Von Nils Lehnebach
Hamburg - Große Spieler, so sagt man, entscheiden die großen Spiele. Die größte Partie, die größte Fußball-Bühne des Wochenendes war das Manchester-Derby, City gegen United. Es lief bereits die Nachspielzeit, als die Gäste einen Freistoß bekommen. Robin van Persie schnappte sich den Ball, lief an - und traf zum 3:2 (2:0)-Sieg. Der Niederländer setzte das letzte Ausrufezeichen in einem von mehreren Wendungen geprägten Match.
"Es war ein wirklich spezielles Ende: Mit drei Punkten, erreicht auf eine romantische Art", sagte van Persie "Sky Sports". Es war bereits das dritte Mal, dass der United-Stürmer, erst im Sommer vom FC Arsenal gekommen, in diesem Jahr eine Premier-League-Partie mit einem Tor in den letzten Sekunden entschieden hatte. Dennoch war der Treffer im Derby der herausragendste von allen, besiegelte er doch die erste City-Heimpleite seit 37 Spielen. Durch den Erfolg baute ManUnited zudem seine Tabellenführung aus und liegt nun schon sechs Punkte vor City.
Wohl schon eine Vorentscheidung im Titelrennen, auch wenn City-Trainer Roberto Mancini dies nicht eingestehen wollte. "Wir haben den Geist, um die sechs Punkte aufzuholen. Wir müssen jetzt eine Serie starten und vier oder fünf Partien in Folge gewinnen", sagte der Italiener.
Dazu kommt Mario Balotelli, erst einmal in der Liga erfolgreich, der gegen United mal wieder von Beginn an auflaufen durfte. Es dürfte das letzte Mal für längere Zeit gewesen sein. Mancini nahm ihn in der 52. Minute vom Platz, nach der Partie sagte er: "Ich liebe Mario als Menschen, auch als Fußballer. Aber er kann nicht so weitermachen wie heute. Es ist unverständlich, dass er seine Qualitäten aus dem Fenster wirft. Das ist unglaublich."
Rassistische Beleidigungen gegen Ferdinand
Unverständlich war auch vieles von dem, was sich beim Derby abseits des Feldes abspielte. So wurde United-Verteidiger Rio Ferdinand beim Jubeln nach dem Siegtor von einem Fan mit einer Münze beworfen und zog sich eine blutende Wunde in der Nähe seines Auges zu. "So etwas darf auf einem Fußballplatz nicht passieren", sagte van Persie. Ferdinand selbst nahm es mit Humor. "Wer auch immer diese Münze geworfen hat: Was für ein Wurf!", twitterte der 34-Jährige.
Englands Verband FA kündigte Ermittlungen und harte Sanktionen gegen die Täter an, bis hin zu einem lebenslangen Stadionverbot. Doch der City-Anhänger ist nicht der einzige, dem Konsequenzen drohen. Ein weiterer Fan der "Citizens" lief anschließend aufs Feld und keifte in Richtung Ferdinand, die City-Profis Joe Hart und Tevez mussten ihn stoppen.
Nach der Aktion verschickten Unbekannte bei Twitter mehrere Posts mit rassistischen Beleidigungen gegen Ferdinand, die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen. Auch gegen einen Zuschauer im Stadion, der rassistische Lieder gesungen haben soll. ManCity entschuldigte sich nach der Partie bei Ferdinand und kündigte an, die Polizei bei ihren Ermittlungen zu unterstützten.
Manchester City - Manchester United 2:3 (0:2)
0:1 Rooney (16.)
0:2 Rooney (29.)
1:2 Yaya Touré (60.)
2:2 Zabaleta (86.)
2:3 van Persie (90.+2)
ManCity: Hart - Zabaleta, Kompany (21. Kolo Touré), Nastasic, Clichy - Yaya Touré (84. Dzeko), Barry - Nasri, Agüero, Silva - Balotelli (52. Tévez)
ManUnited: de Gea - Silva, Ferdinand, Evans (49. Smalling), Evra - Valencia (85. Jones), Cleverley (88. Welbeck), Carrick, Young - Rooney - van Persie
Schiedsrichter: Atkinson
Zuschauer: 48.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Nasri (2), Yaya Touré (2), Tévez, Barry (2) - Ferdinand (2), Rooney (3)
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