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Schalker Erfolg in Darmstadt: Zwei Tore für den Trainer

Von , Darmstadt

Schalkes Sané und Meyer (r.): Jung, abgeklärt, erfolgreich Zur Großansicht
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Schalkes Sané und Meyer (r.): Jung, abgeklärt, erfolgreich

Nach einer turbulenten Woche hat der FC Schalke auch für Trainer André Breitenreiter gewonnen - dank zweier Jungstars. Ein Notfall im Darmstädter Fanblock sorgte für eine insgesamt gedrückte Stimmung.

Sie hatten klar und deutlich gewonnen, zumindest im zweiten Durchgang ordentlich Fußball gespielt - und dennoch herrschte im Fanblock des FC Schalke nicht annähernd die Freude, die dort ein Auswärtssieg normalerweise hervorruft. In der ersten Halbzeit war ein Darmstädter Fan im Block zusammengebrochen, der herbeigeeilte Notarzt kämpfte im Lilien-Fanblock mehrere Minuten um das Leben des Zuschauers, dessen Zustand später im Krankenhaus stabilisiert werden konnte, wie Lilien-Geschäftsführer Tom Eilers bestätigte.

Die Stimmung im Darmstädter Fanblock war daraufhin im Keller, teilweise hörte man die Rufe der Spieler auf dem Spielfeld. Dass die Schalker Fans, die die Ereignisse ebenfalls mitbekommen hatten, sich da aus Solidarität zurückhielten, nötigte Spielern und Fans der Darmstädter nach dem Spiel Respekt ab. "Ralf Fährmann hat sich von den Fans erklären lassen, warum sie so ruhig sind", sagte Mittelfeldmann Johannes Geis, der das als starke Geste des Anhangs wertete. Und das völlig zu Recht.

Die drei Punkte gegen eine diesmal nicht bundesligataugliche Darmstädter Mannschaft ordnete Geis wiederum als das ein, was sie waren: Ein völlig verdienter, aber glanzloser Arbeitssieg, der seine Höhepunkte aus dem Zusammenspiel von Max Meyer und dem ungeheuer starken Leroy Sané zog. Geradezu zwangsläufig erzielten die Nachwuchsspieler auch die beiden Treffer (43./53.).

Geis stellt sich vor Breitenreiter

"Wir haben jetzt 30 Punkte und haben Gladbach überholt, das war das Wesentliche. Wenn wir heute nicht gewonnen hätten, hätten wir ein wenig den Anschluss verloren." Um die Zukunft des Trainers, so Geis, sei es allerdings keineswegs gegangen. "Diese Diskussion brauchen wir wirklich nicht zu führen. Der Trainer erreicht uns." Breitenreiter selbst gab sich professionell: "Es ging heute nur darum, die Punkte zurückzuholen, die wir gegen Bremen verloren haben. Um nichts anderes ging es."

Die zuletzt viel beschworene Einheit zwischen Spielern und Trainer verhindert allerdings nicht, dass Schalke auch in seinen besseren Partien lange Phasen hat, in denen das Team spielerisch alles schuldig bleibt. So waren die Lilien - bei aller Beschränktheit ihrer Mittel - im ersten Durchgang phasenweise sogar die bessere Mannschaft. Darmstadt ließ auch deswegen nur eine einzige Chance aus dem Spiel heraus zu, weil die Gäste viel zu langsam und unentschlossen agierten und insgesamt zu wenig Bewegung in ihrem Spiel hatten.

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Das wurde allerdings nach dem Führungstor besser, Schalke hatte das Spiel nun im Griff und tat, was man tun muss, wenn man auf einem Platz bestehen will, der nicht nur Schalke-Keeper Fährmann eher an einen "Parkplatz" erinnerte.

Schon zur Halbzeit hatte Breitenreiter im Übrigen prophezeit, dass ein zweiter Treffer das Spiel für seine Farben entscheiden würde: In Darmstadt führt der Weg zum Presseraum an der Tür zur Gästekabine vorbei. Es war also recht gut zu verstehen, was Breitenreiter seinen Spielern als Marschroute für die zweite Halbzeit vorgab: "Schießt noch ein zweites Tor, dann ist die Sache erledigt." So einfach kann Fußball sein, zumindest wenn man Meyer und Sané in seinen Reihen weiß. Einen tollen Pass von Ersterem nutzte Sané zum 2:0-Endstand - überlegt und abgeklärt, wie das 20-Jährige nur selten hinbekommen.

"Schalke war heute cleverer"

Darmstadt, das in der Vorwoche in Hannover gewonnen hatte, kam erst kurz vor Schluss noch mal gefährlicher auf. Der Abschluss von Tobias Kempe (79.) verfehlte das Schalker Tor jedoch ebenso deutlich wie ein Verzweiflungsschuss von Sandro Wagner (81.), der kurz darauf die erste wirklich gute Darmstädter Gelegenheit vergab (86.). "Wir hingen heute ein bisschen in der Luft", klagte Wagner dann auch faktensicher und schob ungefragt eine ziemlich gute Zusammenfassung der Partie nach:

"Schalke war heute ja auch nicht gut, die waren einfach nur cleverer als wir." Ob das so stimmt oder ob Schalke noch mehr Qualität hat, die es gegen die biederen Lilien nicht abrufen musste, könnte sich schon am kommenden Samstag zeigen. Dann empfängt Schalke den VfL Wolfsburg und damit ein Team, in dem der Marktwert von manchem Einzelspieler über dem der ganzen Darmstädter Mannschaft liegt.

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