Leichtathletik-Skandal Weltverband suspendiert kenianischen Funktionär Mwangi

Bei den Dopingskandalen in der Leichtathletik stand immer wieder der kenianische Verband im Mittelpunkt. Der Weltverband IAAF hat dessen Geschäftsführer Isaac Mwangi jetzt suspendiert.

Kenianischer Funktionär Mwangi: Bei den Olympischen Spielen gesperrt
AP/dpa

Kenianischer Funktionär Mwangi: Bei den Olympischen Spielen gesperrt


Im Zuge der großen Dopingskandale in der Leichtathletik hat der Weltverband IAAF den Geschäftsführer des hoch umstrittenen kenianischen Verbandes, Isaac Mwangi, vorläufig für 180 Tage suspendiert. Das gab die Ethikkommission der IAAF bekannt und begründete ihre Entscheidung mit Mwangis Verstrickung in Ungereimtheiten beim Anti-Doping-Kampf. Es gehe um die "potenzielle Untergrabung" der Bemühungen gegen Betrug. Sollte die Sperre bestehen bleiben, darf der ranghohe Funktionär demnach auch nicht zu den Olympischen Spielen im August in Rio de Janeiro reisen.

Die beiden kenianischen Athletinnen Joy Sakari und Francisca Koki Manunga hatten in der vergangenen Woche in einem AP-Interview erzählt, dass Mwangi von ihnen eine Schmiergeldsumme von umgerechnet 21.000 Euro gefordert habe, um ihre Vier-Jahres-Sperren zu reduzieren. Der Funktionär weist die Beschuldigungen zurück. Die beiden Läuferinnen waren bei der vergangenen WM in Peking des Dopings überführt worden.

Kenianischer Verband steht unter großem Druck

Bereits am 12. Februar war eine Frist der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) verstrichen, innerhalb der das ostafrikanische Land konkrete Maßnahmen gegen Dopingbetrüger hätte nachweisen müssen. Die kenianische Anti-Doping-Agentur Adak wurde auf eine "Beobachtungsliste" gesetzt, das Land muss innerhalb von zwei Monaten die Forderung der Wada erfüllen - ansonsten könnte die Adak als nicht regelkonform erklärt werden. Das könnte in letzter Konsequenz bedeuten, dass neben Mwangi auch der komplette Verband nicht an den Olympischen Spielen in Brasilien teilnehmen dürfte. Dies müsste allerdings das Internationale Olympische Komitee (IOC) beschließen.

"Ich weiß, dass die Wada sich die kenianische Anti-Doping-Agentur sehr genau anschaut", hatte IAAF-Präsident Sebastian Coe in der vergangenen Woche gesagt: "Eine geringe Anzahl von Ländern verursacht einen unverhältnismäßig großen Imageschaden. Wir müssen die Initiative ergreifen. Wenn das bedeutet, diese Länder von Olympia oder Weltmeisterschaften auszuschließen, ja, dann müssen wir das tun." Auch Coe selbst sah sich kürzlich allerdings bereits mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert.

Mwangi ist sich keiner Schuld bewusst und schrieb einen Brief an den Verband Athletics Kenya, den mehrere Medien in dem afrikanischen Land daraufhin veröffentlichten: "Ich werde mich bemühen, meinen Namen reinzuwaschen", hieß es darin. Die "unbegründeten" Anschuldigungen hätten ihm "großen seelischen Schmerz" bereitet, erklärte Mwangi. außerdem. Zuletzt hatte er auch angeboten, sein Amt ruhen zu lassen.

aev/dpa/sid



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insgesamt 3 Beiträge
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The Restless 23.02.2016
1. Seb Coe
1:42:33 - Seb Coe hatte damals den Weltrekord über 800m pulverisiert, ebenso 1500m und Meile. Gegen alle hoch gedopten Ostblockathleten gewonnen. Man kann wohl davon ausgehen, dass auch der Herr Coe damals seine Kenntnisse in der Pharmazie hatte ...
Knack5401 23.02.2016
2. Wie lustig!
Da schwärzt der eine Kriminelle den anderen Kriminellen an. Und der dritte, die Vereinigung der Kriminellen, sperrt die dann. Die dürfen dann an der Generalversammlung der Kriminellen in Rio nicht teilnehmen. Ich bin als zuschauer nicht mehr dabei.
Knack5401 23.02.2016
3. Wie lustig!
Da schwärzt der eine Kriminelle den anderen Kriminellen an. Und der dritte, die Vereinigung der Kriminellen, sperrt die dann. Die dürfen dann an der Generalversammlung der Kriminellen in Rio nicht teilnehmen. Ich bin als zuschauer nicht mehr dabei.
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