Live-Bericht der Trauerfeier: Abschied von Robert Enke

Die Anteilnahme ist überwältigend: 45.000 Menschen sind im Stadion, auch vor der Arena gedenken Tausende Menschen des verstorbenen Robert Enke. Es ist eine der größten Trauerfeiern in der Geschichte der Bundesrepublik. Die Trauerfeier im Überblick bei SPIEGEL ONLINE.

Trauerfeier von Robert Enke: Aufgebahrt in der Arena Fotos
REUTERS

++ 12.18 Uhr ++ Die Trauerfeier geht zu Ende. In Kürze gibt es mehr bei SPIEGEL ONLINE. ++

++ 12.13 Uhr ++ Das Lied "9 Crimes" von Damien Rice wird gespielt. Auf den Videoleinwänden des Stadions laufen Bilder von Robert Enke. ++

++ 12.10 Uhr ++ Der Sarg mit Robert Enke wird in einem Leichenwagen zur Beerdigungstätte transportiert. ++

++ 12.08 Uhr ++ Das Lied "You'll never walk alone" wird gespielt. ++

++ 12.07 Uhr ++ Das Publikum applaudiert immer lauter. ++

++ 12.04 Uhr ++ Das Lied "The Rose" von Leann Rimes wird auf Wunsch von Teresa Enke gespielt. Das Publikum applaudiert. Der Sarg wird von der Mannschaft aus dem Stadion getragen. ++

++ 12.03 Uhr ++ Enkes Mannschaftskollegen von Hannover 96 treten an den Sarg und halten inne. ++

++ 12.01 Uhr ++ Plochg wendet sich an Enkes Kollegen von Hannover 96 und die Nationalmannschaft. Plochg: "Wir Fans spüren, wie ihr euch fühlt. Ihr könnt auf unsere Unterstützung zählen. Ich möchte darum bitten, dass ihr euren Mannschaftskapitän das letzte Mal aus diesem, seinem, Stadion begleitet."

++ 12.00 Uhr ++ Das Vaterunser wird gesprochen. ++

++ 11.59 Uhr ++ Pfarrer Plochg tritt erneut an das Rednerpult. ++

++ 11.58 Uhr ++ Das Publikum applaudiert nach der Rede von Oberbürgermeister Weil. ++

++ 11:57 Uhr ++ Weil: "Hannover wird Robert Enke nicht vergessen." ++

++ 11.54 Uhr ++ Weil: "Erfolg im Sport ist nicht das Wichtigste im Leben. Wir haben alle Angst und Furcht. Der eine mehr, der andere weniger. Der eine kann gut damit umgehen, der andere weniger. Dass Robert Enke Angst vor der Öffentlichkeit haben musste, das tut ganz besonders weh. Es wäre gut, wenn sein Tod helfen könnte, dass andere Menschen ihre Angst zeigen und sie nicht verstecken. Wer Angst zeigt, ist stark - nicht schwach." ++

++ 11.53 Uhr ++ Das Publikum applaudiert. ++

++ 11.51 Uhr ++ Weil: "Ich möchte Ihnen danken Frau Enke. Für die großartige und tapfere Haltung nach seinem Tod. Damit haben Sie vielen Menschen geholfen, ihre Trauer zu bewältigen." ++

++ 11.50 Uhr ++ Weil: "Enke Vorbild geworden, nicht nur als Sportler, sondern auch als Mensch." ++

++ 11.49 Uhr ++ Weil: "Robert Enke war souverän - nicht nur in der Strafraumbeherrschung - sondern auch im Umgang mit Menschen. Er nahm sich Zeit für die Menschen und auch für Tiere." ++

++ 11.48 Uhr ++ Weil: "Tief bewegende Trauerfeier." ++

++ 11.47 Uhr ++ Der Oberbürgermeister von Hannover, Stephan Weil, betritt die Bühne. ++

++ 11.46 Uhr ++ Wulff: "Trauern um einen großartigen Menschen und Sportler. Liebe Frau Enke, Sie können sich auf uns alle in den nächsten Jahrzehnten verlassen." ++

++ 11.45 Uhr ++ Wullf: "Druck ist extrem im Leistungssport und in anderen Berufen." ++

++ 11.42 Uhr ++ Wulff: "Haben Robert Enke in Erinnerung, weil er Mensch geblieben war." ++

++ 11.41 Uhr ++ Das Publikum erhebt sich und applaudiert für Teresa Enke. ++

++ 11.40 Uhr ++ Wulff: "Liebe Frau Enke, ich möchte Ihnen für ihren Mut und Ihre Geradlinigkeit danken." ++

++ 11.39 Uhr ++ Wulff: "Miteinander reden, statt übereinander." ++

++ 11.37 Uhr ++ Wulff: "Es gibt eine überwältigende Anteilnahme. Unsere Gefühle sind bei Ihnen, Frau Enke, und den Angehörigen." ++

++ 11.36 Uhr ++ Der Ministerpräsident von Niedersachsen, Christian Wulff, tritt an das Rednerpult. ++

++ 11.31 Uhr ++ Ein Streichquartett der Musikhochschule Hannover spielt. ++

++ 11.30 Uhr ++ Das Publikum applaudiert nach der Rede des DFB-Präsidenten. ++

++ 11.29 Uhr ++ Zwanziger: "Ein Stück mehr Menschlichkeit, ein Stück mehr Zivilcourage, ein Bekenntnis zur Würde des Menschen, das wird Robert gerecht." ++

++ 11.26 Uhr ++ Zwanziger: "Wir sind alle aufgerufen, unser Leben wieder zu gestalten. Kein überbordender Ehrgeiz dabei, sondern Maß." ++

++ 11.25 Uhr ++ Zwanziger: "Fußball darf nicht alles sein. Das Leben ist vielfältig. Denkt nicht nur an den Schein." ++

++ 11.24 Uhr ++ Zwanziger: "Danke an die Fans von Hannover 96." ++

++ 11.23 Uhr ++ Zwanziger: "Respekt für Frau Enke." ++

++ 11.22 Uhr ++ DFB-Präsident Theo Zwanziger tritt an das Rednerpult. ++

++ 11.18 Uhr ++ Das Hannover-Lied "Alte Liebe" wird vorgetragen, begleitet von zwei Gitarren. ++

++ 11.17 Uhr ++ Kind: "Glück, mit einem solchen Menschen zusammenarbeiten zu dürfen." ++

++ 11.16 Uhr ++ Kind: "Enke eine der herausragenden Persönlichkeiten unseres Sports." ++

++ 11.15 Uhr ++ Kind: "Robert, du warst Nummer 1, im echten Sinne des Wortes." ++

++ 11.15 Uhr ++ Kind: "Enke hatte nur Freunde aufgrund seiner Natürlichkeit und Bescheidenheit." ++

++ 11.13 Uhr ++ Hannover-96-Präsident Martin Kind tritt an das Rednerpult. ++

++ 11.10 Uhr ++ Plochg spricht von Fassungslosigkeit. ++

++ 11.09 Uhr ++ Der katholische Pfarrer Heinrich Plochg beginnt seine Rede. ++

++ 11.05 Uhr ++ Ein Streichquartett beginnt zu spielen. ++

++ 11.03 Uhr ++ Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack legt gemeinsam mit Enkes ehemaligen Mannschaftskollegen Per Mertesacker einen Kranz nieder. Die Zuschauer applaudieren. ++

++ 11.00 Uhr ++ Alle Zuschauer sind mittlerweile eingetroffen. Es ist still im Stadion. Robert Enkes Sarg ist im Mittelkreis der Arena aufgebahrt. ++

++ 9.30 ++ Bereits 90 Minuten vor Beginn der Gedenkveranstaltung hatten sich mehr als 20.000 Menschen im Stadion zum Gedenken an Enke versammelt. "Es gibt keine Zwischenfälle. Das Stadion ist nach unserer Einschätzung gut zur Hälfte gefüllt", berichtete Polizeisprecher Stefan Wittke. Zusätzlich waren außerhalb der Arena zwei Großleinwände für die Übertragung der Veranstaltung mit Gottesdienst und Trauerreden aufgebaut. Rund um das Stadion herrscht andächtige Stille. ++

++ 8.30 Uhr ++ Die Stadiontore öffnen sich. Vor der Arena hatten sich Warteschlangen von mehr als 50 Metern gebildet. Mehrere Tausend Menschen fuhren mit den Straßenbahnlinien drei und sieben zu den Haltestellen "Waterloo" und "Stadionbrücke" und marschierten von dort zu Fuß zur Hannoveraner Arena. ++

++ 8.00 Uhr ++ Polizei und der Verein Hannover 96 haben gemeinsam entschieden, während der Trauerfeier keinen Alkohol innerhalb und außerhalb des Stadions auszuschenken. ++

Enke hatte sich am Dienstag vor einen Zug geworfen. Der Torhüter litt unter schweren Depressionen. Nach Ansicht von Robert Enkes Vater haben Ängste die Krankheit ausgelöst. "Ich bin der Meinung, dass das keine von innen entstandene, angelegte Krankheit gewesen sein kann, sondern eine, die aus den Lebensumständen heraus entstanden ist", sagte Dirk Enke, selbst promovierter Psychotherapeut aus Jena, dem SPIEGEL. "Eine ganz große Rolle hat die Angst gespielt." Enke litt nach Worten seines Vaters bereits seit dem Jugendalter unter Versagensängsten. "Er war in den eigenen Ansprüchen gefangen", sagte Dirk Enke.

jar/dpa/sid

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Forum - Zum Tod von Robert Enke
insgesamt 1427 Beiträge
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1.
boo79 11.11.2009
R.I.P. Robert Enke
2.
Gebetsmühle 11.11.2009
Zitat von sysopEr war ein großartiger Fußballer und ein sensibler Charakter. Robert Enkes Karriere verlief extrem wechselhaft. Nun hat er sich das Leben genommen. Wie behalten Sie Robert Enke in Erinnerung? Wie sehen Sie seinen tragischen Tod?
man kann nur hoffen, dass er jetzt gefunden hat, was er suchte. in erinnerung werden vor allem seine glanztaten und erfolge bleiben.
3. ...
peterlustig2 11.11.2009
Menschlich bestimmt eine Tragödie! Gesellschaftlich vielleicht ein "Glücksfall". Es besteht nämlich die Chance, daß Depressionen und Angstzustände endlich als Krankheiten anerkannt werden, die jeden treffen können und die behandelt werden müssen und die auch nicht tabuisiert werden dürfen! Ganz besonders wichtig ist auch, daß die Krankenkassen endlich mehr Psychiater und Psychologen zulassen. Momentan sind Wartezeiten von drei Monaten und mehr die Regel, bzw. Kassenpatienten werden gleich ganz abgewiesen.
4.
krafts 11.11.2009
Zitat von sysopEr war ein großartiger Fußballer und ein sensibler Charakter. Robert Enkes Karriere verlief extrem wechselhaft. Nun hat er sich das Leben genommen. Wie behalten Sie Robert Enke in Erinnerung?
Ich behalte ihn in Erinnerung als hervorragenden Torhüter, der auf jeden Fall ein Kandidat für die Auswahl 2010 gewesen wäre, vielleicht sogar die erste Wahl, wenn er nicht ein bisschen Pech mit Verletzungen und Erkrankungen gehabt hatte. Ich kann mich auch an keine Eskapaden erinnern, war für einen Torhüter nach außen sehr ruhig und gelassen, was ihm von manchen auch den Vorwurf der Langeweile eingebracht hat. Wahrscheinlich ein sensibler Typ, der hauptsächlich durch Leistung auffallen wollte und aufgefallen ist.
5. Tod von Robert Enke
daggiwolti 11.11.2009
Wenn ein Mensch seinem Leben ein Ende setzt und sich seinen Mitmenschen entzieht dann fragen wir warum. Solange der Mensch da ist fragen wir meist nicht nach ihm. Plakatives ist von sensiblen Menschen schwer auszuhalten und die zunehmende Oberflächlichkeit unserer Ellenbogenesellschaft lässt viele zerbrechen. Fragen wir nicht nach dem warum sondern nach dem wozu und lernen für uns bei den Lebenden öfter mal nachzufragen.
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Heft 47/2009:
Die Angst vor dem Leben

Der Fall Robert Enke: Was Menschen den Halt verlieren lässt

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Tod von Robert Enke: Anteilnahme von Barcelona bis Jena

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Andacht für Robert Enke: Tausende in Trauer vereint

Depressionen
Krankheit und Verbreitung
Depressionen sind in der Bevölkerung weit verbreitet. Nach epidemiologischen Studien erkranken etwa 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung im Laufe des Lebens an einer Depression. Gemeint sind damit nicht leichte Verstimmungen, sondern psychische Probleme, die behandelt werden müssen.

Geschieht dies nicht, können die Folgen dramatisch sein: Depressionen zählen in Deutschland zu den häufigsten Gründen für Berufsunfähigkeit und werden für die Mehrzahl der rund zehntausend jährlichen Suizide verantwortlich gemacht.
Ursachen und Formen
Die Ursachen der Depressionen sind vielfältig und bleiben bei vielen Patienten unbekannt. Auslöser kann ein Schicksalsschlag sein. Es gibt aber auch Depressionen, die von einem ungelösten, frühkindlichen Konflikt herrühren, der bis ins Erwachsenenalter hineingetragen wird. Auch Medikamente können mitunter eine Depression auslösen: Sie wird als Nebenwirkung bei zahlreichen Arzneien genannt.

Eine endogene Depression entsteht, wenn Stoffwechselvorgänge im Gehirn gestört sind. Sie tritt oft plötzlich und scheinbar ohne Ursache auf; Mediziner vermuten auch eine erbliche Komponente. Eine neurotische oder Erschöpfungsdepression kann durch langfristige Belastungen entstehen, eine reaktive Depression wird oft durch ein aktuelles Ereignis wie etwa einen Trauerfall verursacht.

Seltener ist die bipolare Störung, die früher auch manisch-depressive Erkrankung genannt wurde. Hier wechseln sich extrem gehobene Stimmung und tiefe Niedergeschlagenheit ab. Die Betroffenen erleben mehr und kürzere depressive Phasen, die immer häufiger auftreten, je länger die Störung anhält. Zusätzlich gibt es noch mehrere Unterformen der Depression.
Symptome
Der Depressive erlebt eine anhaltend gedrückte und traurige Stimmung, wobei die Symptome am Morgen oft schlimmer sind als abends. Ein wichtiges Symptom sind Schlafstörungen. Die Patienten ziehen sich zurück und verlieren das Interesse an gesellschaftlichen Kontakten und an vielen anderen Dingen des Lebens. Oft kommen Angst und unbegründete Schuldgefühle hinzu sowie das Gefühl völliger Wertlosigkeit.
Therapie
Depressionen gelten allgemein als gut behandelbar. Oft hilft eine Kombination aus modernen Psychopharmaka und Psychotherapie. In manchen Fällen ist auch gezielter Schlafentzug oder eine Lichttherapie sinnvoll. Nach Abklingen der Symptome muss die Behandlung meist lange Monate fortgesetzt werden, da ein hohes Rückfallrisiko besteht.
Was können Betroffene tun?
Um aus einer Depression herauszufinden, ist das Wichtigste, sich Hilfe bei einem Arzt, Psychotherapeuten oder einer anderen Anlaufstelle zu suchen.

Vielen Patienten hilft es, ihren Tagesablauf zu strukturieren, sagt Angelika Schlarb vom Psychologischen Institut der Universität Tübingen. "Es ist wichtig, morgens überhaupt aufzustehen und sich körperlich beziehungsweise sportlich zu engagieren. 30 Minuten schneller Spaziergang helfen dabei so gut wie ein Antidepressivum."

Zudem sollte man sich Aufgaben suchen, die zu bewältigen sind und Negatives umgehen. Angehörige sollten negative Äußerungen des Depressiven ignorieren und versuchen, auf mögliche positive Tagesereignisse zu sprechen zu kommen.

Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe bietet auf ihrer Internetseite weitere Informationen zur Krankheit. Um herauszufinden, ob man selbst depressiv ist, kann als erster Schritt der Selbsttest der Stiftung helfen.

Mit Material von dpa

Teresa Enke über ihren verstorbenen Mann Robert
Klicken Sie auf die Titel, um die Erklärungen von Teresa Enke im Wortlaut zu lesen
Akute Depressionsschübe
"Wenn er akut depressiv war, dann war das schon eine schwere Zeit. Das ist klar, weil ihm dann der Antrieb gefehlt hat und die Hoffnung auf baldige Besserung und weil natürlich auch die Schwere darin bestand, das Ganze nicht in die Öffentlichkeit hinauszutragen. Weil es sein ausdrücklicher Wunsch war - aus Angst, seinen Sport, unser Privatleben und alles zu verlieren. Was natürlich im Nachhinein Wahnsinn ist. Es kommt ja jetzt auch raus."
Trauer nach dem Tod der Tochter
"Aber die Zeit während der Depressionen, die war nicht einfacher. Wir haben das durchgestanden, weil wir schon mal eine Zeit nach Istanbul und Barcelona durchgestanden haben. Und auch mit Doktor Marksers Hilfe einfach so viel Hoffnung daraus gezogen haben, was wir alles schaffen können. Auch nach Laras Tod. Das hat uns einfach so zusammengeschweißt, dass wir gedacht haben, wir schaffen alles und mit Liebe geht das. Aber, man schafft es doch nicht immer."
Enkes Verhältnis zum Fußball
"Der Fußball war alles, es war sein Leben, sein Lebenselixier, es war alles. Es hat ihm Halt und Kraft gegeben, die Mannschaft. Als es ihm scheinbar ein bisschen besser ging, in dieser Phase war alles so schön, auch wieder ein Teil der Mannschaft gewesen zu sein. Und das war auch damals in Barcelona, wo er aussortiert wurde, wo er auch krank war. Da hat er dann auch gesagt, es ist so schön, bei der Mannschaft zu sein, mit den Jungs Spaß zu haben. Das Training war für ihn der Halt. Als er jeden Tag dahinfahren konnte, das war für ihn das Wichtigste in dieser Situation, das Training, die Mannschaft."
Angst vor dem Verlust des Adoptivkindes
"Ich wollte ihm einfach helfen, das durchzustehen und hatte auch immer gesagt, dass wir auch andere Hilfe in Anspruch nehmen können, wie die Klinik. Aber er wollte es nicht. Aus Angst, dass es rauskommt. Und auch aus Angst, dass man Leila verliert. Wenn man depressiv krank war, was sich herausgestellt hat. Ich habe auch schon mit dem Jugendamt telefoniert, es hätte für alles eine Lösung gegeben. Ja, es ist natürlich die Angst. Was denken die Leute, wenn man ein Kind hat und der Papa ist depressiv? Aber ich habe ihm damals auch schon immer gesagt, das ist kein Problem. Die Leute, das sind alles Pädagogen, und die wissen, dass das zu behandeln ist und der Robert sich liebevoll um Leila gekümmert hat, bis zum Schluss."
Perspektiven abseits des Sports
"Ich habe versucht, für ihn da zu sein, ihm Perspektiven und Hoffnung zu geben. Dass der Fußball nicht alles ist und dass es so viele schöne Dinge im Leben gibt, auf die man sich freuen kann, dass wir uns haben, dass wir Leila haben, dass wir Lara hatten. Das Wichtige war die Perspektive, dass es nichts Auswegloses gibt, dass es für alles eine Lösung gibt, wenn man zusammenhält - und das haben wir gemacht. Ich war immer dabei. Ich bin mit zum Training gefahren die letzten Male und habe ihn immer begleitet."