Kurzpässe Bayern ohne Altintop, zwei Lille-Fans tödlich verunglückt

In der Champions League muss der FC Bayern auf Hamit Altintop verzichten. Der AC Milan kann weiter mit David Beckham planen. Ein Mönchengladbacher Profi und eine Dopingkontrollfirma wehren sich gegen Vorwürfe. In Frankreich kam es zu einem Drama.


Hamburg - Bayern München muss stark ersatzgeschwächt den Einzug ins Viertelfinale der Champions League vollziehen. Der türkische Nationalspieler Hamit Altintop erlitt beim 5:1-Sieg des Deutschen Meisters in der Bundesliga gegen Hannover 96 einen Muskelfaserriss in der Wade. Der Mittelfeldspieler fällt damit am Dienstag im Achtelfinal-Rückspiel gegen Sporting Lissabon (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) aus und wird auch kommenden Samstag im Bundesligaspiel beim VfL Bochum fehlen. "Wir hoffen, dass wir Hamit so schnell wie möglich wieder fit bekommen", sagte Trainer Jürgen Klinsmann. Angeschlagen sind zudem Franck Ribéry (Schienbein-Prellung), Luca Toni (Achillessehne) Tim Borowski (Zerrung) und Daniel van Buyten (Kapselzerrung).

Bayern-Profi Hamit Altintop: Nächste Zwangspause
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Bayern-Profi Hamit Altintop: Nächste Zwangspause

Die Mönchengladbacher Profi Filip Daems hat einen Bericht der "Bild"-Zeitung zurückgewiesen, dass er am 26. Oktober 2008 verspätet zu einer Dopingzielkontrolle erschienen sein soll. "Ich habe bei der Dopingprobe alles richtig gemacht", versicherte der Belgier. "Nach dem Training bin ich kurz behandelt worden und dann zur Kontrolle."

Auch die deutsche Kontrollfirma PWC, die im Jahr rund 14.000 Trainingstests im Auftrag der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) durchführt, wies die Anschuldigungen in dem Bericht zurück. "Dies ist nicht korrekt dargestellt und relativ frei interpretiert. Die Kontrolle und auch das Kontrollberichtsformular waren ohne Beanstandungen", sagte PWC-Geschäftsführer Volker Laakmann der Deutschen Presse-Agentur. Bei dem von "Bild" über dem Bericht gedruckten Faksimile handelt es sich laut Laakmann "nicht um das Dopingkontrollformular. Das ist kein offizielles Dokument. Die 'Bild' hat das wider besseres Wissen verwendet".

Im Feld "Bemerkungen" des Kontrollformulars habe eindeutig ein "Okay" gestanden, dies hätten sowohl der Spieler Daems als auch Kontrolleur und Physiotherapeut mit ihren Unterschriften versichert. "Wir haben nichts zu verbergen und gehen der Sache auf den Grund. Wenn wir doch Mist gebaut haben sollten, dann stehe ich auch dafür gerade", versicherte der 39-jährige Laakmann, der einen "Racheakt" hinter den Beschuldigungen vermutet. "Der Kontrolleur hat mich fünf Tage nach seiner Kündigung, die nichts mit dem Fall Daems zu tun hatte, über Unregelmäßigkeiten bei der Dopingkontrolle informiert. Ich nenne das Nachtreten", sagte der PWC-Geschäftsführer.

Das Tauziehen um David Beckham ist vorerst beendet. Der 33 Jahre alte englische Nationalspieler bleibt bis zum 30. Juni auf Leihbasis beim 17-maligen italienischen Meister AC Mailand. Anschließend wird Beckham in die USA zurückkehren und bei Los Angeles Galaxy die Saison in der Major League Soccer (MLS) zu Ende spielen. Darauf haben sich beide Clubs nach wochenlangem Hin und Her nun geeinigt.

"Ich bin beiden Vereinen sehr dankbar, dass dieser Traum für mich wahr wird", bestätigte Beckham am Sonntag die Vereinbarung: " Ich kann in einer Saison für Milan und Galaxy spielen und meiner Aufgabe in der Major League Soccer nachkommen, den Fußball in den USA weiterzuentwickeln. Das mache ich gerne."

Das französische Meisterschaftsspiel zwischen OSC Lille und Meister Olympique Lyon (2:0) wurde am gestrigen Samstag von einem tragischen Unglück überschattet. Dabei gab es zwei jugendliche Todesopfer und elf zum Teil schwer Verletzte. Eine Gruppe von Lille-Fans hatte eine Eisenbahnbrücke über einen Kanal überqueren wollen, um schneller zu ihren wartenden Bussen zu gelangen, statt den ausgeschilderten Weg zu nehmen. Dort wurde sie von einem leeren Zug erfasst. Bei den Todesopfern handelt es sich um zwei Brüder im Alter von 11 und 17 Jahren.

Lille hatte das Spiel ins knapp 300 Kilometer entfernte Stade de France in St. Denis bei Paris verlegt. Dort verfolgten 78.056 Zuschauer das Spiel. Die Nordfranzosen, die zu Hause nur 15.500 Zuschauer empfangen können, kämpfen im Hinblick auf die EM-Bewerbung 2016 der Franzosen mit dem Stadtrat und der Region um ein neues, größeres Stadion.

mti/sid/dpa



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