Kurzpässe: Trikotsponsor für Barcelona, Nachbarschaftshilfe für Katar

Geld statt Werte: Der hoch verschuldete FC Barcelona hat seine Trikotbrust verkauft. Außerdem: Die Fifa kann sich bei der WM 2022 auch Spiele außerhalb Katars vorstellen, die französische Sportzeitung "L'Équipe" hat Joachim Löw zum "Manager des Jahres" gekürt.

Barcelonas Messi (r.) im Unicef-Trikot: Künftig Kohle aus Katar Zur Großansicht
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Barcelonas Messi (r.) im Unicef-Trikot: Künftig Kohle aus Katar

Hamburg - Zum ersten Mal in seiner 111-jährigen Vereinsgeschichte hat der FC Barcelona den Werbeplatz auf seinem Trikot verkauft. Wie der spanische Traditionsclub auf seiner Internetseite mitteilte, wird die Qatar Foundation mit Beginn der kommenden Spielzeit auf der Brust der Spieler werben. Der Vertrag, der bis 2016 läuft, soll dem hoch verschuldeten Tabellenführer der spanischen Liga 30 Millionen Euro pro Saison einbringen. Bis 2006 verzichteten die Spanier stets auf einen Trikotsponsor und waren damit in der kommerzialisierten Fußball-Welt eine Ausnahme. Seitdem läuft Barcelona mit dem Logo der Unicef auf, erhält dafür allerdings kein Geld, sondern zahlte jährlich rund 1,5 Millionen Euro an das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen.

Bundestrainer Joachim Löw ist von der französischen Sportzeitung "L'Équipe" zum "Manager des Jahres" gewählt worden. "Ich nehme den Preis stellvertretend für die Mannschaft, den gesamten Stab der Trainer und Betreuer und die Fans entgegen. Das ist eine Auszeichnung des gesamten Teams", wird Löw in einer Mitteilung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zitiert. Handballtrainer Claude Onesta, in diesem Jahr mit der französischen Nationalmannschaft Europameister, wurde auf Platz zwei gewählt. Den dritten Rang belegte Real Madrids Coach José Mourinho.

Nach der vielkritisierten WM-Vergabesorgt die Fifa erneut für Aufsehen. Der Fußball-Weltverband erwägt, Spiele des Turniers 2022 außerhalb des Gastgeberlandes Katar auszutragen. So wie der gescheiterte WM-Kandidat AustralienSpiele in Neuseeland geplant hatte, könne auch Katar "nahegelegene Länder" einbeziehen, sagte Fifa-Präsident Joseph Blatter "L'Équipe". Zudem verteidigte der Schweizer erneut die umstrittene Entscheidung für Katar. Würde es der Fifa nur ums Geld gehen, so Blatter, "hätte die WM an die USA vergeben werden müssen".

Bundesligist Werder Bremen muss im Spiel bei Tabellenführer Borussia Dortmund am Samstag (18. 30 Uhr. Liveticker SPIEGEL ONLINE) auf Marko Arnautovic verzichten. Der Österreicher klagte nach dem Training am Freitag über Schmerzen im Adduktorenbereich. Die Verletzung hatte er sich bei einem Torschuss im Trainingsspiel zugezogen. Die Bremer müssen schon ohne den gesperrten Hugo Almeida auskommen. Zudem ist der Einsatz von Innenverteidiger Sebastian Prödl (Magen-Darm-Infekt) fraglich.

Die im Europapokal erprobten Torrichter sollen auch bei der EM 2012 zum Einsatz kommen. Das hat das Exekutivkomitee der Europäischen Fußballunion (Uefa) am Freitag beschlossen. Man wolle das in der Europa League und der Champions League "erfolgreiche Experiment" ausweiten, hieß es in einer Uefa-Mitteilung. Das Modell mit zwei zusätzlichen Schiedsrichtern hinter der Torauslinie war in der vergangenen Saison erstmals in der Europa League getestet worden; seit Mitte dieses Jahres werden die Torrichter auch in der Champions League und in der EM-Qualifikation eingesetzt. Die Fifa hatte bei der WM in Südafrika auf Torrichter verzichtet.

Bayern Münchens Ersatztorhüter Thomas Kraft hat im Falle einer Verpflichtung von Nationalkeeper Manuel Neuer (Schalke 04) zur kommenden Saison mit Abschied gedroht. "Wenn Neuer kommt, dann gehe ich. Es macht ja dann keinen Sinn", sagte der 22-Jährige der Münchner "tz". Mit der Rolle als Reservist werde er sich nicht zufrieden geben, so Kraft. Sein Verein muss unterdessen im Bundesliga-Spiel gegen den FC St. Pauli am Samstag (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) auf den grippekranken Stürmer Mario Gomez verzichten. Dafür kehrt Angreifer Miroslav Klose nach überstandenem Muskelfaserriss in den Kader zurück.

Verteidiger Matías Concha vom VfL Bochum hat ein Treffen mit Macchambes Younga-Mouhani vorerst abgelehnt. Der 36-Jährige hatte Concha am vergangenen Montag in der Zweitliga-Partie bei Union Berlin gefoult und ihm dabei Schien- und Wadenbein gebrochen. "Die Bilder und die Schmerzen sind noch zu präsent, um jetzt ein Treffen mit ihm abzuhalten", sagte Concha der "B.Z."

In der Dritten Liga haben die Witterungsverhältnisse erneut zu mehreren Spielabsagen geführt. So fallen am Samstag die Partien SV Babelsberg 03 gegen SV Wehen Wiesbaden, Werder Bremen II gegen Rot Weiss Ahlen, Kickers Offenbach gegen SV Sandhausen, Wacker Burghausen gegen FC Bayern II und VfB Stuttgart II gegen 1. FC Heidenheim aus. Auch die für Sonntag angesetzten DFB-Pokalviertelfinalspiele der Frauen (Turbine Potsdam gegen SG Essen-Schönebeck, Bayern München gegen FCR 2001 Duisburg) wurden abgesagt.

mxr/fah/dpa/sid

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