Kurzpässe: Toni fit, van der Vaart ratlos, Copado chancenlos

Der FC Bayern kann voll angreifen: Luca Toni wird ab sofort den Titelkampf des Meisters als zweiter Stürmer wieder unterstützen. Rafael van der Vaart weiß noch nicht, wo er kommende Saison spielen wird. Francisco Copado hat erst einmal keine Wahl mehr.

Hamburg - Bayern-Stürmer Luca Toni hat sich rechtzeitig vor dem Bundesliga-Spitzenspiel am Samstag (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) beim VfL Wolfsburg wieder fit gemeldet. Der Torjäger nahm am Montag nach wochenlanger Pause wegen einer Achillessehnenverletzung erstmals wieder am Mannschaftstraining des deutschen Meisters teil und steht damit auch in der kommenden Woche im Champions-League-Viertelfinale in Barcelona (8. April) zur Verfügung.

Bayern-Stürmer Luca Toni: Wolfsburg kann kommen
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Bayern-Stürmer Luca Toni: Wolfsburg kann kommen

Er fühle sich gut und stehe für das Wolfsburg-Spiel zur Verfügung, sagte Toni. Trainer Jürgen Klinsmann berichtete nach der Einheit von einem "sehr, sehr positiven" Eindruck: "Man sieht gleich, dass er in Bologna sehr gut gearbeitet hat und dass ihm diese Woche gut getan hat. Er hat keine Schmerzen mehr. Das ist ein wegweisendes Spiel im Kampf um den Meistertitel. Da wollen wir ihn auf jeden Fall dabei haben."

Der niederländische Nationalspieler Rafael van der Vaart vom spanischen Meister Real Madrid hat über seine Zukunft noch nicht entschieden. "Ich habe gehört, dass es Gerüchte gibt, die besagen, dass ich zum FC Chelsea wechseln werde. Aber das habe ich nie gesagt. Ich habe mich noch nicht entschieden", teilte der frühere Starspieler des Hamburger SV auf seiner Internetseite mit. Im Sommer werde ein neuer Präsident gewählt und vielleicht komme ein neuer Trainer. Also werde er abwarten, so der 26-Jährige, der bei Real einen Vertrag bis 2013 besitzt.

Der Niederländer ist mit seiner derzeitigen Rolle bei den Königlichen allerdings nicht zufrieden. Nach dem erfolgreichen Beginn in Madrid unter Trainer Bernd Schuster kam mit dessen Nachfolger die Wende. Unter Juande Ramos stand van der Vaart noch nie in der Startelf. Nach übereinstimmenden Medienberichten aus England, Spanien und den Niederlanden soll der FC Chelsea Interesse an dem Mittelfeldspieler haben.

Im Winter noch Bundesliga-Herbstmeister, im Frühling von einem Drittligisten ausgebootet: Francisco Copado hat bei der SpVgg Unterhaching nach nur rund drei Monaten bereits keine Zukunft mehr. "Den Spieler Copado wird es in meiner Mannschaft nicht mehr geben", sagte Trainer Ralph Hasenhüttl. Alles Weitere werde das Präsidium kundtun. Dieses trat am Montagnachmittag zusammen.

Bereits am Samstag hatte der Stürmer, der im Winter von 1899 Hoffenheim zurückgekehrt war, beim 4:0-Erfolg der Hachinger gegen Rot-Weiß Erfurt überraschenderweise 90 Minuten auf der Ersatzbank gesessen. Dafür hatte der Deutsch-Spanier kein Verständnis und reagierte mit öffentlicher Kritik an Hasenhüttl. "Diese Haltung ist für mich und das Präsidium nicht akzeptabel", sagte darauf Präsident Engelbert Kupka der Münchner "AZ". Copado, dessen Vertrag bis zum Saisonende läuft, gilt als Wiederholungstäter. Er musste Anfang des Jahres bereits eine Geldstrafe in Höhe von 500 Euro bezahlen, da er seine Mitspieler öffentlich kritisiert hatte ('Die spielen wie Mädchen"). Zudem gab es zuletzt Differenzen mit den Fans.

Für das kommende Auswärtsspiel bei Kickers Emden am Dienstag soll er sich krank gemeldet haben. Indirekt hatte Copado, der im Verein beste Kontakte hat, Hasenhüttl sogar gedroht: 'Ich bin das schwarze Schaf für den Trainer. Ich werde mit den entsprechenden Leuten Gespräche führen, und ich weiß, wer wichtig ist für den Verein." Copado ist der Schwiegersohn des Hachinger Mäzens und Schatzmeisters Anton Schrobenhauser.

Der Weltverband Fifa hat nach den Vorfällen rund um das WM-Qualifikationsspiel zwischen Nordirland und Polen (3:2) Untersuchungen aufgenommen. "Die Fifa wird die Berichte des Schiedsrichters und der Offiziellen studieren. Danach wird entschieden, ob ein Disziplinarverfahren eröffnet wird", teilte die Fifa auf Anfrage der französischen Nachrichtenagentur AFP mit.

Während der Begegnung in Belfast war es zu Ausschreitungen gekommen, ein Schiedsrichter-Assistent wurde von einem Gegenstand am Kopf getroffen. Der Wurf kam aus dem nordirischen Zuschauerbereich. Die Begegnung musste für einige Minuten unterbrochen werden. Einige polnische Hooligans hatten zudem versucht, im Windsor Park die Zäune zu überwinden, um auf das Spielfeld zu stürmen. Sie konnten jedoch von Ordnungskräften zurückgedrängt werden.

Zuvor war es zu Krawallen im Stadtzentrum gekommen, bei denen elf Polizeibeamte verletzt worden waren. Die Hooligans bewarfen sich mit Steinen und schossen Feuerwerkskörper ab, neun Personen wurden festgenommen.

fpf/sid/dpa

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