Kurzpässe Hoeneß erbost über "Ölmafia" und Abramowitsch, Schalke sauer

"Es stinkt mir gewaltig": Bayern-Manager Uli Hoeneß ärgert sich über das Preisdiktat von Ölmagnaten wie Chelsea-Boss Roman Abramowitsch, Schalke darüber, dass Brasilien Rafinha bei Olympia eingesetzt hat. Bremen sieht die Angelegenheit gelassener.


Hamburg - Uli Hoeneß, Manager des FC Bayern München, hat in einem Interview mit dem Internetportal "SPOX" seinem Ärger über die Einkaufspolitik der internationalen Konkurrenz Luft gemacht: "Es stinkt mir gewaltig, dass mir diese Ölmafia das Geld aus der Tasche zieht, um es in Fußballspieler zu stecken. Das gilt auch für Herrn Abramowitsch. Diese Mafia beherrscht die ganze Welt und manipuliert den Ölpreis. Wir müssen Vereine wie Chelsea eben sportlich besiegen. Das wäre eine Genugtuung", machte der Manager seinem Ärger Luft.

Bayern-Manager Hoeneß: Ärger über das Geschäftsgebaren der Konkurrenz
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Bayern-Manager Hoeneß: Ärger über das Geschäftsgebaren der Konkurrenz

Die Forderungen nach einer weiteren Verstärkung im Sturm hält Hoeneß für überflüssig: "Wir haben schon mit drei Stürmern genug zu tun. Alle, die einen vierten Stürmer verlangen, erinnere ich an das Theater in der letzten Saison um Lukas Podolski. Er hat am Anfang nicht so oft gespielt und bestimmte trotzdem die Schlagzeilen."

Gleichzeitig fand der 56-Jährige deutliche Worte für die wenigen Neuzugänge: "Durchhänger darf sich niemand erlauben. Wir verlangen auch von einem Tim Borowski, dass er von Beginn an Gas gibt. Wer beim FC Bayern einen Vertrag unterschreibt, muss sich klar sein, dass er nicht vier Wochen lang den größten Mist spielen kann und weiterhin zur ersten Elf zählt."

Dass Brasilien mit den Bundesliga-Profis Rafinha und Diego ins olympische Fußball-Turnier gestartet ist, hat bei Rafinhas Club Schalke 04 für Verärgerung gesorgt: "Damit schaffen die Brasilianer eine neue Situation, die wir als sehr gravierend einschätzen. Wir werden nun unser weiteres Vorgehen abstimmen", sagte Pressesprecher Gerd Voss von Schalke 04. Eine Reaktion des brasilianischen Verbandes CBF auf die Forderungen von Schalke hat es nach Angaben beider Clubs bis zum Anstoß des Spiels der Selecao gegen Belgien nicht gegeben.

Werder Bremens Verteidiger Dusko Tosic, der bei Serbien im ersten Spiel gegen Australien auf der Bank saß, liebäugelt offenbar mit einer Rückkehr zu seinem Verein. "Ich habe gehört, dass Dusko nach Bremen zurückkehren möchte. Im Fall, dass er bleibt, sieht er seine Chancen, bei uns in die Mannschaft zu kommen, offenbar geringer", sagte Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs. Tosic hatte wie Diego vom deutschen Vizemeister die Erlaubnis bekommen, das Turnier zu bestreiten.

Die Bremer sind optimistisch, dass die von ihnen gestellten Bedingungen für den Einsatz von Diego im brasilianischen Team erfüllt werden, obwohl vonseiten des nationalen Verbandes noch keine Reaktion erfolgt ist. "Die Fifa hat versichert, dafür einzustehen, dass unsere Bedingungen erfüllt werden", erklärte Allofs. Diego stand am Donnerstag in der brasilianischen Olympia-Auswahl, die ihre erste Begegnung gegen Belgien mit 1:0 gewann. Am Mittwoch hatte der Internationale Sportgerichtshof Cas in Peking verkündet, dass für die U23-Spieler keine Abstellungspflicht seitens der Clubs bestehe.

Zweitligist 1. FC Kaiserslautern ist bei der Suche nach einer Verstärkung für den Angriff fündig geworden. Der 24-jährige Srdjan Lakic, zuletzt vom Bundesligisten Hertha BSC Berlin an den niederländischen Ehrendivisionär Heracles Almelo ausgeliehen, hat bei den Pfälzern einen Vertrag bis 2011 unterzeichnet. Der kroatische Mittelstürmer bestritt in der vergangenen Saison 28 Spiele für Almelo und erzielte dabei sieben Tore. Laut FCK-Vorstandschef Stefan Kuntz sind die Personalplanungen des viermaligen deutschen Meisters damit aber noch nicht abgeschlossen. "Wir sind weiter auf der Suche, um uns eventuell im Sturm und in der Kreativabteilung noch zu verstärken."

ruf/sid/dpa



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