Kritik am Club Gladbach suspendiert Idrissou

Bei Bundesliga-Schlusslicht Mönchengladbach geht es weiterhin turbulent zu. Der zuletzt formschwache Stürmer Mohamadou Idrissou kritisierte öffentlich seinen Club. Die Borussia reagierte schnell.

Borussia-Stürmer Idrissou: Den Mund zu voll genommen
dapd

Borussia-Stürmer Idrissou: Den Mund zu voll genommen


Hamburg - Gladbachs Trainer Michael Frontzeck strich Idrissou aus dem Kader für das Achtelfinalspiel des DFB-Pokals am Dienstag in Hoffenheim. "Sobald hier jemand meint, er müsste sein Ego über die Mannschaft stellen, hat der hier keine Chance mehr", sagte Frontzeck. Zudem erhält Idrissou eine Geldstrafe und eine Abmahnung.

Idrissou hatte sich in der "Bild"-Zeitung abfällig über seinen Club geäußert. "Ich weiß nicht, warum ich nicht spiele. Das habe ich satt. Bis zum Ende geht das so nicht", sagte Idrissou, der im Sommer ablösefrei aus Freiburg gekommen war. "Ich bin nicht gewechselt, um Letzter zu sein, sondern um oben mitzuspielen."

Zudem warf Idrissou dem Trainerteam vor, bei Spielern zweierlei Maß anzulegen. "Wenn du jederzeit schlecht spielst und du bist trotzdem immer dabei, dann ist das nicht gut. Fußball ist Leistungssport. Das ist derzeit unser Problem."

Nach Ende der Hinrunde ist Mönchengladbach mit lediglich zehn Punkten Schlusslicht der Bundesliga. Idrissou (drei Tore) selbst hatte bei seinem neuen Club gut begonnen, dann aber stark abgebaut.

Bei der Partie in Freiburg, die Gladbach vor gut einer Woche 0:3 verloren hatte, war Idrissou von den Fans seines früheren Clubs mit hämischen Gesängen empfangen worden. "Idrissou spielt Champions League auf PS3, die ganze Nacht, von 12 bis 8", wurde skandiert.

Damit spielten die Freiburger Fans auf eine Aussage Idrissous in seiner Zeit beim Sportclub an. "Ich habe eh' keine Lust mehr, mit euch Absteigern zu spielen. Ich spiele nächstes Jahr Champions League", soll der 30 Jahre alte Kameruner zu Mitspielern gesagt haben.

Idrissou ist der zweite Spieler bei Borussia Mönchengladbach, der in kurzer Zeit disziplinarische Maßnahmen des Clubs zu spüren bekommt. Stürmer Raúl Bobadilla darf bis Weihnachten nur bei der zweiten Mannschaft trainieren. Der argentinische Stürmer hatte Anfang Dezember bei der 1:2-Heimniederlage gegen Hannover 96 wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte gesehen.

Dafür war er vom DFB-Sportgericht mit einer Sperre von fünf Bundesliga-Spielen belegt worden. Mönchengladbach verhängte zudem eine Geldstrafe in Höhe von 50.000 Euro. Bobadilla könnte in der Pokalpartie bei der TSG Hoffenheim (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) eingesetzt werden. Frontzeck verzichtet jedoch auf seinen Stürmer.

Trotz fünf Bundesliga-Niederlagen nacheinander zeigte sich Frontzeck zuversichtlich. "Wir fahren nicht nach Hoffenheim, um dort unterzugehen, sondern um eine Runde weiterzukommen."

ach/sid/dpa



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