Lärmende Tröten: Südafrikas WM-Chef erwägt Vuvuzela-Verbot

Die Kritik am Vuvuzela-Lärm beschäftigt nun auch die Turnierorganisation. Dany Jordaan, der Chef des Organisationskomitees, erwägt, die Vuvuzelas im Stadioninnenraum zu verbieten. Denn inzwischen beklagen sich auch die Großfinanziers der WM, TV-Sender wie ARD und ZDF, über die Störgeräusche.

Fan mit Vuvuzela: Tröte beschäftigt die Turnierorganisation Zur Großansicht
AFP

Fan mit Vuvuzela: Tröte beschäftigt die Turnierorganisation

Hamburg - Auf die Frage, ob die lauten Tröten aus den Stadien verbannt werden könnten, sagte der Chef des WM-Organisationskomitees, Danny Jordaan, dem TV-Sender BBC: "Wenn es dafür Gründe gibt, ja."

Und die gibt es offenbar. So hatte der Kapitän der französischen Nationalmannschaft Patrice Evra sich über die lautstarken Blasinstrumente beschwert und sie als Ursache für den schwachen Auftritt seiner Mannschaft im Vorrundenspiel gegen Uruguay (0:0) ausgemacht: "Wir können uns auf dem Platz nicht verständigen."

Ähnlich hatte sich bereits Lionel Messi geäußert: "Es ist unmöglich, sich mitzuteilen, wenn man wie taub ist", sagte der argentinische Star nach dem 1:0-Auftaktsieg seines Teams gegen Nigeria. Kapitän Javier Mascherano erklärte: "Fußball ist auch Kommunikation. Und bei diesem Krach der Vuvuzela ist es schwer, mit deinem Mitspieler zu sprechen."

Nun gibt es erste Anzeichen, dass die Fifa reagieren könnte: "Wir haben immer gesagt, wenn eine davon auf dem Platz landet, werden wir handeln." Jordaan erklärte, weil der Lärm einige Leute irritiert habe, "sie alles dafür getan hätten, die Auswirkungen zu minimieren".

Die Organisatoren hatten im Vorfeld bereits einige Anweisungen gegeben. So sollen während der Nationalhymnen oder Stadiondurchsagen keine Vuvuzelas ertönen.

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Vuvuzelas: Eine Tröte spaltet die Welt
Jordaan erklärte, kein Fan der Vuvuzelas zu sein. "Ich bevorzuge das Singen. Das schafft eine schöne Atmosphäre im Stadion und ich würde den Leuten ebenfalls empfehlen zu singen. Auch in den Tagen der Unruhen haben wir gesungen, unserer Geschichte ist geprägt von Gesängen."

Doch es dürften nicht nur genervte Fans und Spieler sein, die die Turnierorganisatoren zum Nachdenken bewegen. Ihre größten Finanziers, die TV-Anstalten, sind ebenfalls wenig begeistert von den lautstarken Blasinstrumenten.

So erhielten ARD und ZDF etliche erboste Mails und Anrufe von Zuschauern. Doch die Sendeanstalten haben keinen Einfluss auf die Signale der Außenmikrofone, über die das Geräusch eingefangen wird. Die Tonspur wird wie die Bilder von der Fernsehproduktionsfirma HBS im Auftrag der Fifa produziert. Die Tochtergesellschaft der Schweizer Sportrechte-Agentur Infront steht deshalb nun im Fokus der Kritik.

"Die müssen sich da was einfallen lassen", sagt ein ARD-Mitarbeiter SPIEGEL ONLINE. "Das Problem mit den Vuvuzelas ist seit dem Confed-Cup 2009 in Südafrika bekannt. Das sind Unzulänglichkeiten, an denen gearbeitet werden muss." ZDF-Teamchef Dieter Gruschwitz kündigt an, bei den täglichen Briefings mit HBS über das Problem zu reden: "Alle Sendeanstalten sind unzufrieden, deshalb werden wir unsere Position klar machen." HBS teilte SPIEGEL ONLINE mit, bisher habe weder eine deutsche noch eine ausländische Sendeanstalt die Produktionsfirma direkt auf das Vuvuzela-Problem angesprochen.

jar/hbm/dpa/sid

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Forum - Vuvuzelas - nerviges Getröte oder Stimmungsmacher?
insgesamt 3015 Beiträge
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1. Nervig
dreamtimer 12.06.2010
Zitat von sysopVuvuzelas gelten als typisches Fan-Utensil in Südafrika, auch bei den WM-Spielen ist die Tröte ständig zu hören. Wie empfinden Sie die Vuvuzelas - nervig oder stimmungsmachend?
Nervig. Sie haben freilich den wohltuenden Effekt daran zu erinnern, wie nervig Popkultur doch sein kann. Vielleicht gibt es ja einiger Mitläufer, die den Party-Patriotismus der vergangenen Jahre mitgemacht haben, die nun den Fernseher aus lassen.
2.
Umberto, 12.06.2010
Zitat von sysopVuvuzelas gelten als typisches Fan-Utensil in Südafrika, auch bei den WM-Spielen ist die Tröte ständig zu hören. Wie empfinden Sie die Vuvuzelas - nervig oder stimmungsmachend?
Bei der angebotenen Auswahl an Möglichkeiten bleibt für mich nur nervig. Die Zahl der Spiele, die ich mir anschauen werde, dürfte deshalb ziemlich überschaubar sein.
3.
wolbek 12.06.2010
"If you can't say anything nice - don't say anything at all!" Vielleicht sollten sie sich diesen Spruch mal seber zu Herzen nehmen, denn sie machen genau das, was sie dem Schreiber unterschieben wollen. Tendenziöses unzusammenhängendes Geschreibsel von jemandem der sich auf der richtigen Seite wähnt.
4.
Umberto, 12.06.2010
Sie haben offensichtlich andere Spiele gesehen, als Mexiko - Südafrika und Frankreich - Uruguay. In keinem der beiden war guter und spannender Fußball zu sehen.
5. moin mcmurdo
mcmurdo, 12.06.2010
Zitat von sysopVuvuzelas gelten als typisches Fan-Utensil in Südafrika, auch bei den WM-Spielen ist die Tröte ständig zu hören. Wie empfinden Sie die Vuvuzelas - nervig oder stimmungsmachend?
War gestern noch in einem Konzert. Das Orchester intonierte die "Kleine Nachtmusik" auf Vuvuzelas labia aber auch rektal geblasen. Ein wunderbares Instrument, dass auch der allergrösste nonmusikalische Trottel sogar mit 3 Promille noch an die Mundöffnung bringt... Danke Mutter Afrika für dieses famose Geschenk an den Rest des Universums! Apropos, wer gestern WDR hörte, musste den Eindruck haben, dass alle Moderatoren dort kein anderes Thema hatten, als dieses Plastikgehörn...na gut: auf diese Weise wird es nicht lande dauern, dann ist die Nation durchgevuvuzelat und als neue Mitspieler werden die örtlichen Polizeibeamten auftreten (müssen).
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Vuvuzelas: Tröten bis zur Schmerzgrenze

Fußball-WM in Südafrika
Bafana Bafana
Die Fußball-Weltmeisterschaft findet vom 11. Juni bis 11. Juli 2010 statt. Gastgeber ist Südafrika - mit dem Nationalteam Bafana Bafana. Die wichtigsten Infos zur WM...
Klima
Die WM fällt in den südafrikanischen Winter. In Johannesburg und Pretoria ist es im Winter (Juli und August) aufgrund der Höhenlage von knapp 1400 bis 1750 Metern sonnig und trocken, im Schnitt um die zehn Grad, selten über 18 Grad, Nachtfrost.
Durban am Indischen Ozean hat subtropisches und damit auch im Juni warmes Klima, im Schnitt um die 17 Grad.
In Kapstadt an der Tafelbucht des Atlantischen Ozeans herrschen im Schnitt Temperaturen um die 13 Grad, am Abend unter zehn Grad Celsius. Im Juni und Juli sind hier die Niederschlagsraten im Jahresverlauf am höchsten.
Anreise und Einreise, Nahverkehr
Täglich Nonstop-Flüge von South African Airways, Lufthansa und weiteren Gesellschaften zu Johannesburgs Airport OR Tambo. EU-Bürger erhalten am Airport kostenlos ein drei Monate gültiges Touristenvisum.
Der öffentliche Nahverkehr in Johannesburg ist noch kaum vorhanden. Besucher sind in der Regel auf Mietwagen oder Taxis angewiesen.
Ticketverkauf
Für die Südafrika-WM sind Pauschalreisen erhältlich, bei denen neben Anreise, Hotels und Ausflügen auch Stadiontickets enthalten sind. In Deutschland sind Dertour in Frankfurt am Main, Passion Southafrica in Darmstadt, Thomas Cook Sport in London und Vietentours in Meerbusch die Veranstalterpartner der Fifa.
Austragungsorte, Stadion
Johannesburg, Soccer City
Durban, Moses-Mabhida-Stadion
Kapstadt, African Renaissance Stadium/Green-Point-Stadion
Johannesburg, Ellis-Park-Stadion
Tshwane/Pretoria, Loftus-Versfeld-Stadion
Nelson Mandela Bay/Port Elizabeth, Nelson-Mandela-Bay-Stadion
Nelspruit, Mbombela-Stadion
Mangaung/Bloemfontein, Free-State-Stadion
Polokwane, Peter-Mokaba-Stadion
Rustenburg, Royal-Bafokeng-Stadion
Information
South African Tourism
Friedensstraße 6
60311 Frankfurt am Main
Tel.: 069/929 12 90
Internet: www.southafrica.net
de.fifa.com/worldcup/index.html
Sicherheitstipps der südafrikanischen Polizei
Reisende sollten die Sicherheitstipps der Polizei ernst nehmen, vor allem in Johannesburg, Durban, Kapstadt und anderen großen Städten:

Fluggepäck mit Schlössern sichern und auf dem Airport nicht unbeaufsichtigt lassen.

Schmuck nicht zur Schau stellen. Handys nicht auf offener Straße, sondern nur im Hotel, an Tankstellen oder in Gaststätten verwenden.

Bei Dunkelheit auf längere Spaziergänge verzichten. Hotels geben Auskunft über Gegenden, die gemieden oder nur in geführten Gruppen aufgesucht werden sollten.

Pässe und Wertgegenstände im Hotelsafe aufbewahren, Kopien von Pässen und Kreditkarten mitbringen. Möglichst wenig Bargeld einstecken - fast überall kann mit Kreditkarte bezahlt werden. Geld und Karten in verschließbaren Kleidungstaschen sichern.

Nur lizensierte Taxis benutzen.

Autofahren: Türen stets verriegeln, immer ein Handy dabeihaben und vorher die Notrufnummern einspeichern. Polizei: 112 oder 082/911, AA-Pannendienst: 0800/10101. Die Route gut studieren. Mobile Navigationsgeräte mit Südafrika-Software sind nützlich. Keine Anhalter mitnehmen. Unfallszenen können Fallen sein. Nicht halten, per Handy Polizei rufen. Tankstellen an Fernstraßen sind bewacht.
Sicherheitshinweis des Auswärtigen Amts
Das Auswärtige Amt in Berlin empfiehlt Touristen, vor allem in den Großstädten und ihren Randgebieten vorsichtig zu sein. Die Zentren von Johannesburg, Pretoria, Durban und Kapstadt sollten nach Geschäftsschluss ebenso gemieden werden wie Fahrten mit Vorortzügen. Township-Besuche seien nur in Gruppen mit ortskundigem Führer ratsam. Bei Überfällen sei es besser, keinen Widerstand zu leisten. Ausführliche Ratschläge gibt das Ministerium online.

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