Mangelnde Integration: Real-Trainer Mourinho kritisiert Özil und Khedria

"Özil lebt mit Khedira und Khedira mit Özil": Real Madrids Coach José Mourinho hat die mangelnde Teilnahme von Mesut Özil und Sami Khedira am sozialen Leben des Teams kritisiert. Zudem würden beide weder Spanisch noch Englisch sprechen, es sei schwierig, ihnen Anweisungen zu geben.

Real-Spieler Özil (r.), Khedira: Verständigungsprobleme mit Coach Mourinho Zur Großansicht
dpa

Real-Spieler Özil (r.), Khedira: Verständigungsprobleme mit Coach Mourinho

Hamburg - Laut Trainer José Mourinho haben die deutschen Fußballnationalspieler Mesut Özil und Sami Khedira noch erhebliche Kommunikationsprobleme bei Real Madrid. In einem Interview mit der Zeitung "As" sagte er, es sei schwierig, ihnen Anweisungen verständlich zu machen: "Sie sprechen kaum ein Wort Spanisch und haben darum kein leichtes Leben hier. Darüber hinaus beherrschen die beiden nicht einmal das Englische", sagte der Trainer des spanischen Rekordmeisters. "Sie sagen 'buenos días' und 'hola', aber das ist auch schon alles."

Neben der schwierigen Verständigung bemängelte Mourinho auch die fehlende Integration von Özil und Khedira in die Mannschaft. "Die Anteilnahme am sozialen Leben des Teams ist gleich null. Özil lebt mit Khedira und Khedira mit Özil", so der 47-Jährige weiter. Dabei habe Real eine Mannschaft von jungen und geselligen Spielern, mit denen einfach umzugehen sei. "Man muss Geduld haben und den beiden Deutschen Zeit geben", sagte Mourinho.

Auf einer DFB-Pressekonferenz am Mittwoch nahm Bundestrainer Joachim Löw Özil und Khedira in Schutz: "Man kann nicht erwarten, dass ein Spieler nach einem Wechsel in ein fremdes Land nach drei oder vier Wochen eine neue Sprache sprechen kann. Ich habe mit beiden gesprochen, und sie machten einen zufriedenen Eindruck auf mich. Sie haben mir gegenüber zum Ausdruck gebracht, dass sie sehr gut in das Star-Ensemble bei Real aufgenommen wurden."

"Ich bin ein Trainer und nicht Harry Potter"

Özil und Khedira hätten Wohnungen gefunden und sich eingelebt. "Es ist für beide eine große Herausforderung in einem königlichen Club. Ich denke, dass sie davon profitieren werden. Wenn ich ihr Selbstbewusstsein sehe und ihre Fähigkeiten, bin ich sicher, dass ich sie das schaffen", sagte der Bundestrainer. Zudem benötige Real Madrid angesichts vieler Pflichtspiele nicht nur elf, sondern 16, 18 oder sogar 20 Top-Spieler.

Mourinho äußerte sich auch zu den hohen Erwartungen der Fans: "Ich bin ein Trainer und nicht Harry Potter. Er ist ein Magier. Magie ist Fiktion, und ich lebe für den Fußball. Das ist die Realität. Ich bin erst zwei Monate in Madrid", sagte der Portugiese. Gleichzeitig spielte er die Bedeutung des enttäuschenden 0:0-Auftaktremis seines Teams in der spanischen Primera Divisíon am Sonntagabend bei Real Mallorca herunter. Mourinho, der in in der vergangenen Spielzeit mit Inter Mailand das Triple aus Champions League, Meisterschaft und Pokal gewonnen hatte, fügte hinzu: "Madrid braucht Stabilität, und ich bin hier, um diese zu geben."

fsc/sid/dpa

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