Kuranyi-Reaktion "Für mich ist eine Welt zusammengebrochen"

Er galt als gesetzt, seit gestern ist er entsetzt. Kevin Kuranyi kann nicht verstehen, warum er von Jürgen Klinsmann nicht für die WM nominiert wurde. Auch die spanische Presse ist überrascht. Kuranyi sei das "große Opfer des deutschen Fußballs".


Hamburg - Für ihn sei "eine Welt zusammengebrochen", als Klinsmann ihm am Telefon die Absage mitgeteilt habe, schrieb Kuranyi auf seiner Internet-Homepage. "Immer wieder habe ich mir die Frage gestellt: Warum ausgerechnet ich?" Er sei "sprachlos", teilte der 24-jährige Stürmer von Fußball-Bundesligist Schalke 04 zudem mit, "ich bin zutiefst enttäuscht und werde nun einige schlaflose Nächte haben".

Nationalspieler Kuranyi: "Werde schlaflose Nächte haben"
AP

Nationalspieler Kuranyi: "Werde schlaflose Nächte haben"

Kuranyi war gestern von Bundestrainer Klinsmann darüber informiert worden, dass er nicht in den Kader für die WM berufen wird. Verständnis dafür bringt der 35-malige Nationalspieler aber nicht auf. Er wisse zwar selbst, dass er "keine überragende Saison" gespielt habe (zehn Saisontore, davon drei in der Rückrunde; Anm. d. Red.), "aber ich habe zu Beginn der Trainerzeit von Jürgen Klinsmann Tore am Fließband erzielt".

Auch in der spanischen Presse sorgte die Nichtberücksichtigung des Angreifers für heftige Reaktionen. Die Zeitung "As" zählte Kuranyi neben dem Argentinier Javier Zanetti (Inter Mailand) und dem Brasilianer Julio Baptista (Real Madrid) sogar zu den "drei großen Namen, die bei der WM fehlen werden". Der Deutsch-Brasilianer Kuranyi sei "abserviert" worden, schrieb das Blatt weiter. Auch das Blatt "Marca" staunte über die Entscheidung des Bundestrainers: "Klinsmann überrascht mit dem jungen Dortmunder Stürmer Odonkor, der ohne jegliche Erfahrung dabei ist. Kevin Kuranyi ist das große Opfer des deutschen Fußballs."

Für den Radiosender "Cadena Ser" ist das Fehlen Kuranyis allerdings folgerichtig: "Wenn man Kuranyi in den beiden Uefa-Cup-Halbfinals gegen den FC Sevilla gesehen hat, dann wundert man sich nicht, dass er die Deutschen nicht weiterbringen kann."

goe/sid

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