Hamburg - Der FC Schalke 04 hat gegen 123 Fans ein bundesweites Stadionverbot für drei Jahre ausgesprochen. Sie sind die Konsequenz aus den Ausschreitungen rund um das Revierderby am 20. Februar gegen Borussia Dortmund (1:1). 121 Ausschlüsse richten sich gegen die BVB-Anhänger, die im Vorfeld des Spiels vor und auf dem Gelände der Schalker Arena randaliert haben sollen und vorübergehend in Polizeigewahrsam genommen wurden. Gegen sie wird nun ein Ermittlungsverfahren durch die Staatsanwaltschaft Essen eingeleitet.

Bremer Anhänger in St. Etienne: "Denen geht es nicht um das Spiel"
Zudem hat der Bundesliga-Achte in seiner Arena erstmals ein Fangnetz vor der Nordkurve aufgehängt. Schalke reagierte damit darauf, dass beim Heimspiel gegen den 1. FC Köln vor zwei Wochen wiederholt Gegenstände auf das Spielfeld geflogen waren und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) deshalb ein Verfahren einleitete.
Werder Bremen will die Randalierer beim Uefa-Cup-Spiel in St. Etienne an den entstehenden Kosten beteiligen. "Wir werden alles in dieser Richtung unternehmen", sagte der Clubchef des Bundesligisten, Klaus Allofs, am Donnerstag. Die Frage des Schadenersatzes sei juristisch zu klären: "Wir werden das prüfen lassen." Zugleich kündigte Allofs Konsequenzen im eigenen Stadion an: "Wir werden die Kontrollen verschärfen. Es sind einige wenige. Denen geht es nicht um das Spiel."
Die Video-Aufnahmen der französischen Polizei von den Zwischenfällen im Bremer Fan-Block beim 2:2 in St. Etienne werden an die deutschen Behörden übergeben. Drei Krawallmacher hatten mit bengalischem Feuer und Raketen die anderen Zuschauer im Stadion Geofroy-Guichard gefährdet. Sie sollen bis Freitag in französischem Arrest bleiben. Werder will den Randalierern Stadionverbot erteilen.
Fünf Hooligans des früheren italienischen Meisters SSC Neapel sind zu Haftstrafen zwischen zehn Monaten und vier Jahren verurteilt worden. Die Mitglieder der Fangruppe "Ultras" wurden für Krawalle vor dem San-Paolo-Stadion verantwortlich gemacht. Die meisten Verurteilten waren polizeilich zuvor bereits bekannt.
Nachdem ihn eine Knallkörper-Attacke zum Karriere-Ende gezwungen hat, fordert der ehemalige Bundesliga-Torhüter Georg Koch drastische Strafen für das Werfen von Feuerwerkskörpern. "Wer solche Gegenstände auf das Spielfeld wirft, riskiert damit Menschenleben. Ich kann wegen dieser Idioten nicht mehr Fußball spielen, was mein Leben war. Da ist eine Bestrafung durch ein Stadionverbot viel zu gering", sagte Koch der "Welt".
Lediglich Gefängnisstrafen seien geeignet, Nachahmer abzuschrecken: "Die Politik muss die gesetzlichen Voraussetzungen dafür schaffen, dass diese Leute eingesperrt werden können." Koch, der insgesamt 213 Bundesliga-Spiele für Fortuna Düsseldorf, Arminia Bielefeld, den 1. FC Kaiserslautern und den MSV Duisburg absolviert hat, klagt nach einer Knallkörper-Attacke im Wiener Derby Rapid gegen Austria vor sieben Monaten bis heute über Gleichgewichtsstörungen.
Borussia Dortmund plant seine Zukunft mit Jürgen Klopp und hat den Vertrag mit seinem Trainer vorzeitig um zwei weitere Jahre bis zum 30. Juni 2012 verlängert. Das verkündete BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke . "Mit der Verlängerung des Vertrages wollen wir auf Kontinuität setzen und weiterhin die Philosophie der jungen Spieler verfolgen", sagte Watzke. Klopp ist seit dem vergangenen Sommer BVB-Trainer. "Die Zeit hat gezeigt, dass es funktioniert. Es steht jedoch keine einfache Zukunft bevor, man muss Geduld mitbringen und kann nicht davon ausgehen, dass man gleich jedes Spiel gewinnt", sagte er.
Der FC Bayern München treibt seine Personalplanungen voran. Kurz nach der Einigung über einen neuen Kontrakt für Kapitän Mark van Bommel gab der Deutsche Meister am Donnerstag auch die vorzeitige Vertragsverlängerung mit Martin Demichelis bekannt. Der Innenverteidiger verlängerte seinen Kontrakt bis zum 30. Juni 2012 aus. "Ich freue mich über die Einigung und möchte beim FC Bayern noch viel erreichen", sagte der 18-malige argentinische Nationalspieler. Van Bommel wird den Münchnern mindestens bis zum Ende der Saison 2009/10 erhalten bleiben.
Mehr als zwei Jahre nach seinem letzten Pflichtspiel steht Mittelfeldspieler Zlatan Bajramovic bei Eintracht Frankfurt vor seinem Comeback in der Bundesliga. Für den 29 Jahre alten bosnischen Nationalspieler wäre es beim Gastspiel der Hessen am Samstag bei Bayer Leverkusen (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) der erste Bundesliga-Einsatz seit dem 15. Februar 2007. "Ich hoffe inständig, dass Zlatan gesund bleibt. Er ist auf jeden Fall wieder im Aufgebot", sagte Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel. Für Bajramovic wäre es nach drei Zeh-Operationen im Jahr 2008 der erste Einsatz für die Frankfurter.
mig/sid/dpa
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