Kurzpässe Jansen schwer verletzt, Hannovers Chef will Investoren in der Liga

Nationalspieler Marcell Jansen hat sich am Sprunggelenk verletzt. Martin Kind will potenten Geldgebern eine Investition in die Bundesliga reizvoller machen. Celta Vigo hat 84 Millionen Euro Schulden. Bergamo will Hooligans verbannen und Kinder ins Stadion einladen.


Hamburg - Nationalspieler Marcell Jansen vom FC Bayern München hat sich bei einem Trainingsunfall schwer am Sprunggelenk des rechten Fußes verletzt. Bei der Abwehr eines Balles war der 22-Jährige bei einer Übungseinheit der Nationalmannschaft heute in Barsinghausen ohne Einwirkung eines Gegenspielers umgeknickt. Jansen wurde von der medizinischen Abteilung des DFB sofort behandelt und dann abtransportiert. Eine Diagnose der Verletzung steht noch aus.

Münchner Jansen: Ohne Fremdverschulden umgeknickt
AP

Münchner Jansen: Ohne Fremdverschulden umgeknickt

An den beiden EM-Qualifikationsspiele kommenden Samstag in Hannover (20.15 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) gegen Zypern und vier Tage später in Frankfurt gegen Wales (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) wird Jansen nicht teilnehmen können. Damit ist er nach Michael Ballack, Torsten Frings, Bernd Schneider, Kevin Kuranyi, David Odonkor, Christian Pander, Jermaine Jones und Bastian Schweinsteiger Ausfall Nummer neun.

Der Vorstandsvorsitzende von Hannnover 96, Martin Kind, hat sich erneut für den Einstieg von Großinvestoren bei den Clubs der Bundesliga ausgesprochen. Notfalls will er die Deutsche Fußball Liga (DFL) sogar mit gerichtlichen Mitteln zur Aufgabe ihrer bisherigen Statuten drängen. Noch vor Weihnachten möchte der Hörgeräte-Unternehmer das Gespräch mit DFL-Präsident Reinhard Rauball suchen und bis Saisonende zu einer Einigung kommen."Wenn wir bis dahin keinen Konsens finden, werden wir das von einem Gericht prüfen lassen", sagte Kind der "Neuen Presse Hannover" und scheut offenbar auch den Gang nach Brüssel nicht: "Vor einem EU-Gericht bekommt man garantiert Recht, das wird sich immer für den freien Kapitalverkehr entscheiden."

Bisher gilt in der DFL die 50+1-Regel, nach der ein Club bei einem Einstieg eines Investors die Anteilsmehrheit und die Entscheidungshoheit über die Vereinsgeschicke behalten muss. Kind hält dieses Modell für zu unattraktiv für potenzielle Geldgeber. "Kapitalgeber werden nur einsteigen, wenn sie Einfluss nehmen können", sagte der 63-Jährige. "Entweder wir stagnieren oder wir nehmen die Herausforderungen der Zukunft an. Clubs, in denen professionell Fußball gespielt wird, sind Witschaftsunternehmen", ergänzte Kind in der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung".

Die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika wird voraussichtlich von Stromausfällen betroffen sein. Der nationale Energiekonzern Eskom erklärte heute, dass seine bereits stark strapazierten Sicherheitsmargen über die kommenden fünf bis sieben Jahre trotz steigenden Bedarfs weiter sinken würden. Um einen totalen Blackout zu vermeiden, müsste die bereits landesweit praktizierte gezielte zeitweise Abschaltung ganzer Städte oder Stadtteile von der Stromversorgung beibehalten werden. Südafrika hat nach langer Vernachlässigung seiner veralteten Infrastruktur ein Investitionsprogramm von 15 Milliarden Euro für die kommenden Jahre aufgelegt, um neue Kraftwerke zu bauen und bestehende zu modernisieren. Angesichts der unsicheren Energielage im Lande werden alle WM-Stadien gemäß einer Auflage des Weltfußballverbands über eine eigene Stromversorgung verfügen.

Dem spanischen Club Celta Vigo droht offenbar der finanzielle Kollaps. Wie Präsident Carlos Mourinho gestern bekanntgab, drückt den im Sommer in die zweite Liga abgestiegenen Club eine Schuldenlast von 84 Millionen Euro. Ohne es explizit auszusprechen, ließ der Club-Chef auch durchblicken, dass es damit um das finanzielle Überleben des Vereins geht. "Wir können uns nicht selbst belügen. Diese Situation ist hammerhart", sagte Mourinho: "Die Bücher belegen ganz klar, in welcher Lage wir uns befinden." Von 1991 bis 2005 spielten die Galizier ununterbrochen in der Primera División, in der Saison 2003/04 sogar in der Champions League.

Atalanta Bergamo will die Hooligans aus seiner Fan-Kurve verbannen und dafür Kinder ins Stadion einladen. "Ich werde den Minderjährigen die Eintrittskarten schenken und will nur noch Kinder in der Fan-Kurve", kündigte Club-Präsident Ivan Ruggeri an. Für diesen revolutionären Vorschlag erhielt Atalanta, das in der Serie A Platz sechs belegt, große Zustimmung vom italienischen Fußballverband und der Liga.

fsc/sid/dpa



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