Zahlungen an Niersbach Fifa-Funktionär wirft DFB mangelnde Transparenz vor

Fifa-Funktionär Domenico Scala hat den Deutschen Fußball-Bund kritisiert. Der DFB habe im Umgang mit der Vergütungsregelung für Präsident Wolfgang Niersbach die Öffentlichkeit getäuscht.

DFB-Präsident Niersbach (r.): DFB-Betriebsrente rechtmäßig?
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DFB-Präsident Niersbach (r.): DFB-Betriebsrente rechtmäßig?


Hamburg - Der Chef der Fifa-Compliance-Kommission, Domenico Scala, hat den Deutschen Fußball-Bund (DFB) für seinen Umgang mit der Vergütungsregelung für Präsident Wolfgang Niersbach scharf attackiert. "Man hätte ohne Not die frühzeitig zugesprochene Rente offenlegen können. So hat man die Öffentlichkeit getäuscht", sagte Scala der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstagsausgabe).

Niersbach erhält eine DFB-Betriebsrente aus seiner Zeit als Generalsekretär. Sein Vorgänger Theo Zwanziger hat Zweifel an der Rechtmäßigkeit und lässt die Regelung von der Fifa-Ethikkommission prüfen. Dieses Vorgehen hatte der DFB als "lächerlich" bezeichnet.

Auf die Vorwürfe von Scala reagierte der DFB mit deutlichen Worten: "Es ist schon sehr befremdlich, dass sich hier jemand in dieser populistischen Art und Weise äußert, der den Sachverhalt offenbar gar nicht kennt. Den absurden Vorwurf der Täuschung weisen wir auf das Schärfste zurück, schließlich hat der DFB die Regelung bereits im Februar 2012 noch vor der Wahl des Präsidenten öffentlich gemacht und seitdem immer wieder dargelegt", hieß es vom Verband auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Scala sprach sich für eine Offenlegung aller Funktionärsbezüge aus. "Der DFB hat da seine eigene Politik. Wenn er die Bezüge aus verbandspolitischen Gründen nicht offenlegen will, dann ist das eben so. Fakt ist: In diesem Fall mangelt es an Transparenz. Man kann sie nicht nur bei anderen einfordern." Auch die von Scala kontrollierte Fifa verschweigt zum Beispiel beharrlich das Gehalt von Präsident Joseph Blatter.

Scala kritisierte zudem, dass die Position des DFB-Chefs ein Ehrenamt ist. "Dass Personen mit einer solchen Machtposition nur mit einer Aufwandsentschädigung vergütet werden, halte ich für falsch. Damit ist immer auch ein Risiko der Bestechlichkeit verbunden", sagte er.

mon/dpa



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Trainspotter 06.03.2015
1. Lächerlichkeit
Auch wenn das beim DFB vielleicht nicht ganz perfekt abläuft, so ist das doch eine Lappalie im Vergleich zu dem, was bei der FIFA seit Jahren läuft!
GustavLecter 07.03.2015
2. Was soll das....
Hat der DFB je was gegen die Vergabe der WMs getan oder wenigstens direkt gesagt? Sebstverständlich war das stets derselbe Laden wie die anderen auch, alles kleine FIFAs und UEFAs. Bei den aber-Milliarden Einnahmen kann man noch jeden Mundtot machen.
genaumeinding 07.03.2015
3. Illusion ist geplatzt
Sowohl beim DFB als auch bei der FIFA geht es nicht um Sport sondern um Geld, und zwar um das Geld fuer die Funktionaere. Geld, das sie mit ihrer Qualifikation und ehrlicher Arbeit niemals anderswo verdienen koennen.
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