Korruptionsvorwürfe gegen Fifa: Blatter lädt sich Informanten ein

Joseph Blatter mimt den Aufklärer: Jetzt will der Chef des Weltfußballverbandes Fifa aus erster Hand erfahren, was an den Korruptionsvorwürfen gegen die Organisation dran ist. Der Schweizer schloss auch eine Neuvergabe der WM nicht kategorisch aus.

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Fifa-Chef Blatter: "Wir werden diskutieren und die Sache untersuchen"

Hamburg - Der Fußball-Weltverband Fifa will nach den Korruptionsvorwürfen aus England im Zusammenhang mit der WM-Vergabe nach Katar den Informanten der englischen "Sunday Times" befragen. Die Zeitung habe zugestimmt, dass ihr Informant nach Zürich komme, sagte Fifa-Chef Joseph Blatter am Donnerstag. "Dann werden wir diskutieren und die Sache untersuchen", kündigte Blatter an.

Der 75-Jährige schloss nicht aus, dass im Falle stichhaltiger Beweise auch darüber nachgedacht werden könnte, die WM noch einmal neu zu vergeben. "Wir müssen Beweise sehen, und dann können wir eingreifen", wird Blatter im englischen "Guardian" zitiert.

In einer Parlamentsanhörung in der vergangenen Woche hatte der Politiker Damian Collins zwei Angehörige des Fifa-Exekutivkomitees beschuldigt, je 1,5 Millionen Dollar für ihre Stimmabgabe zugunsten des Wüstenstaates erhalten zu haben. Collins hatte sich dabei auf einen Bericht der "Sunday Times" berufen. Katars Fußball-Verband hat alle Anschuldigungen im Zusammenhang mit der WM-Vergabe von sich gewiesen.

Auch der ehemalige Chef des englischen Verbandes (FA) hatte bei der Parlamentsanhörung in London zur gescheiterten WM-Bewerbung Englands Vorwürfe erhoben. Laut Lord David Triesman hätten vier Mitglieder des Fifa-Exekutivkomitees vor der Vergabe der WM 2018 Gegenleistungen für ihre Stimme gefordert. Collins hatte die Anschuldigen dann auf zwei weitere Funktionäre ausgeweitet.

Der englische Verband hat am Donnerstag angekündigt, sich bei der bevorstehenden Wahl des Fifa-Vorsitzenden zu enthalten. Zur Wahl am 1. Juni steht neben Blatter, der für seine vierte Amtszeit kandidiert, auch Asiens Fußballboss Mohammad bin Hammam aus Katar.

Vor der WM-Vergabe für die Turniere 2018 (Russland) und 2022 (Katar) waren die Fifa-Exekutiv-Mitglieder Amos Adamu (Nigeria) und Reynald Temarii (Tahiti) unter dem Verdacht der Bestechlichkeit suspendiert worden. Beide hatten die Vorwürfe einer Verletzung des Ethik-Codes der Fifa bestritten. Sie waren auf von englischen Journalisten fingierte finanzielle Offerten für die Stimmabgabe eingegangen und dabei heimlich gefilmt worden.

aha/dpa

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insgesamt 2 Beiträge
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1. .
spiegel-hai 19.05.2011
Zitat von sysopJoseph Blatter mimt den Aufklärer: *Jetzt will der Chef des Weltfußballverbandes Fifa aus erster Hand erfahren, was an den Korruptionsvorwürfen gegen die Organisation dran ist. Dazu will er*den Informanten einer britischen Zeitung befragen. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,763623,00.html
da gibt der Bock den Gärtner
2. War klar.
UnitedEurope 20.05.2011
Ich bin fest davon überzeugt, dass die USA um die Weltmeisterschaft 2022 betrogen worden sind. Ich denke die Kataris zahlen einfach besser als die Amis und Blatter war das nur recht, so konnte er Arabien eine WM zu schachern, um dort den Fussball populärer zu machen. Eine WM in den USA hätte ich aber sehr gerne gesehen.
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Das Exekutivkomitee der Fifa
Das Exekutivkomitee des Welt-Fußballverbandes Fifa setzt sich zusammen aus dem Präsidenten Joseph S. Blatter, seinen acht Vizepräsidenten und weiteren 15 einfachen Mitgliedern. Das Komitee tagt zweimal im Jahr. Die Mandatsdauer der Mitglieder beträgt vier Jahre.

Das Exekutivkomitee legt die Termine, Spielorte und Formate der Fifa-Wettbewerbe, darunter die der WM, fest. Es beruft die Fifa-Delegierten für das International Football Association Board (Ifab), das über Regeländerungen bestimmt, und ist für die Ernennung sowie Abberufung des Generalsekretärs (derzeit: Jérôme Valcke) zuständig.

Quelle: sid