Hamburg - Er hat es schon wieder getan: Lionel Messi traf im Achtelfinal-Hinspiel des spanischen Pokals beim Zweitligisten FC Cordoba doppelt (11./74. Minute). Der Superstar des FC Barcelona baute den Rekord für Tore in einem Kalenderjahr damit aus. Titelverteidiger Barça gewann dank der Treffer 2:0 (1:0), das Rückspiel findet am 10. Januar statt.
Barcelonas Erzrivale Real Madrid muss dagegen um den Einzug ins Viertelfinale bangen. Das Team unterlag im Hinspiel bei Celta de Vigo überraschend 1:2 (0:0). Mario Bermejo (56.) und Cristian Bustos (78.) erzielten die Tore für den Tabellen-15. der Primera División, Cristiano Ronaldo konnte drei Minuten vor dem Ende verkürzen. Mesut Özil wurde bei Real erst nach der Pause für Angel Di Maria eingewechselt, sein Nationalmannschaftskollege Sami Khedira blieb ganz draußen.
Für Barça erzielte Messi in Cordoba seine Pflichtspieltore 87 und 88 in diesem Jahr. Damit hat der 25-Jährige bereits drei Treffer mehr geschossen als Gerd Müller, der 1972 in allen Wettbewerben auf 85 Tore kam. Am Sonntag hatte Messi den Rekord überboten.
Der Angreifer hat sogar noch zwei weitere Chancen, die Bestmarke weiter zu verbessern. Barcelona muss in der Liga noch am Sonntag gegen Atlético Madrid antreten (21 Uhr) und am 22. Dezember bei Real Valladolid (18 Uhr, jeweils Liveticker SPIEGEL ONLINE).
Flamengo und Sambias Fußballverband zweifeln an Messis Rekord
Der brasilianische Traditionsclub Flamengo aus Rio de Janeiro erwägt indes den Rekord anzuzweifeln. Flamengo behauptet, dass die Fußball-Legende Zico 1979 insgesamt 89 Tore geschossen habe. "Wir sind sauer. Messi hat den Rekord noch nicht überboten", sagte Bruno Lucena, Chef der Recherche- und Statistikabteilung von Flamengo, der brasilianischen Sporttageszeitung "Lance".
Laut Lucena soll Zico 1979 81 Treffer für Flamengo erzielt haben, dazu sieben für die brasilianische Nationalmannschaft und ein weiteres in einem Freundschaftsspiel zwischen Argentinien und einer Weltauswahl. Außerdem habe Zico in dem Jahr zwei Monate wegen einer Verletzung pausieren müssen. "Hätte er das komplette Jahr gespielt, hätte er über 100 Tore geschossen", so Lucena.
Auch der Fußballverband Sambias zweifelt Messis Rekord an und plant, einen offiziellen Einspruch beim Weltverband Fifa einzulegen. Ein Sprecher des sambischen Verbands sagte der südafrikanischen Zeitung "Soccer Laduma", dass Godfrey Chitalu 1972 107 Tore erzielt habe. Der Stürmer, der fünfmal zu Sambias Fußballer des Jahres gewählt worden war, spielte in dieser Zeit für den Club Kabwe Warriors.
"Der Rekord gehört uns, er ist in Sambia dokumentiert worden, leider nicht von der Fifa", sagte der Sprecher. Der Verband habe bereits ein unabhängiges Team beauftragt, die Archive zu prüfen und zu dokumentieren, in welchen Spielen und Wettbewerben der 1993 bei einem Flugzeugunglück gestorbene Chitalu getroffen hatte. Diese Daten wollen die Sambier dann an den afrikanischen Fußballverband (Caf) und an die Fifa weiterleiten.
max/sid/Reuters
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