Kurzpässe: Häme für Hitzlsperger, Bremser folgt Hecking

Thomas Hitzlsperger steht bei seinem neuen Arbeitgeber Lazio Rom bereits nach dem ersten Spiel in der Kritik. Die italienische Polizei musste in der Serie A erneut gegen gewalttätige Fans vorgehen. Nürnbergs Coach Dieter Hecking kann nicht ohne seinen alten Co-Trainer.

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Lazio-Zugang Hitzlsperger: Kritik von Trainer und Medien

Hamburg - Der frühere Stuttgarter Thomas Hitzlsperger ist für seine Leistung im ersten Spiel für seinen neuen Club Lazio Rom heftig kritisiert worden. "Die neuen Spieler können uns natürlich helfen. Aber wir hätten eine andere Art Mittelfeldspieler gebraucht, einen wendigen Spieler, der die Spitzen besser einsetzt", sagte sein Trainer Davide Ballardini nach dem 0:1 von Lazio gegen Catania Calcio.

Hitzlsperger spielte von Beginn an, wurde jedoch nach 64 Minuten ausgewechselt. Die "Gazzetta dello Sport" schrieb über den Nationalspieler: "Wie ein Fisch auf dem Trockenen. Vielleicht wäre es besser gewesen, sein Debüt zu verschieben. Das war enttäuschend. Die Hilfe, die man sich von ihm erwartet hatte, ist ausgeblieben." Die Sportzeitung gab dem Deutschen die schlechteste Note aller Lazio-Spieler und titelte: "Bei Lazio ist die Hölle los."

Aufgebrachte Anhänger setzten einige Sitze in Brand, Präsident Claudio Lotito musste das Stadion nach der Partie unter Polizeischutz verlassen. Erstmals seit 21 Jahren steht Lazio Rom auf einem Abstiegsplatz.

Indes nimmt die Gewalt im italienischen Fußball weiter zu. Bei zwei Erstliga-Spielen kam es am Sonntag erneut zu heftigen Ausschreitungen. Vor der Partie von Udinese Calcio gegen den SSC Neapel wurden sieben Personen verletzt, darunter drei Polizisten. Um die Fans beider Mannschaften zu trennen, setzte die Polizei Tränengas ein. Mehrere Polizeiautos wurden beschädigt. Innenminister Roberto Maroni erwägt nun ein komplettes Reiseverbot für Neapel-Fans bis zum Saisonende. Vor der Begegnung zwischen dem AC Florenz und AS Rom gingen rund 200 Fiorentina-Ultras mit Flaschen und Gegenständen auf die Roma-Fans los.

Drei Jahre nach dem Tod eines italienischen Polizisten bei Krawallen am Rande des Serie-A-Derbys zwischen Catania Calcio und US Palermo hat die Staatsanwaltschaft für einen 20-jährigen Fußball-Fan 15 Jahre Haft gefordert. Der Angeklagte soll mit anderen Ultras ein aus der Wand gerissenes Waschbecken von den Tribünen geworfen haben. Dabei wurde der Polizist Filippo Raciti getroffen, der später an schweren inneren Verletzungen starb. Bei den Ausschreitungen waren insgesamt 41 Personen festgenommen worden, darunter 15 Minderjährige.

Dehnung im Sprunggelenk von Boateng

Die Knöchelverletzung von Abwehrspieler Jerome Boateng vom Hamburger SV ist nicht so schwer wie befürchtet. Der Innenverteidiger zog sich bei einem Trainingszweikampf eine Dehnung im Sprunggelenk zu. Das ergab eine Kernspintomographie. Der 21-Jährige kann möglicherweise schon am Samstag im Bundesligaspiel beim VfB Stuttgart wieder mitwirken.

Nach Marcelo Bordons nicht anerkanntem Tor im Bundesliga-Spiel des FC Schalke 04 beim SC Freiburg werden die Rufe nach einem Computerchip im Ball wieder lauter. "Die Schiedsrichter würden den Chip im Ball gerne sehen, sofern das System zu hundert Produzent funktioniert", sagte DFB-Schiedsrichter-Lehrwart Eugen Strigel. Zuvor hatte Referee Jochen Drees, der Bordons Kopfball am Samstag nicht hinter der Torlinie gesehen hatte, im "Kicker" für das technische Hilfsmittel plädiert: "Ich wäre sofort dafür."

Bremser folgt Hecking nach Nürnberg

Bundesligist 1. FC Nürnberg hat Dirk Bremser als neuen Co-Trainer verpflichtet. Der 44-Jährige war bereits bei Hannover 96, Alemannia Aachen und beim VfB Lübeck Assistent von Dieter Hecking, der seit Dezember die Verantwortung beim Club trägt. Bremser erhält einen Kontrakt bis zum Saisonende, nachdem er sich mit Hannover auf eine Vertragsauflösung geeinigt hatte. Weiterhin gehört auch Armin Reutershahn dem Trainerstab der Nürnberger an.

Fortuna Düsseldorf muss in den nächsten Wochen auf Stürmer Ranisav Jovanovic verzichten. Der 29-Jährige erlitt in der Zweitligapartie gegen den MSV Duisburg einen Muskelfaserriss im linken Oberschenkel. Jovanovic erzielte in dieser Saison bereits sieben Tore.

Drittligist Kickers Offenbach hat auf die sportliche Talfahrt der vergangenen Wochen reagiert und sich von Trainer Steffen Menze getrennt. Der 41-Jährige hatte erst Anfang Oktober den zum Zweitligisten FSV Frankfurt abgewanderten Hans-Jürgen Boysen ersetzt. Aufstiegsaspirant Offenbach liegt derzeit auf dem vierten Tabellenplatz.

ceb/klu/sid/dpa

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