Makaberer Protest: Dresden-Fans schaufeln Gräber für eigene Spieler

"Grenzen überschritten": Anhänger des Drittligisten Dynamo Dresden haben nach der deutlichen Niederlage ihres Teams gegen Paderborn Grabstätten für die eigenen Spieler ausgehoben. Der Verein stellte Strafanzeige gegen Unbekannt.

Hamburg - Auf Dresdens Spieler wartete am Montag eine böse Überraschung. Nach der 0:3-Heimniederlage gegen den SC Paderborn am Sonntag hatten sich Fans nachts auf das Trainingsgelände des Vereins geschlichen. Sie gruben elf grabähnliche Löcher in den Trainingsplatz und versahen diese mit Holzkreuzen. Dynamo Dresden stellte Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung.

Dresden-Fans: "Werden wir nicht tolerieren"
AP

Dresden-Fans: "Werden wir nicht tolerieren"

"Es ist absolut nichts dagegen einzuwenden, wenn Fans ihren berechtigten Unmut über die schlechte Leistung und das Ergebnis kundtun wollen. Aber hier wurde die Grenze erheblich überschritten, das werden wir nicht tolerieren", sagte Dresdens Geschäftsführer Ralf Minge.

Die Fans hätten ihrem Club, der mit 13 Punkten aus zwölf Spielen auf dem 16. Tabellenplatz steht, zudem einen Bärendienst erwiesen, so Minge: "Jetzt haben wir in dieser angespannten Witterungssituation nochmals deutlich verschlechterte Trainingsbedingungen. Das hilft der Mannschaft in der Vorbereitung auf das nächste Spiel in Stuttgart keineswegs."

Bereits im Jahr 2003 hatten Fans des kroatischen Erstligisten Hajduk Split ein Beispiel für diese makabere Protestform geliefert. Nachdem der dreimalige Landesmeister mit Niederlagen in der Meisterschaft gegen Aufsteiger Inker Zapresic (1:4) und in der Uefa-Cup-Qualifikation beim finnischen Außenseiter Haka Valkeakoski (1:2) enttäuschte, hatten Anhänger auf dem Rasen Gräber für die Spieler ausgehoben.

mig/sid

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