Manipulation im Fußball: Fifa reagiert auf steigende Kriminalität

Wie kann die Fifa Manipulationen im Fußball effektiver bekämpfen? Der Weltverband und Interpol beraten in den kommenden Tagen über diese Frage, schon jetzt sind erste Schritte beschlossen: Ehemalige Kriminalisten sollen die Fifa unterstützen, geplant ist ein weltweites Experten-Netzwerk.

Sicherheitsabteilungsleiter Mutschke: Will weltweites Anti-Manipulationsnetzwerk einrichtenZur Großansicht
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Sicherheitsabteilungsleiter Mutschke: Will weltweites Anti-Manipulationsnetzwerk einrichten

Hamburg - Der Weltverband Fifa will den Kampf gegen Manipulationen im Fußball intensivieren. Man habe eine zunehmende Bedrohung durch Spielmanipulationen im großen Stil erkannt, so der deutsche Leiter der Sicherheitsabteilung, Ralf Mutschke. "Momentan sind rund 50 nationale Ligen außerhalb Europas Ziel von organisierten Kriminellen auf dem Wettmarkt", sagte Mutschke vor einer Konferenz der Fifa und der Polizeiorganisation Interpol am Donnerstag und Freitag in Rom. Neben den Ligen sind laut Mutschke auch "internationale Freundschaftsspiele für solche Aktionen" anfällig.

"Ich habe mich mit einem verurteilten Manipulator informell getroffen", sagte der frühere BKA-Mitarbeiter Mutschke: "Er sagte mir gerade ins Gesicht: 'Die organisierte Kriminalität geht raus aus den ursprünglichen kriminellen Tätigkeiten hin zur Spielmanipulation, denn hier besteht ein geringes Risiko, aber sie verspricht hohe Gewinne.'"

Die Fifa, die nach Angaben Mutschkes derzeit rund 1500 Spiele pro Jahr beobachtet, wird als Reaktion darauf personell aufrüsten. Das Team Mutschkes am Verbands-Sitz in Zürich wird um eine ehemalige BKA-Kriminalkommissarin sowie einen früheren US-Kommissar verstärkt. Zudem wird ein weiterer Mitarbeiter in London stationiert. "Mein großes Ziel ist es, ein weltweites Netzwerk von Integritäts-Offizieren einzurichten", sagte Mutschke.

Um den Kampf gegen Manipulationen effizienter zu gestalten, hat die Fifa ein sogenanntes "Sensibilisierungsprogramm" entwickelt. Dabei sollen unter anderem die Schiedsrichter der WM 2014 in Brasilien geschult werden. Außerdem werden in allen Konföderationen Workshops stattfinden, um ein systematisches Vorgehen gegen Spielmanipulationen zu gewährleisten.

Mutschke möchte zudem ab dem Frühjahr eine Anlaufstelle im Internet für anonyme Hinweise schaffen.

luk/sid

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