Kurzpässe Bayern spart, Gomez muss zahlen

Jedes Jahr ein Superstar? Von ihrem einmal verkündeten Ziel ist der FC Bayern schon abgerückt - und mit ihrem Kader zufrieden: Zur nächsten Saison sind keine teuren Zugänge geplant. Andre Gumprecht bereut seinen Hitler-Auftritt. Ein ehemaliger Bundesliga-Star wechselt in die Ukraine.


Hamburg - Der FC Bayern München plant keine hochkarätigen Verpflichtungen zur neuen Saison. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge sagte der "Sportbild": "Ob Verteidigung, Mittelfeld oder im Angriff - ich sehe in keinem Mannschaftsteil irgendwelche Baustellen. Der Kader ist komplett." Wenn überhaupt, müsse man nur geringfügige Veränderungen vornehmen. Man könne sich bei TV-Erträgen von nur 25 Millionen Euro nicht jedes Jahr einen neuen Superstar kaufen, sagte der 52-Jährige.

Karl-Heinz Rummenigge: Sieht keinen Bedarf für neue Spieler
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Karl-Heinz Rummenigge: Sieht keinen Bedarf für neue Spieler

Auch Bayern-Manager Uli Hoeneß sieht im Moment nur bedingt Bedarf. Bei einem Gespräch mit Jürgen Klinsmann, der ab Juli neuer Trainer in München ist, habe er nicht das Gefühl gehabt, dass dieser große Forderungen habe, was Neuverpflichtungen betreffe. Auch er scheine mit dem Kader im Großen und Ganzen zufrieden zu sein. "Jedes Jahr ein Kraftakt wie in der vergangenen Saison ist nicht möglich", sagte Hoeneß. Vor der laufenden Spielzeit hatten die Münchner etwa 70 Millionen Euro in neue Spieler wie Luca Toni, Franck Ribéry und Miroslav Klose investiert.

Der frühere Zweitliga-Profi Andre Gumprecht hat sich für seine Hitler-Verkleidung auf der Saison-Abschlussfeier seines Teams Central Coast Mariners entschuldigt. "Es war ein großer Fehler und eine dumme Sache. Ich bin am Boden zerstört", sagte der 33-Jährige. Er sei "sehr traurig, dass ich bestimmte Gruppen beleidigt habe. Ich möchte mich bei jedem entschuldigen, der durch meine Aktion verärgert wurde." Er betonte, keinerlei Sympathien für Nazis zu hegen. Sein Auftritt sei lediglich ironisch gemeint gewesen. Der Mittelfeldspieler hatte mit seiner Verkleidung für große Empörung gesorgt.

Nationalspieler Mario Gomez vom Deutschen Meister VfB Stuttgart ist nach seiner verbalen Attacke gegen Maik Franz vom Bundesliga-Konkurrenten Karlsruher SC mit einer milden Strafe davongekommen. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes hat den 22-Jährigen lediglich mit einer Geldbuße in Höhe von 8000 Euro belegt und auf eine Sperre verzichtet. "Ich akzeptiere die Strafe, denn ich habe mich in dem Interview unmittelbar nach Spielende in der Wortwahl vergriffen. Für mich ist die Sache damit abgehakt", erklärte der Stürmer.

Gomez hatte nach dem Derby am Wochenende den Karlsruher Verteidiger scharf kritisiert. In einem Interview sagte er: "Dieses Arschloch! Er ist ein unfairer Sportsmann, wird vom Schiedsrichter geschützt." Daraufhin leitete der Kontrollausschuss die Ermittlungen gegen den 22-Jährigen ein.

Gomez' Club ist indes an der Verpflichtung von Jan Simak interessiert. Die Stuttgarter hatten am Rande der DFB- Pokalblamage gegen den FC Carl Zeiss Jena bei den Verantwortlichen angefragt. "Jetzt ist es offiziell. Der VfB hat Interesse an Jan Simak", sagte Jenas Sportdirektor Carsten Linke. Der 29 Jahre alte Tscheche könnte bei einem Zweitliga-Abstieg seiner Mannschaft für eine Ablösesumme von 500.000 Euro wechseln, ansonsten würde er eine Million Euro kosten.

Simak selbst will eine Entscheidung über eine mögliche Rückkehr in die Bundesliga erst im Sommer fällen. Der Mittelfeldspieler wird auch vom Karlsruher SC umworben. Ein Angebot seines alten Clubs, Hannover 96, lehnte der Tscheche bereits ab. Simak spielte 2000 bis 2002 für Hannover und wechselte anschließend für 6,5 Millionen Euro zu Bayer Leverkusen. Dort konnte er sich allerdings nicht durchsetzen und kehrte zu 96 zurück. Nach privaten Problemen und einem Erschöpfungssyndrom wechselte er danach in seine Heimat zu Sparta Prag, bevor er nach Jena ging.

Der ehemalige Bundesliga-Torschützenkönig Ailton verlässt Duisburg in Richtung Ukraine. Der Brasilianer unterschrieb einen Zweijahresvertrag beim Erstligisten Metallurg Donezk. Die ukrainische Liga befindet sich zur Zeit noch in der Winterpause, das erste Spiel für seinen neuen Verein könnte Ailton am 1. Mai bestreiten. Erst am vergangenen Wochenende hatte der 34-Jährige seinen Vertrag mit dem MSV Duisburg aufgelöst. Dort kam er lediglich auf acht Einsätze (ein Tor).

kna/sid/dpa



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