Korruptionsskandal Fifa sperrt Bin Hammam lebenslang

Die Ethikkommission der Fifa hatte keine Zweifel an seiner Schuld: Das Gremium sperrte Mohamed Bin Hammam lebenslänglich. Der Spitzenfunktionär soll gegen den Kodex des Weltverbands verstoßen und Mitglieder bestochen haben. Er will das Urteil anfechten.

Fifa-Funktionär Bin Hammam: Der Bestechung schuldig
AP

Fifa-Funktionär Bin Hammam: Der Bestechung schuldig


Hamburg - Der Fußball-Weltverband Fifa hat Mohamed Bin Hammam die Mitgliedschaft lebenslang entzogen. Die Ethikkommission unter dem Vorsitz des Namibiers Petrus Damaseb sah einen Verstoß gegen den Ethikkodex als erwiesen an. Bin Hammam, früherer Vertrauter von Fifa-Boss Joseph Blatter, habe sich der Bestechung schuldig gemacht.

Im Mai soll Bin Hammam Mitgliedern der karibischen Fußball-Union (CFU) jeweils 40.000 Dollar geboten haben, um ihn bei seiner Präsidentschaftskandidatur zu unterstützen. Kurz vor der Wahl hatte er seine Bewerbung jedoch zurückgezogen.

Nach 15 Jahren in der Fifa-Exekutive verlor Bin Hammam durch die Entscheidung auch sein Amt als Präsident der Asiatischen Fußball-Konföderation (AFC). Die Strafe verbietet es ihm sogar, sich auf unterster Amateurebene für einen Verein zu engagieren.

Die CFU-Mitglieder Debbie Minguell und Jason Sylvester, wie Bin Hammam wegen Bestechungsvorwürfen suspendiert, kamen wesentlich glimpflicher davon - die Ethikkommission sperrte beide für ein Jahr. Der ehemalige Fifa-Vize Jack Warner, vermeintlicher Komplize von Bin Hammam beim Stimmenkauf, war bereits vorher von allen Ämtern zurückgetreten und hatte sich so einer Strafe durch die Fifa entzogen. Warner weist bis heute alle Vorwürfe zurück.

Bin Hammam war während der Anhörung nicht erschienen. Auf seiner Web-Seite hatte der suspendierte AFC-Präsident jegliche Schuld von sich gewiesen und im Gegenzug die Fifa kritisiert. Nun will der 62-Jährige Einspruch gegen das Urteil einlegen.

Nach Angaben seines Schweizer Anwalts werde Bin Hammam den Internationalen Sportgerichtshof Cas anrufen und notfalls vor das Schweizer Bundesgericht ziehen. "Er beteuert seine Unschuld und wird mit allen juristischen Möglichkeiten weiterkämpfen", erklärte ein Sprecher Bin Hammams. Der Katarer ist in der 107-jährigen Geschichte der Fifa der ranghöchste Funktionär, der jemals ausgeschlossen wurde.

leh/klu/dpa/sid/dapd



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