Premier League Manchester United trennt sich von Mourinho

Der Klub steckt seit Monaten in der Krise, nun hat Manchester United die Konsequenzen gezogen: Trainer José Mourinho ist seinen Job los.

José Mourinho
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José Mourinho


Der englische Fußball-Rekordmeister Manchester United hat sich von Trainer José Mourinho getrennt. Das gab der Klub auf seiner Webseite bekannt. Ein Interimstrainer werde das Amt zunächst bis Saisonende übernehmen, bis dahin suche der Klub eine dauerhafte Lösung, hieß es.

United hatte am Sonntag 1:3 (1:1) gegen Tabellenführer FC Liverpool verloren und hat als Sechster der Premier League derzeit 19 Punkte Rückstand auf die Spitze.

Der 55-jährige Portugiese Mourinho hatte seinen Posten bei den Red Devils im Sommer 2016 angetreten. Der Kontrakt lief noch bis zum Ende der laufenden Saison und enthielt eine Option auf weitere Zusammenarbeit.

Carrick soll zunächst übernehmen

Mourinho ist einer der erfolgreichsten Vereinstrainer der Welt. "The Special One" gewann in vier europäischen Ligen insgesamt zehn Meistertitel. Mit dem FC Porto (2004) und Inter Mailand (2010) triumphierte Mourinho in der Champions League. Mit United gewann er 2016/2017 die Europa League, Porto führte er 2003 zum Titel im Vorgängerwettbewerb Uefa-Cup. Mit Real Madrid und dem FC Chelsea blieben ihm trotz großer Erfolge auf nationaler Ebene internationale Triumphe versagt.

Zunächst soll laut Medienberichten Michael Carrick (37) übernehmen. Der frühere englische Nationalspieler hatte seine Karriere im März nach zwölf Jahren bei ManUnited beendet.

Mit Mourinho (55) ist nach David Moyes und Louis van Gaal auch der dritte Nachfolger am viel zu schweren Erbe von Teammanager-Ikone Sir Alex Ferguson gescheitert. Manchester bedankte sich bei ihm für zweieinhalb Jahre im Old Trafford, das unter Mourinho nie das Theater grenzenloser Träume war - zu bieder ließ er Fußball spielen.

Im ersten Jahr 2016/2017 reichte es noch für die Siege im Ligapokal und der Europa League, die vergangene Saison beendete United ohne Titel. Der Rückstand des Tabellenzweiten auf Meister Manchester City: 19 Zähler. Genau so viele Punkte liegt United jetzt hinter Klopps Liverpool zurück. Die Bilanz ist mit 26 Punkten so schlecht wie seit 1990/91 nicht, der Rückstand auf die Top Vier beträgt elf Zähler.

Da half Mourinho auch sein Vertrag bis 2019 mit Option auf eine weitere Saison nicht, zumal das Verhältnis zur Mannschaft als angespannt galt. Mit Weltmeister Paul Pogba, der in Liverpool 90 Minuten auf der Bank schmorte, lag Mourinho gar in offenem Streit. Den Rest kritisierte er am Sonntag als physisch zu schwach und viel zu oft verletzt.

krä/dpa/sid



insgesamt 17 Beiträge
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july1969 18.12.2018
1.
Wäre das nicht einer für den FCB? Hoeness und Mourinho gemeinsam beim FCB, daß dürfte dann wirklich ein Blockbuster werden. Bitte Uli, gönne uns das vor deinem Rückzug noch!!!
Nonvaio01 18.12.2018
2. keine ueberraschung
er ist eben nicht der trainer fuer Manu. manu will attraktiven Fussball, nicht das was Mou spielen laesst.
zauberer2112 18.12.2018
3. Kein Verlust für den Fußball
Mit seiner Menschenführung, die Art, seine Mannschaften Fußball "spielen" zu lassen und seiner herablassenden Attitüde - ich bin froh, wenn er nicht mehr auftaucht.
Pless1 18.12.2018
4.
Ausgerechnet Klopp, dem selbsternannten "normal one" wurde also nun die Ehre zuteil, "The Special One" in den einstweiligen Ruhestand zu schicken. Ob Mourinho noch einmal auf die ganz große Fußballbühne zurück kommen wird darf bezweifelt werden, seit Jahren kann er nicht mehr an seine unbestritten großen Erfolge anknüpfen. Mourinho scheint sich nur noch für Mourinho zu interessieren, kaum mehr für seine Spieler und dafür, diese besser zu machen. Keine gute Nachricht ist das allerdings für all jene, die davon ausgehen, dass die Bayern doch noch einen anderen Trainer brauchen als Nico Kovac. Denn ab heute gibt es für Trainer der obersten Kategorie ein noch lohnenderes Ziel als den FC Bayern. Erster Kandidat in Manchester dürfte wohl Zinedine Zidane sein.
osnaplayer 18.12.2018
5. Keine Überraschung
Anspruch und Wirklichkeit liegen halt seit Jahren auseinander. Ich hoffe nur das er nicht bei Bayern anheuert wenn Kovac doch gefeuert werden sollte.
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