Kurzpässe Bayern will 13-Jährigen, Manchester holt 9-Jährigen

Dank einer DVD seines Opas geht für einen Nachwuchskicker ein Traum in Erfüllung. Die Bayern sollen Interesse an einem Talent aus Peru haben, die Bremer an einem jungen Tschechen. Premiere-Chef Georg Kofler kritisiert die ARD-Sportschau. Sie sei ein Bremsklotz.


Hamburg - Eine von seinem Großvater eingeschickte DVD hat einem neun Jahre alten Nachwuchsfußballer einen Wechsel zum englischen Meister Manchester United ermöglicht. Rhain Davis, der in England geboren wurde, aber in den vergangenen fünf Jahren in Australien lebte, wurde von den englischen Zeitungen heute bereits als der neue Wayne Rooney gefeiert. ManU bestätigte Davis' Aufnahme in seiner Jugendakademie, spielte die Aufregung um den Kleinen aber herunter. Der Verein würde alljährlich 40 Spieler dieses Alters in den Club aufnehmen. Ungewöhnlich sei lediglich, dass die ManU-Talentsichter erst durch die DVD auf den Jungen aufmerksam geworden seien, sagte ein Sprecher des Clubs: "Jetzt stellen wir uns auf eine Flut weiterer DVDs ein."

Auf seiner Suche nach Talenten ist der FC Bayern München nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" in Peru fündig geworden. Demnach stehen die Münchner kurz vor der Verpflichtung des 13 Jahre alten peruanischen Nachwuchs-Kicker Pier Larrauri Corroy. "Er kommt für ein Jahr", sagte Jugendleiter Werner Kern der Zeitung. Dagegen wollte Manager Uli Hoeneß den Zugang noch nicht bestätigen: "Es ist noch nichts fest." Der in seiner Heimat als Jahrhunderttalent geltende Jungkicker soll nach Angaben der Zeitung voraussichtlich in der U14 des FC Bayern in der C-Junioren-Bezirksoberliga eingesetzt werden. Pier Larrauri Corroy soll demnach in der ersten Hälfte dieses Monats in München eintreffen und von seinem Vater begleitet werden.

Tscheche Fenin (l.): "Er ist uns aufgefallen"
REUTERS

Tscheche Fenin (l.): "Er ist uns aufgefallen"

Werder Bremen ist an einer Verpflichtung des tschechischen Sturmtalents Martin Fenin vom FK Teplice interessiert. "Er ist unseren Scouts bei der U20-WM in Kanada aufgefallen. Wir haben den Spieler in unsere Liste aufgenommen und beobachten ihn weiter", bestätigte Bremens Sportdirektor Klaus Allofs heute. Fenin, der auch bei Hertha BSC Berlin auf dem Wunschzettel stehen soll, erzielte bei der Junioren-Weltmeisterschaft drei Tore und musste sich mit der tschechischen Auswahl erst im Endspiel dem Rekordchampion Argentinien 1:2 geschlagen geben.

Premiere-Chef Georg Kofler hat die ARD-Sportschau kritisiert und sich erneut dafür ausgesprochen, die Bundesliga erst ab 22 Uhr im Free-TV zu zeigen. "Mich stört die Sportschau enorm. Die Sportschau ist ein kommerzielles Produkt. Sie ist ein heftiger Bremsklotz für die Entwicklung des Pay-TV", sagte der Chef des Bezahl-Senders bei der Vorstellung des Bundesliga-Programms für die kommende Saison. "Würden wir die Sportschau wie in England erst ab 22 Uhr haben, hätten wir ein Abo-Plus von 1,5 Millionen und hätten damit den Anschluss an die europäischen Fernsehmärkte geschafft", erklärte Kofler weiter.

Die Privaten hätten die Sportberichterstattung revolutioniert. "Wir haben sie (die Öffentlich-Rechtlichen mit der ARD-Sportschau, d. Red.) von ihrer Arroganz heruntergeholt", sagte er. Premiere hatte zuletzt die exklusiven Senderechte für die Bundesliga von Konkurrent arena nach nur einem Jahr Unterbrechung wieder übernommen, nachdem die Unity-Media-Tochter wegen ausbleibender Abonnenten rote Zahlen geschrieben hatte. Ab der Saison 2009/10 droht nun sogar ein Monopol des Pay-TV-Senders und damit auch der Wegfall der bisher zeitnahen Bundesliga-Bilder im Free-TV durch die Sportschau.

mig/sid/dpa



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