Football Leaks Messi-Stiftung bescheinigte Barcelona offenbar illegal Spenden

Lionel Messi ist bereits wegen Steuerhinterziehung verurteilt worden. Jetzt legen Recherchen des SPIEGEL nahe: Die Stiftung des Superstars half wohl auch dem FC Barcelona, Steuern zu sparen. Legal war das nicht.

Lionel Messi (Archiv)
AP

Lionel Messi (Archiv)

Von , , , Nicola Naber, und


Die Stiftung des Fußballstars Lionel Messi in Barcelona stellte jahrelang womöglich illegale Spendenbescheinigungen aus. Dies geht aus vertraulichem Datenmaterial hervor, das die Enthüllungsplattform Football Leaks dem SPIEGEL zugespielt hat.

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Unterlagen der spanischen Steuerbehörde Agencia Tributaria zufolge überwies der FC Barcelona in den Jahren von 2010 bis 2013 rund 7,5 Millionen Euro an die Fundación Leo Messi mit Sitz in Barcelona. Interne Dokumente des Klubs legen den Schluss nahe, dass die Messi-Stiftung dem Klub für die Millionen-Überweisungen Spendenbescheinigungen ausgestellt hat. Aus diesen Dokumenten geht auch hervor, dass der Klub die Zahlungen an die Messi-Stiftung offenbar als Spenden abgesetzt hat. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Die Fundación Leo Messi in Barcelona war bis 2013 nicht befugt, Zahlungseingänge Dritter als Spenden zu quittieren. Der Fußballstar, sein Vater Jorge und sein Bruder Rodrigo hatten die gemeinnützige Stiftung zwar bereits im April 2007 vor einem Notar in Barcelona gegründet. Rechtskräftig eingetragen beim Protectorado, der zuständigen Kontrollbehörde für Stiftungen in Katalonien, wurde die Messi-Stiftung jedoch erst im Juni 2013.

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In den sechs Jahren zwischen Gründung und offizieller Anmeldung durfte die Messi-Stiftung weder eigene Steuervergünstigungen in Anspruch nehmen noch Geldgebern Steuervorteile gewähren. Der FC Barcelona betonte in einer Stellungnahme, dass alle Überweisungen an die Messi-Stiftung in Barcelona dem Zweck der Spende gedient hätten.

Rodrigo Messi, ein Bruder Lionels und zuständig für die spanische Messi-Stiftung, antwortete dem SPIEGEL, die gemeinnützige Organisation habe "ordnungsgemäß ihre gesetzlichen Vorgaben erfüllt" und sei niemals mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Dass die Messi-Stiftung erst sechs Jahre nach Gründung rechtskräftig registriert wurde, sei ein Versäumnis "früherer Berater" gewesen, schrieb Rodrigo Messi.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

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insgesamt 1 Beitrag
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ich-geb-auf 20.01.2018
1. und muss jetzt jemand dafür vor Gericht und wird bestraft?
Oder dürfen Promimente doch mehr als normale Bürger? Wie ist die Stimmung dazu bei Presse und Volk in Spanien?
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