Antisemitismus-Vorwurf Balotelli für Instagram-Post gesperrt

Mario Balotelli muss im nächsten Ligaspiel des FC Liverpool zuschauen. Der Stürmer kassierte vom englischen Ligaverband eine Sperre. Grund ist ein umstrittener Beitrag des 24-Jährigen bei Instagram.

Liverpool-Stürmer Balotelli (l.): Sperre und Geldstrafe
AFP

Liverpool-Stürmer Balotelli (l.): Sperre und Geldstrafe


Hamburg - Mario Balotelli vom FC Liverpool hat sich zum wiederholten Mal eine Strafe eingehandelt. Der englische Verband sperrte den 24-Jährigen für das Premier-League-Duell mit dem FC Arsenal am Sonntag (17 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) und verurteilte ihn zusätzlich zu einer Geldstrafe in Höhe von umgerechnet rund 32.000 Euro. Balotelli, der zudem an einem nicht näher spezifizierten Schulungsprogramm teilnehmen muss, wurde ein umstrittener Beitrag beim Internetdienst Instagram zum Verhängnis.

Balotelli akzeptierte die Sanktionen und bat die Anhänger der "Reds" um Entschuldigung. Er hatte seinen Followern ein Bild der Computerspielfigur Super Mario präsentiert, die angeblich "springt wie ein Schwarzer und Münzen sammelt wie ein Jude".

Balotelli hatte sich anschließend über Twitter ausdrücklich dafür entschuldigt, "falls ich irgendjemanden verletzt haben sollte". Sein Post sei "antirassistisch und humorvoll gemeint" gewesen. Er verstehe jetzt jedoch, dass "dies aus dem Zusammenhang gerissen den gegenteiligen Effekt haben" konnte.

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Balotelli löschte seinen Post bei Instgram kurz nach der Veröffentlichung, nachdem sich in den sozialen Netzwerken zahlreiche Nutzer über ihn aufgeregt hatten. Dennoch leitete der englische Verband eine Untersuchung gegen den Angreifer ein.

Der Italiener hatte schon zuvor erbost auf die Kritik reagiert. "Meine Mutter ist Jüdin", schrieb er bei Twitter, "also haltet gefälligst alle den Mund!" Er räumte jedoch ein, er habe das Bild in einem "unglücklichen Moment" geteilt.

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Balotelli hatte es wohl tatsächlich gut gemeint, denn das Bild trug die Überschrift "Sei nicht rassistisch". Es listete auf, welche Einflüsse aus aller Welt die Figur Super Mario - einer von Balotellis Spitznamen - angeblich vereint.

Der frühere englische Nationalspieler und heutige BBC-Kommentator Gary Lineker twitterte anschließend, er bezweifle stark, dass Balotelli es in irgendeiner Form rassistisch oder antisemitisch gemeint habe. Es "war nur extrem naiv".

Balotelli hat schon öfter Ärger wegen seiner Posts bekommen. Erst im Oktober wurde er via Twitter übel rassistisch beschimpft, im Juli sorgte ein Pumpgun-Foto, das er veröffentlicht hatte für Aufregung.

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Mario Balotelli: Torjäger und Skandalnudel



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