Kurzpässe Bayer mit Helmes, Matthäus als Entscheider

Lothar Matthäus fehlte die finanzielle Sicherheit für ein Engagement in Argentinien. Leverkusen-Stürmer Patrick Helmes ist nach seinem Kreuzbandriss wieder fit. Uli Hoeneß möchte den Münchner Kader verkleinern und rechnet mit Spielerabgängen zur Winterpause.

Bayer-Stürmer Helmes (Mitte): Wieder im Kreise seiner Mannschaftskollegen
dpa

Bayer-Stürmer Helmes (Mitte): Wieder im Kreise seiner Mannschaftskollegen


Hamburg - Lothar Matthäus hat klargestellt, dass er selbst einen Schlussstrich unter die Verhandlungen mit dem argentinischen Club Racing de Avellaneda in Buenos Aires gezogen hat. "Ausschlaggebend für meine Entscheidung war die bis zum letzten Moment fehlende Bankbürgschaft zur finanziellen Absicherung des Vertrages", teilte der deutsche Rekordnationalspieler in einer Presseerklärung am Mittwochabend mit. Von Meldungen, wonach ein Engagement als Model für seine Ehefrau für eine Vertragsunterschrift erforderlich gewesen sei, distanzierte sich der 48-Jährige: "Ein Job als Model für meine Frau Liliana wurde nicht gefordert."

Nationalstürmer Patrick Helmes hat erstmals nach seinem Kreuzbandriss wieder mit der Mannschaft von Bayer 04 Leverkusen trainiert. "Das Knie macht keine Probleme mehr und ich fühle mich absolut fit."

Bayern München setzt in der Winterpause den Rotstift an und verkleinert sein derzeit 22 Spieler umfassendes Team. "Der Kader wird sicherlich kleiner werden", sagte Manager Uli Hoeneß in der "Sport Bild", "bei uns kann grundsätzlich jeder bleiben, der bleiben will. Aber ich gehe davon aus, das sich der eine oder andere Spieler verändern will." Damit reagieren die Bayern, die im Sommer 75 Millionen Euro in neues Personal investiert hatten, auf die bislang eher enttäuschende Saison und die wachsende Unzufriedenheit einiger Stars.

Als erste Streichkandidaten gelten die Abwehrspieler Andreas Görlitz, Christian Lell und Breno sowie die Mittelfeldspieler José Ernesto Sosa und Alexander Baumjohann. "Sport Bild" spekuliert damit, dass auch Luca Toni und 11-Millionen-Euro-Zugang Anatoli Timoschtschuk München verlassen werden. Toni sollen Angebote aus Italien, England und Frankreich vorliegen. Timoschtschuk will angeblich zurück zu Zenit St. Petersburg.

Drittligist Dynamo Dresden geht neue Wege im Kampf gegen Disziplinverstöße seiner Fans. Als Reaktion auf Vorfälle in jüngster Zeit hat der Club das Heimspiel gegen die SpVgg Unterhaching am Samstag (14 Uhr) in eigener Regie zum Sicherheitsspiel erklärt. Dynamo stockt deshalb die Zahl der Ordner auf und setzt Sprengstoff-Suchhunde an den Eingängen ein. Um die Mehrkosten aufzufangen, wurden die Ticketpreise im Stehplatzbereich einmalig um einen Euro erhöht. Zudem herrscht im neuen Rudolf-Harbig-Stadion ein komplettes Alkoholverbot.

Beim letzten Heimspiel gegen Kickers Offenbach (2:4) war aus dem Stehplatz-Block ein Knallkörper auf das Feld geworfen worden und hatte Dynamos Torwart Axel Keller nur knapp verfehlt. Bei neuerlichen Vorfällen drohen den Sachsen harte Strafen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bis hin zu einem Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Franz Beckenbauer lehnt ein Engagement als Boss des Fußball-Weltverbandes Fifa nach seinem Ausscheiden als Präsident von Bayern München ab. "Dieses Amt habe ich nie angestrebt", sagte er der Schweizer Tageszeitung Walliser Bote. Statt eine eigene Kandidatur zu planen, unterstützt Beckenbauer den amtierenden Fifa-Präsidenten Joseph S. Blatter in dem Bemühen um eine vierte Amtszeit .

Der englische Zweitligist Newcastle United steht nicht mehr zum Verkauf. Eigner Mike Ashley nahm den Absteiger aus der Premier League vom Markt, weil auch das jüngste Kaufangebot nicht die geforderte Mindesthöhe von umgerechnet 88 Millionen Euro erreichte. Ashley will nun weitere 22 Millionen Euro in den Club investieren. Neues Geld soll durch den Verkauf der Namensrechte am St. James Park generiert werden. Zudem erhielt Interims-Manager Chris Hughton einen Vertrag über 18 Monate als Teammanager. Nach 14 Spieltagen steht Newcastle an der Spitze der zweithöchsten Spielklasse. Hughton diente als Übergangslösung nach dem Abgang von Kevin Keegan sowie nach der Erkrankung von Joe Kinnear. Zudem war er Assistent von Vereinsidol Alan Shearer in der Schlussphase der vergangenen Saison gewesen.

Zunehmender Kritik sieht sich Bundesliga-Torschützenkönig Grafite beim VfL Wolfsburg ausgesetzt. "Der Junge ist keine 18 mehr. Er muss den Alltag bewältigen. Wir können ihn hier nicht in ein Papa-Mobil stecken. Als Profi muss er den Druck des Geschäfts einfach aushalten", sagte VfL-Aufsichtsrat Stephan Grühsem der Wolfsburger Allgemeinen Zeitung. Nach seinen bisher meist schwachen Saisonleistungen und der Roten Karte im Champions-League-Spiel gegen Besiktas Istanbul (0:0) war der Brasilianer von Wolfsburgs Trainer Armin Veh zu einem einwöchigen Heimaturlaub geschickt worden. Für das Punktspiel am Samstag gegen den FSV Mainz 05 (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) ist ein Einsatz des 30-Jährigen wohl erneut kein Thema. Erst am Sonntag soll er wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Grühsem fordert, dass sich Grafite dann bedingungslos auf seine Aufgabe beim VfL konzentriert.

Bei aller Kritik forderte der Wolfsburger Aufsichtsratsvize aber auch Geduld mit dem Südamerikaner, der in der vergangenen Saison 28 Bundesliga-Tore für den VfL erzielte. "Wir lassen Grafite nicht im Regen stehen. Zuspruch und Rückendeckung sind jetzt das Wichtigste", sagte Grühsem: "Ich bin sicher, dass er noch im Laufe der Hinrunde zu alter Form findet."

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat Stürmer Macauley Chrisantus vom Zweitligisten Karlsruher SC für vier Spiele gesperrt. Das gab der DFB am Mittwoch bekannt. Chrisantus hatte seinem Gegenspieler Marinko Miletic von Rot-Weiß Oberhausen am vergangenen Sonntag mit dem rechten Ellbogen ins Gesicht geschlagen. Da Schiedsrichter Christian Leicher die Szene nicht gesehen hatte, erhob der Kontrollausschuss nachträglich Anklage und zog die Fernsehbilder zurate. Der KSC stimmte dem Urteil zu.

pma/sid/dpa



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