Endgültiger DFB-Kader Wir müssen draußen bleiben

Marcel Schmelzer, Shkodran Mustafi und Kevin Volland: Der WM-Traum dieser drei Unglücklichen ist geplatzt. Welche Strategie steckt hinter Löws Personalpolitik?

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Der Bundestrainer hat entschieden - und wieder einmal einige überrascht. Der Entschluss von Joachim Löw, bei der WM auf die Dienste von Shkodran Mustafi, Marcel Schmelzer und Kevin Volland zu verzichten und dafür zum Beispiel den Schalker Julian Draxler im Kader zu belassen, wirft Fragen auf.

Warum hat Löw Kevin Volland gestrichen?

Der Hoffenheimer war im vorläufigen Aufgebot als einziger Stürmer neben oder besser gesagt nach Miroslav Klose nominiert worden. Der 21-Jährige hat sich danach auch öffentlich sehr bemüht, seine Stoßstürmerqualitäten herauszustellen. Tatsache ist allerdings, dass Volland im Verein eher über die Flügel und zurückhängend agiert hat - eine Position auf dem Feld, auf der Löw im Kader bereits ein Übermaß an Qualität zur Verfügung hat. Volland hat sich zudem im Länderspiel gegen Polen nicht wirklich aufgedrängt. Gegen Kamerun am Sonntag wurde er nicht eingesetzt.

Ein Stürmer im Kader - ist das nicht viel zu wenig?

Wie man's nimmt. Offiziell ist Klose nun der einzige Angreifer im Kader - kein anderer WM-Teilnehmer dürfte auf dieser Position dünner besetzt sein. Der fast 36-Jährige von Lazio Rom hat zudem schon beinahe traditionell in der Vorbereitung mit leichten Blessuren zu tun. Löw hält ihn jedoch "für den klassischen Turnierspieler". Und vertraut darauf, dass Klose wie bislang immer zu Weltmeisterschaften seine Form findet.

Darüber hinaus hat der Bundestrainer mit Thomas Müller, Mario Götze, Marco Reus, Lukas Podolski, André Schürrle und Julian Draxler genug Spieler, die auch in vorderster Linie agieren können. Und die letztlich genauso viel und wenig Stürmer sind wie Volland. Die Offensive ist auch nach der Streichung des Hoffenheimers überaus gut besetzt. Den alten Stürmer-Begriff hält der Bundestrainer ähnlich wie sein Kollege bei Bayern München, Josep Guardiola, ohnehin für überholt.

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Gestrichene Nationalspieler: Schmelzers Pech, Durms Glück
Was gab den Ausschlag gegen Shkodran Mustafi?

Es war relativ klar, dass Löw sich bei einem Platz zwischen den beiden unerfahrenen Innenverteidigern Matthias Ginter und Italien-Profi Shkodran Mustafi entscheiden würde. Letztlich eine Bauchentscheidung des Bundestrainers, der sich für denjenigen entschieden hat, den er aus der Bundesliga besser kennt.

Wieso wird Marcel Schmelzer nicht mitgenommen?

Für den Dortmunder Linksverteidiger ist diese Nichtnominierung wirklich bitter. Beim BVB ist Schmelzer Stammspieler, er profitiert zudem davon, dass es nicht viele in Deutschland gibt, die auf dieser Position auf international angemessenem Niveau spielen.

Aber Schmelzer hat sich schlicht zur Unzeit verletzt, er hat bereits über fast die ganze Saison mit Blessuren zu tun gehabt, hat im Trainingslager in Südtirol kaum mittrainiert. Und bei Löws Verdikt, in Brasilien vor allem auf fitte Spieler zu setzen, war Schmelzer fast ideal geeignet, um an ihm ein Exempel zu statuieren.

Der Bundestrainer hat vor zwei Jahren am Rande des Qualifikationsspiels gegen Irland einmal durchblicken lassen, dass er den Dortmunder eher als Notlösung für die linke Abwehrseite der Nationalmannschaft betrachtet. Als jetzt im eigenen Verein der junge, dynamische, freche Linksverteidiger Erik Durm auftauchte, fiel es Löw nicht mehr so schwer, Schmelzer zu opfern. Und gleichzeitig als einer dazustehen, der seine Prinzipien durchhält. Schmelzer ist eben kein Sami Khedira, kein Manuel Neuer, kein Philipp Lahm und kein Bastian Schweinsteiger.

Wer sind die Gewinner dieser Entscheidung?

Neben Durm, der jetzt sogar von der Startelf träumen darf, vor allem Julian Draxler. Der Schalker hat in der Offensive große Konkurrenz, alle hatten damit gerechnet, dass er wie 2012 doch noch nach Hause geschickt wird. Allerdings ist Draxler einer von der Art Offensivspieler, die Löw schätzt. Flexibel einsetzbar und als Backup zur Verfügung, wenn Müller oder Götze weiter nach vorn gezogen werden.

Ist der Kader jetzt ausgewogen genug?

Ja. Mit Einschränkungen. Jede Position ist nominell doppelt besetzbar, mit einer deutlichen Gewichtung allerdings auf das Mittelfeld, vor allem auf das offensive Mittelfeldspiel. In der Abwehr dagegen würde schon ein einziger Ausfall das Gesamtkonstrukt verändern. Wenn sich Erik Durm verletzten sollte, müsste zum Beispiel Jérôme Boateng gegen sein Naturell auf die linke Abwehrseite rücken. Sollte Philipp Lahm fehlen oder würde er auf die Sechser-Position gerückt, würde Boateng auf rechts verteidigen. Einen gleichzeitigen Ausfall von beiden sollte man sich also besser nicht vorstellen.

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insgesamt 154 Beiträge
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sabaro4711 02.06.2014
1. Alternative....
Wenns nix wird, textet man um, schreibt "Breit wie nie" und stellt Kevin Großkreutz daneben. Dann sind die Plakate nicht gänzlich unnütz gedruckt worden ^^
taubenvergifter 02.06.2014
2. Durm und Lahm
Klar, wenn beide gleichzeitig ausfallen, wird´s schwer. Gilt aber auch für Neuer und Weidenfeller. Auf den AV-Positionen hat man aber nicht von ungefähr auch die Vielseitigkeit von Großkreutz und Höwedes zu berücksichtigen.
clownsmiley 02.06.2014
3. Unverständlich
Wieder einmal zeigt Löw, dass seine Nominierungen kaum verständlich sind. Wieso kommt ein wirklich enttäuschend schwacher Höwedes mit? Als Back-up für Durm? Warum einen IV auf den LV ziehen, wenn man doch einen LV hat? Schmelzer wäre sicherlich ebenso fit geworden, wie Lahm oder Neuer oder Schweinsteiger. Aber hier hat Löw seine eigene Marschrichtung verraten - wie so oft schon. Es ist mir nicht verständlich, für welche Spieler die Ausnahme gilt und für welche nicht. Oder muss man doch beim Klassenprimus aus dem Süden spielen, um eine Ausnahme zu bekommen?
townsville 02.06.2014
4. optional
Absolut nachvollziehbar. Nach Özils schwacher Leistung bislang ist Draxler als 1:1 Ersatz auf der Position logischer Teilnehmer. Schmelzer ist einfach nicht fit und es gibt Alternativen genügend aLternativen (Großkreutz, Durm, Lahm links). Mustafi war eh klar, wenn soll er verdrängen? Hummels, Boateng, Mertesacker - natürlich nicht und mit Ginter ist ein guter Junge für die Bank ohnehin dabei. Volland hätte sowieso kein Spiel gemacht, mit Reus, Müller, Schürrle, stehen erfahrenere, torgefährlichere und besser Leute bereit (Podolski nicht mal mitgezählt), die offensiv Durchschlagskraft haben, wenn Klose nicht einschlägt - aber der ist Turnierpferd und hat da IMMER seine Buden gemacht, natürlich muss der mit.
Fregi 02.06.2014
5. optional
Hoffentlich wechselt sich dieser Trainer nach der WM endlich selber aus. Statt fitte gesunde Spieler mitzunehmen, werden verletzte und weniger fitte Spieler "eingepackt". Da merkt man eindeutig, das er seine Lieblingsspieler mitnimmt, egal ob die eine Krückstock benötigen.
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