberung des Augiasstalls liefert dazu die Vorlage.
5. Die Überschrift ist irreführend.
birdie 27.02.2016
Denn die gesteuerte Infantino-Wahl war kein kleines Übel. Es war eine Katastrophe und der Beweis dafür, dass die schweizerischen Seilschaften von S. Blatter weiterhin zuverlässig funktionieren. Die Fussballwelt wird erst dann sauber und vertrauenswürdig, wenn es die Fifa und ihre Protagonisten endgültig nicht mehr gibt. Deshalb: Fussballer aller Länder vereinigt Euch und jagt die Fifa-Bande zum Teufel.
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