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Fairness in der Kreisliga B: Torwart Schmidtke schießt absichtlich ins eigene Tor

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Wildfleckens Keeper Schmidtke: "Wir sind alle faire Sportsleute" Zur Großansicht
Saale-Zeitung Bad Kissingen

Wildfleckens Keeper Schmidtke: "Wir sind alle faire Sportsleute"

SV Wildflecken gegen SCK Oberwildflecken. Torwart André Schmidtke schießt ein Eigentor - absichtlich. Kein Wettbetrug, sondern großes Fairplay. Ein Gespräch mit dem Torwarthelden aus der Kreisliga B.

Solche Fairness findet man wohl nur noch in den unteren Spielklassen: André Schmidtke, Torwart des SV Wildflecken in der Kreisliga B in Franken, hat im Ortsderby gegen den SCK Oberwildflecken ins eigene Tor getroffen - aus voller Absicht.

Der 21-jährige Schlussmann wollte damit wieder gutmachen, dass sein eigenes Team zuvor ein Tor erzielt hatte, obwohl ein gegnerischer Spieler verletzt am Boden lag.

SPIEGEL ONLINE: Als Torwart sind Sie ja eigentlich zum Tore-Verhindern vorgesehen. Wie kamen Sie auf die Idee, absichtlich den Ball ins eigene Netz zu befördern?

Schmidtke: Ich habe schnell mitbekommen, dass ein Gegenspieler am Boden lag, als wir das Tor gemacht hatten. Dann gab es Blickkontakt mit unserem Kapitän und der Trainerbank, und von da kam das Signal, dass wir das machen können. Erst wollte unser Kapitän den Ball reinschießen, aber der wäre neben das Tor gegangen, da habe ich ihm dann noch die richtige Richtung verpasst.

SPIEGEL ONLINE: Und im eigenen Team waren alle damit einverstanden?

Schmidtke: Im Nachhinein können es jetzt alle irgendwie nachvollziehen. Aber einige waren dann zunächst doch ziemlich zwiegespalten.

SPIEGEL ONLINE: Das Spiel haben Sie am Ende knapp 3:4 verloren. Das wäre ja ohne Ihr Eigentor vielleicht anders gekommen.

Schmidtke: Klar habe ich mich auch über die Niederlage geärgert. Die hätte auch gar nicht sein müssen. Aber ich würde das trotzdem jederzeit wieder genauso machen.

SPIEGEL ONLINE: Das Tor Ihres Teams zuvor hat auch noch Ihr Bruder erzielt. Gab es anschließend noch Diskussionen?

Schmidtke: Natürlich haben wir uns noch darüber unterhalten. Aber er hatte in der entsprechenden Situation gar nicht gemerkt, dass der Gegenspieler verletzt worden war. Sonst hätte er den Ball wohl gar nicht erst ins Tor geschossen. Wir sind ja alle faire Sportsleute.

SPIEGEL ONLINE: Haben sich denn die Gegner anschließend wenigstens bei Ihnen gemeldet?

Schmidtke: Klar, die haben sich nach dem Spiel bedankt.

SPIEGEL ONLINE: Aber einen Blumenstrauß vom gegnerischen Verein gab's nicht?

Schmidtke: Nein. Bisher noch nicht.

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insgesamt 47 Beiträge
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1. Alle Achtung
heinerkarin 11.09.2014
vor diesem Sportsmann. Vielleicht liest Herr Kissling mit.
2. Den Blumenstrauß gab's dann...
kaischek 11.09.2014
...von der Wettmafia. Ich kann nichts Unfaires daran erkennen, wenn ein Spieler ein Tor ohne Kenntnis über einen verletzten Gegenspielers schießt. Es gibt Mannschaften, die schmeißen sich alle verletzt zu Boden, wenn der Gegenspieler auf dem Weg zum Tor durchbricht und dieses übereifrig faire Verhalten zum Vorbild wird.
3. Genau so !!
quark@mailinator.com 11.09.2014
Genau solche Szenen vermisse ich beim großen Fußball. Heutzutage pfeifen die Fans die gegnerische Mannschaft aus und die Spieler üben die professionelle Schwalbe. Das Ganze spielt gesellschaftlich so eine große Rolle, weil ja Fußball angeblich zu Teamfähigkeit und Fairness erzieht ... aber was man sieht ist Egoismus und Unehrlichkeit. Da gibt es Sportarten, wo die Spieler den Schiedsrichter selbst auf ein eigenes Foul hinweisen, aber beim Fußball gibt es den Begriff des "Taktischen Fouls" ... sagt eigentlich alles. Schön, daß es noch Leute gibt, die fair sein können.
4. Hut ab
troy_mcclure 11.09.2014
Hut ab für die Aktion. Wobei meiner Erfahrung nach - immerhin zwei Klassen über Kreisliga B, yeah :-) - es dort generell fairer zugeht.
5.
Attila2009 11.09.2014
Zitat von heinerkarinvor diesem Sportsmann. Vielleicht liest Herr Kissling mit.
Nein Kießling kann man keinen Vorwurf machen das war schwer zu sehen.
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