Kurzpässe Asamoah wechselt zum FC St. Pauli, Hoffnung für Arminia Bielefeld

Der ehemalige Nationalspieler Gerald Asamoah spielt im kommenden Jahr beim Aufsteiger FC St. Pauli. Edin Dzeko bleibt zunächst bei Wolfsburg. Arminia Bielefeld erhält eine weitere finanzielle Zusage. Dagegen droht dem Traditionsclub Rot-Weiß Essen das Aus.

Noch-Schalke-Profi Asamoah: Wechsel ans Millerntor perfekt
dpa

Noch-Schalke-Profi Asamoah: Wechsel ans Millerntor perfekt


Hamburg - Gerald Asamoah wechselt zur kommenden Saison vom Bundesligisten FC Schalke 04 zum Erstliga-Aufsteiger FC St. Pauli. Der 31-Jährige unterschrieb am Montag nach der sportärztlichen Untersuchung einen Zweijahresvertrag. Das teilte der Club am Dienstag auf seiner Internetseite mit. "Ich war schon oft auch als Zuschauer am Millerntor und mag den offensiven Fußball, der hier gespielt wird", sagte Asamoah. Der 43-malige deutsche Nationalspieler schoss in 279 Bundesligaspielen für Schalke 44 Tore. "Er ist unser Wunschspieler. Durch ihn bekommt unser Offensivspiel noch einmal einen anderen Charakter", sagte St. Paulis Trainer Holger Stanislawski.

Sportdirektor Helmut Schulte dankte Schalke für die "Hilfe bei der Realisierung des Transfers". Asamoah hatte bisher zwei Millionen Euro jährlich verdient, er verzichtet beim FC St. Pauli etwa auf die Hälfte. Fünfzig Prozent des halbierten Gehalts soll Schalke tragen. Damit würde St. Pauli nur gut 500.000 Euro pro Jahr zahlen, Schalke jedoch immer noch rund 1,5 Millionen Euro jährlich sparen.

Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg kann seinen Top-Torjäger Edin Dzeko zunächst einmal für eine weitere Saison einplanen. Die Frist der vertraglichen Ausstiegsklausel des bosnischen Nationalstürmers verstrich in der Nacht zu Dienstag, ohne dass den Niedersachsen die geforderte Bankbürgschaft über die Ablösesumme in Höhe von 40 Millionen Euro vorgelegt wurde.

Als zuletzt einziger ernsthafter Interessent hatte der englische Premier-League-Klub Manchester City gegolten. " Die Bedingungen sind nicht erfüllt worden. Mehr möchte ich dazu im Moment nicht sagen", sagtete VfL-Manager Dieter Hoeneß . Bis Montagabend, 24 Uhr, hätten die Citizens oder andere interessierte Vereine bei Zahlung der festgeschriebenen Ablöse Dzeko verpflichten können - nun können die "Wölfe" zumindest bis Ende der kommenden Saison auf einen Verbleib des Bundesliga-Torschützenkönigs hoffen.

In den vergangenen Tagen hatte Hoeneß mehrfach betont, dass man Dzeko gerne halten würde. Falls die Ausstiegsklausel nicht zur Anwendung komme, plane man "zu 100 Prozent mit Edin für die nächste Saison", hatte der Wolfsburger Geschäftsführer erklärt. Der Vertrag des 24-Jährigen Dzeko läuft noch bis 2013, wobei die Ausstiegsklausel allerdings jedes Jahr aufs Neue zum 31. Mai gezogen werden kann.

Der finanziell schwer angeschlagene Zweitligist Arminia Bielefeld schöpft im Kampf um die Lizenz immer mehr Hoffnung. Nach Informationen der Zeitung "Neue Westfälische" will sich ein Unternehmer aus Lübbecke mit einem siebenstelligen Betrag bei dem Traditionsverein engagieren. Damit würde sich die Chance der Bielefelder, die Finanzlücke von zuletzt noch rund 2,85 Millionen Euro rechtzeitig zu schließen, deutlich erhöhen.

Bis spätestens Mittwoch muss die Arminia, die von der Deutschen Fußball Liga die Lizenz für die kommende Saison nur unter Bedingungen bekommen hatte, weitere Unterlagen einreichen und ein nachhaltiges Finanzkonzept präsentieren. Insgesamt muss der Verein einen Geld-Zufluss von 10,2 Millionen Euro darstellen.

Erstliga-Absteiger Hertha BSC Berlin peilt mit einem Zweitliga-Etat von 33 Millionen Euro die sofortige Rückkehr in die Bundesliga an. Den Ausgaben stehen in der Saison 2010/11 geplante Einnahmen von 30,5 Millionen Euro gegenüber. Der Schuldenberg wird Ende Juni 2010 vermutlich auf 36 Millionen Euro angewachsen sein. Diese Zahlen verkündete Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller am Montagabend auf der Mitgliederversammlung. Im Etat sind keinerlei Transfererlöse eingeplant. Sollten also Leistungsträger wie Adrian Ramos oder Gojko Kacar vom Verein verkauft werden, würde sich der finanzielle Spielraum für die kommende Saison erheblich erhöhen. Finanzielle Einschnitte muss der Klub vor allem in den Bereichen TV-Einnahmen, Sponsoring und Ticketing verkraften. In der zweiten Liga rechnet Hertha mit nur 26.600 Fans pro Heimspiel.

Mittelfeldspieler Raffael wird auch in der kommenden Saison bei Hertha spielen. Das gab der Verein auf der Versammlung bekannt. Zudem wird auch Raffaels Bruder Ronny nach Berlin wechseln.

Der ehemalige Bundesligist Rot-Weiß Essen steht vor dem finanziellen Aus. "In der 103-jährigen Geschichte unseres Vereins ist die aktuelle Situation existenziell bedrohlich", sagte RWE-Vorstandsmitglied Thomas Hermes am Montag zur Lage des Regionalliga-Vertreters. Zuvor hatte die Stadt Essen dem RWE-Vorstand mitgeteilt, dass sie die für die DFB-Lizenz erforderliche Liquiditätsreserve in Höhe von etwa 2,7 Millionen Euro nicht zur Verfügung stellen wird.

Diese Summe muss RWE jetzt anderweitig aufbringen und hat hierfür eine Frist bis Freitag. "Ich sage es ganz deutlich: Wir schaffen es nicht alleine und brauchen Hilfe", so Hermes. Der Verein will jetzt eine Bürgschaft des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Anspruch nehmen. Sollte dies in voller Höhe erfolgen, wäre die Lizenz für die kommende Spielzeit in der 4. Liga gesichert.

Der AC Florenz hat den italienischen Verband FIGC und seinen bisherigen Trainer Cesare Prandelli heftig kritisiert. "Bis heute ist der Verein von niemandem informiert worden", erklärte die Fiorentina am Montag. Der FIGC hatte am Sonntag bekannt gegeben, dass Prandelli nach der Weltmeisterschaft in Südafrika die Nachfolge von Marcello Lippi als Trainer der italienischen Nationalmannschaft antritt. "Wir haben davon nur durch die Verbands-Webseite und aus den Medien erfahren. Dies zeugt von einer großen Respektlosigkeit gegenüber dem Club und den Fans", heißt es in der Erklärung weiter. "Prandelli erhält einen Vierjahresvertrag. Er wird nach der Weltmeisterschaft offiziell vorgestellt", hatte ein Sprecher des italienischen Fußball-Verbandes am Sonntag erklärt. Bei einem Treffen mit dem FIGC-Präsidenten Giancarlo Abete hatte sich Prandelli offenbar vor anderthalb Wochen bereits auf einen Vertrag geeinigt.

aha/dpa/sid

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Schleswig 01.06.2010
1. xxx
Zitat von sysopEx-Nationalspieler Gerald Asamaoh spielt im kommenden Jahr beim Aufsteiger FC St. Pauli. Arminia Bielefeld erhält eine weitere finanzielle Zusage. Dagegen droht dem Traditionsclub Rot-Weiß Essen das Aus. Absteiger Hertha BSC stellt die Weichen fürs Zweitligajahr. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,697918,00.html
ST. Pauli sollte nicht den Weg gehen für alte abgehalfterte Fußballer ihre letzte Selbstdarstellerbühne zu sein. Beispiele gibt es genug, das dass schief gegangen ist.
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