Spielabbruch in Frankreich Bastia-Fans greifen Spieler von Lyon an

Aggressive Fans jagen flüchtende Spieler. Bei der französischen Erstligapartie zwischen Bastia und Lyon kam es schon vor Beginn zu chaotischen Szenen. Angepfiffen wurde trotzdem. Der Abbruch folgte in der Halbzeitpause.

Lyons Torwart Anthony Lopes (M.) wurde attackiert
AFP

Lyons Torwart Anthony Lopes (M.) wurde attackiert


Wegen Ausschreitungen musste die Partie zwischen dem SC Bastia und Olympique Lyon in der französischen Ligue 1 zur Halbzeit abgebrochen werden. OL-Torwart Anthony Lopes war auf dem Weg in die Kabine mit einem Ordner aneinandergeraten. Daraufhin stürmten Zuschauer das Feld und es kam zu tumultartigen Szenen.

Schon vor dem Anpfiff hatten Bastia-Anhänger den Rasen betreten und Spieler der Gäste während des Aufwärmens attackiert. Die Lyon-Profis flüchteten in den Kabinengang und weigerten sich zunächst, überhaupt zur Partie anzutreten. Nachdem die Ordnung zunächst wiederhergestellt war, wurde das Spiel mit 55-minütiger Verspätung angepfiffen. Die Verantwortlichen machten bei der Entscheidung deutlich, dass eine weitere Störung zum Spielabbruch führen würde.

"Nach dem erneuten Zwischenfall am Ende der ersten Hälfte hat die LFP entschieden, das Spiel zwischen Bastia und Lyon abzubrechen", teilte der Ligaverband auf seiner Homepage mit. Zum Zeitpunkt des Abbruchs stand es 0:0. Nach Informationen des britischen "Sunday Express" konnte der Mannschaftsbus der Gäste zunächst nicht abfahren, weil die Polizei nicht dessen Sicherheit gewährleisten konnte. Später machte sich die Mannschaft auf den Rückweg von Korsika nach Lyon. Verletzt wurde niemand.

Es ist bereits das zweite Mal innerhalb von vier Tagen, dass ein Fußballspiel in Frankreich von Ausschreitungen überschattet wird. In beiden Fällen war Olympique Lyon beteiligt. Am Donnerstag waren OL-Anhänger beim Europa-League-Spiel gegen Besiktas während des Aufwärmens auf den Rasen gestürmt, nachdem sie aus dem Gästeblock mit Feuerwerkskörpern beschossen worden waren. Nach Schlägereien auf den Rängen sowie außerhalb des Stadions gab es "zahlreiche Verletzte" und zwölf Festnahmen.

mmm/sid

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