Kurzpässe: Juve für rassistische Sprechchöre bestraft

Ein Spiel ohne Zuschauer: Juventus Turin muss eine Partie vor einer Geisterkulisse austragen, weil Fans mit rassistischen Sprechchören Inter Mailands Mario Balotelli beleidigten. Borussia Dortmund hat Nelson Valdez bis 2012 verpflichtet, Bayer Leverkusen plagen Verletzungssorgen.

Hamburg - Die rassistischen Sprechchöre gegen den farbigen Inter-Profi Mario Balotelli im Spitzenspiel zwischen Juventus Turin und Inter Mailand haben ein Nachspiel. Nach dem 1:1 gegen Mailand muss der italienische Rekordmeister ein Spiel ohne Zuschauer austragen. Die italienische Liga teilte am Montag mit, die Rufe seien bedauerlich gewesen und während des Spiels oft vorgekommen.

Mario Balotelli: Verhöhnt wegen seiner Hautfarbe
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Mario Balotelli: Verhöhnt wegen seiner Hautfarbe

Am Wochenende entschuldigten sich Turiner Club-Vertreter für die rassistischen Sprechchöre: "Im Namen des Vereins und der großen Mehrheit unserer Fans verurteile ich die rassistischen Sprechchöre gegen Balotelli scharf", sagte Juventus' Club-Präsident Giovanni Cobolli Gigli.

Massimo Moratti äußerte sich empört über die Vorfälle: "Das waren schreckliche Gesänge. Wenn ich dort gewesen wäre, hätte ich unsere Mannschaft vom Platz geholt", sagte Inters Clubchef. Zugleich warnte er davor, Rassismus in den italienischen Stadien zu verharmlosen. Derartige Sprechchöre würden immer mehr als Normalität hingenommen.

Der 18-jährige Italiener mit ghanaischen Wurzeln wurde in Stadien Italiens nicht zum ersten Mal wegen seiner Hautfarbe verhöhnt. Als Kind wuchs er bei einer italienischen Familie auf. Der Stürmer besitzt die italienische Staatsbürgerschaft. "Ich bin mehr Italiener als diese Fans", hatte Balotelli nach dem Spiel in Turin gesagt.

Borussia Dortmund hat den bis 2010 laufenden Vertrag mit Nelson Valdez vorzeitig um zwei Jahre bis zum 30. Juni 2012 verlängert. Der 25-Jährige erzielte in der laufenden Saison sechs Tore und sechs Vorlagen. Am vergangenen Samstag besiegelte Valdez mit seinem Traumtor aus 25 Metern den 2:0-Sieg im Revierderby beim VfL Bochum.

Der Pay-TV-Sender Premiere wird offenbar bereits am Dienstag der Deutschen Fußball Liga (DFL) eine Bankbürgschaft über 225 Millionen Euro zustellen. Diese soll angeblich von der Royal Bank of Scotland gewährt werden. Damit dürften die Gelder aus dem neuen TV-Vermarktungsvertrag für die Saison 2009/2010 in Höhe von insgesamt 386 Millionen Euro mit den öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF sowie mit Premiere gesichert sein. Dies berichtet der "Kicker".

Premiere-Sprecher Torsten Fricke und die DFL wollten die Meldung auf Anfrage nicht kommentieren. Zuletzt hatte es aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Situation bei Premiere Befürchtungen auch auf der Ebene der Profi-Clubs gegeben, der langjährige Partner im Pay-TV könne seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen.

Premiere ist mit einer Zahlung von derzeit etwas mehr als 200 Millionen Euro der größte Geldgeber der 36 deutschen Profi-Clubs. Für einen neuen Vierjahresvertrag (2009 bis 2013) wird der Bezahlsender gestaffelt von 225 Millionen Euro bis 275 Millionen Euro pro Spielzeit für die Rechte an der 1. und 2. Bundesliga zahlen. Darüber hinaus besitzt Premiere auch laufende Verträge für den DFB-Pokal und die Champions League.

Bayer Leverkusen bangt vor dem DFB-Pokal-Halbfinale gegen den FSV Mainz 05 am Dienstag (20. 30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) um den Einsatz von Nationaltorhüter René Adler und Mittelfeldspieler Renato Augusto. Adler klagt nach einem Zusammenprall mit Grafite im Spiel beim VfL Wolfsburg (1:2) über eine Schulterverletzung, Renato Augusto laboriert an Knieproblemen. Angeschlagen sind auch noch die beiden Verteidiger Michal Kadlec (Bluterguss) und Henrique (Knieprobleme). Ihr Einsatz ist aber wohl nicht gefährdet. Mittelfeldspieler Tranquillo Barnetta ist nach überstandener Adduktorenverletzung wieder fit.

Die Deutsche Bahn bleibt wie erwartet Hauptsponsor bei Hertha BSC, der neue Vertrag läuft allerdings nur zwei Jahre. Der scheidende Bahn-Chef Hartmut Mehdorn begründete die Laufzeit bei der Präsentation der neuen Vereinbarung am Montag auf dem Berliner Hauptbahnhof mit dem "Planungs-Rhythmus" des Unternehmens, das seit drei Jahren bei Hertha auf der Trikot-Brust ist. Der neue Kontrakt, der dem Hauptstadt-Club pro Saison als Basiswert geschätzte 5,5 Millionen Euro bringen soll, enthält mehr leistungsbezogene Elemente.

fpf/ulz/sid/dpa

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