"Handgreiflichkeiten und Messerattacken" im Sport Makkabi-Vereine beklagen Antisemitismus von arabischen Migranten

"So aggressiv und hasserfüllt wie nie zuvor": Der Präsident der jüdischen Makkabi-Vereine in Deutschland hat Gewalt von Gegnern mit muslimisch-arabischem Hintergrund angeprangert - vor allem in unterklassigen Sport-Ligen.

Makkabi-Deutschland-Präsident Alon Meyer
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Makkabi-Deutschland-Präsident Alon Meyer


Die jüdischen Makkabi-Vereine in Deutschland klagen über zunehmende Probleme durch Antisemitismus von Migranten aus arabischen Ländern. "In den unterklassigen Ligen ist es in den vergangenen anderthalb Jahren so aggressiv und hasserfüllt wie nie zuvor", sagte Alon Meyer, Präsident vom Dachverband Makkabi Deutschland und Makkabi Frankfurt.

Meyer sagt weiter, dass die Judenfeindlichkeit schon lange nicht mehr von rechtsgerichteten Gruppierungen komme, sondern verstärkt von Gegnern mit muslimisch-arabischem Hintergrund, "die uns im Sport anfeinden".

Die Lage habe sich durch den Flüchtlingszuzug verschärft. "Die meisten der Flüchtlinge sind in hasserfüllten, totalitären Regimen aufgewachsen, in denen Feindbilder aufgebaut werden, die sich nicht nur gegen Juden, sondern zum Beispiel auch gegen leicht bekleidete Frauen, Schwule oder Lesben richten", betonte Meyer.

Vorfälle vor allem in den unteren Spielklassen

Es betreffe hauptsächlich den Fußball, den Handball und den Basketball - und vor allem Makkabi-Mannschaften in den A-, B- und C-Klassen sowie in der Kreisklasse. "In der Oberliga passiert das sehr selten. Die Leute haben eine gewisse Disziplin", sagte Meyer.

So sind die Sportler von Makkabi Frankfurt immer wieder Beleidigungen und Bedrohungen ausgesetzt. "Es fängt an bei judenfeindlichen Parolen und ging bis hin zu Handgreiflichkeiten und Messerattacken", sagte Meyer. Die verbalen Attacken reichen von "Drecks-Jude" über "Schiedsrichter zieh' dein Judentrikot aus" bis "Juden ins Gas".

Meyer leitet seit 2007 den Makkabi-Verein in Frankfurt mit rund 1400 Mitgliedern - sie sind nicht nur jüdischer Herkunft - und seit 2013 auch Makkabi Deutschland. In der Dachorganisation sind 37 Klubs mit 4000 Mitgliedern.

Der Hessische Fußball-Verband (HFV) hat sich bereits deutlich positioniert. "Jegliche Form von Rassismus, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt wird von uns verurteilt und strikt abgelehnt", erklärte HFV-Präsident Stefan Reuß. Der Verband betonte zudem, jegliche Fälle von Antisemitismus konsequent zu verfolgen und gemäß der Satzung entsprechend zu sanktionieren. "Wir können nicht dulden, dass sich der Antisemitismus auf unseren Fußballplätzen ausbreitet und zur Gewohnheit wird", sagte HFV-Vizepräsident Torsten Becker.

Im Video: "Du Jude!" als Schimpfwort - Antisemitismus unter arabischen Jugendlichen

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bka/dpa



insgesamt 28 Beiträge
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came66 05.09.2018
1. Was bitte ist die "jüdische Herkunft"?
Es fängt bei der Sprache an. Die Herkunft der Spieler ist aus Deutschland, Israel oder von sonstwo aus der Welt. Der Glaube ist dann jüdisch, christlich oder irgend etwas Anderes. Wenn die Herkunft der Spieler jüdisch ist, ist sie eben nicht deutsch - also fremd. So ist es aber nicht. Die Spieler kommen aus Deutschland. Sie gehören zu uns und zu uns gehören verschiedene Religionen.
isi-dor 05.09.2018
2. Ich habe diesen Hass wirklich satt!
Trotz der Unterstützung durch die FIFA behindert die israelische Besatzung den für den palästinensischen Fußball notwendigen Ausbau der Infrastruktur. Noch schwerwiegender sind jedoch die Einschränkungen der Bewegungsfreiheit, die schon ein regelmäßiges Training, von einem regulären Ligabetrieb ganz zu schweigen, kaum möglich machen. Vielleicht täte der DFB auch mal gut daran, Vereine mit religiöser oder weltanschaulicher Einschränkung vom Spielbetrieb komplett auszuschließen. Was spricht eigentlich dagegen, wenn Juden und Araber in einem deutschen Fußballclub gemeinsam auf Torejagd gehen und zwar auch gegen andere Vereine, in denen ebenfalls auch Juden, Christen, Muslime, Buddhisten, Heiden, Atheisten, Hindus und wer weiß noch was spielen? Ist das wirklich so schwer? Die Makkabis sind auch nur eine Parallelwelt, die ihre Zeit längst überlebt hat. Der Sport heißt Fußball und nicht Judenfußball oder Araberfußball. Sport ist kein Rassen- und kein Religionswettkampf.
isi-dor 05.09.2018
3. Allen sollte endlich mal klar werden:
Religion ist Privatsache und hat im Sport nichts zu suchen. Im Sport geht es um den Wettkampf zwischen zwei Sportmannschaften.
peter-11 05.09.2018
4. Rechtsstaat
Hier ist auch der Rechtsstaat gefordert. Es hilft nur rigoroses Durchgreifen, denn nur das hilft, wenn man die Strafen auch publik macht. Mit "liebevollen" Erklärungen und Beschwichtigungen wird man diesen Auswüchsen nicht Herr.
CancunMM 05.09.2018
5. @isi-dor
was soll der Quatsch? Sie können auch als Moslem bei Makkabi spielen. Und was hat der Fußballclub mit der Politik Israels zu tun?
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