Ausschreitungen und Spielabbruch in Polen Legia Warschau nach Krawallen zum Meister erklärt

Rauchschwaden, Platzsturm, Polizeigroßeinsatz - der letzte Spieltag in der polnischen Fußballliga endete im Chaos.

Lech Posen - Legia Warschau (20.05.18)
REUTERS

Lech Posen - Legia Warschau (20.05.18)


Legia Warschau ist trotz eines Spielabbruchs gegen Lech Posen offiziell polnischer Fußballmeister. Die Ligakommission hat entschieden, den Sieg Legias anzuerkennen, obwohl der Schiedsrichter die Ekstraklasa-Partie in der 77. Minute beim Stand von 2:0 für die Gäste aus Warschau abgebrochen hatte.

Posener Fans hatten Pyrotechnik auf das Spielfeld geworfen und den Platz gestürmt. Rund 200 Polizisten hatten die Hooligans anschließend zurück in ihren Sektor gedrängt. Die Partie wurde mit 3:0 zugunsten des neuen Meisters gewertet.

Für den Gewinn der Meisterschaft hätte dem Titelverteidiger aus der Hauptstadt in Posen ein Unentschieden genügt. Schon im Vorfeld der Partie hatte es Ärger gegeben: Der polnische Fußballverband (PZPN) hatte entschieden, die Meisterschaftsehrung nicht in Posen vorzunehmen - aus Furcht vor möglichen Ausschreitungen der Heimfans.

Legia Warschau zieht nun in die Qualifikationsphase der Champions League ein. Der Meister kommt auf 70 Punkte, gefolgt von Jagiellonia Bialystok (67). Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki gratulierte Legia Warschau bei Twitter zum Gewinn des 13. Meistertitels.

Zudem forderte er die Behörden zu einem entschiedenen Vorgehen gegen Hooligans in den Stadien auf. Bei allen "echten Fußballfans" bedankte er sich hingegen für den "schönen, einfallsreichen und patriotischen Rahmen" bei vielen Spielen der Saison 2017/2018.

chh/dpa



insgesamt 3 Beiträge
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rainer82 21.05.2018
1. Was ist ein "patriotischer Rahmen"?
Der polnische Ministerpräsident bedankt sich also bei den Fußballfans für den "patriotischen Rahmen". Da sieht man, wie verkommen dieses Land inzwischen ist. Farbige Spieler werden in Polen rassistisch beleidigt, nationalistische Parolen gebrüllt und faschistische Symbole gezeigt. Das ist also der polnische Patriotismus. Wann schreiten FIFA und UEFA ein und ziehen Polen aus den internationalen Wettbewerben als "Dank" für die patriotischen Exzesse?
andy9258 21.05.2018
2. Schade,...
...das Bezjak sich bei den Lilien nie durchsetzen konnte. Egal wo er vorher gespielt hat (Rijeka) und auch jetzt spielt (Bialystok) oder in der Nationalmannschaft hat er immer getroffen. Blau-weisse Grüße.
le.toubib 21.05.2018
3. Pardonnez-moi!
Zitat von rainer82Der polnische Ministerpräsident bedankt sich also bei den Fußballfans für den "patriotischen Rahmen". Da sieht man, wie verkommen dieses Land inzwischen ist. Farbige Spieler werden in Polen rassistisch beleidigt, nationalistische Parolen gebrüllt und faschistische Symbole gezeigt. Das ist also der polnische Patriotismus. Wann schreiten FIFA und UEFA ein und ziehen Polen aus den internationalen Wettbewerben als "Dank" für die patriotischen Exzesse?
Ist das denn in Deutschland *so* viel anders? Selbst wir Stuttgart-Fans schmunzelten über Cacau ob seines Namens als erster farbiger Spieler beim VfB Stuttgart. Dennoch wurde er sehr schnell Stuttgarts Liebling! "Faschistische Symbole gezeigt"? Meinen Sie, deutsche Hools täten das nicht, wenn es nicht sehr streng verboten wäre? Fussball ist doch nur noch zum bi]Krieg[/b] des kleinen Mannes verkommen! Selbst ein Mitglied der Johanniter-Unfall-Hilfe, den ich persönlich kenne, wurde wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt, weil er sich unbedingt mit den Hools der verhassten, gegnerischen Mannschaft geprügelt haben musste ...
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