Kritik an BVB-Star Götze "Mit Mario waren wir überhaupt nicht einverstanden"

Die Europapokalsaison ist für Borussia Dortmund überraschend früh beendet. Nach dem Aus gegen Salzburg redete sich Trainer Peter Stöger in Rage. Vor allem Mario Götze wurde zum Ziel der Kritik.


Es sollte ein großer Europacupabend werden, stattdessen wurde es: eine einzige Enttäuschung. Borussia Dortmund ist am Donnerstagabend in Salzburg aus der Europa League ausgeschieden. Und nun herrscht beim BVB Ärger.

"Ich habe in der Kabine kaum noch Worte gefunden", sagte Trainer Peter Stöger nach dem 0:0 bei Außenseiter Salzburg (Hinspiel: 1:2). Vor allem Mario Götze hatte den Trainer in Wallung gebracht. "Mit Mario waren wir überhaupt nicht einverstanden", sagte Stöger. "Ordentliches Passspiel, Bewegung auf gefährlichen Positionen und Tiefgang - da war gar nichts zu sehen. Wenn gar nicht das umgesetzt wird, was wir machen wollten, müssen wir versuchen, anderen Jungs eine Möglichkeit zu geben."

Auch Götzes Teamkollegen kritisierte Stöger scharf: "Wenn du nur Hacke, Spitze spielst, kannst du nicht gewinnen. Wer so behäbig spielt, braucht sich nicht zu wundern, wenn er keine Chancen hat."

Der erste Schuss auf das gegnerische Tor gelang erst in der 51. Minute. Da war Götze schon nicht mehr auf dem Platz, der 25-Jährige war zur Pause ausgewechselt worden. Seine Bilanz: kein Torschuss, keine Torschussvorlage. Mit derselben Ausbeute ging auch Stürmerstar Marco Reus nach 45 Minuten vom Platz, laut Stöger allerdings aufgrund von "Problemen im Adduktorenbereich".

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Borussia Dortmund in Salzburg: Ausgepresst

"Ein Maß an Überwindung wäre nötig gewesen, aber das haben wir einfach nicht drauf", sagte Stöger: "Möglicherweise verlässt man sich zu sehr darauf, was auf dem Papier steht, nämlich, dass da viel Qualität ist. Aber die müsste man dann halt auch sehen."

Auch die Spieler selbst übten Kritik. "Wir haben uns den Schneid abkaufen lassen. Am Anfang steht im Fußball immer der Kampf, Top-Spieler hin oder her", sagte André Schürrle. Torhüter Roman Bürki bemängelte ebenfalls den fehlenden Kampfgeist: "Das war ein Endspiel. Das wussten wir. Deshalb ist es sehr enttäuschend zu sehen, wie wir dann aufgetreten sind."

Ein Sieg am Sonntag im Heimspiel gegen Hannover könnte helfen, den Frust zumindest ein wenig zu vertreiben. Mit 45 Punkten ist der BVB aktuell Dritter in der Bundesliga.

Red Bull Salzburg - Borussia Dortmund 0:0
Salzburg:
Walke - Lainer, Ramalho, Caleta - Car, Ulmer - Haidara (82. Yabo), Schlager (79. Wolf), Samassekou, Berisha - Hwang (66. Gulbrandsen), Dabbur
Dortmund: Bürki - Piszczek, Zagadou, Sokratis, Schmelzer - Dahoud, Castro (62. Guerreiro) - Schürrle, Reus (46. Isak), Götze (46. Philipp) - Batshuayi
Schiedsrichter: Bastien (Frankreich)
Gelbe Karten: Hwang, Berisha, Samassekou / Sokratis, Zagadou
Zuschauer: 29.520

mon/dpa



insgesamt 70 Beiträge
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gnarze 16.03.2018
1. Exemplarisch
Also in der ersten Halbzeit sollte man keinen einzelnen Sündenbock suchen, da waren alle - bis auf Bürki - grottenschlecht bzw. im Rahmen ihrer Möglichkeiten(also nicht europaleaguetauglich) Stöger hat ja eigentlich alles richtig analysiert, die Frage ist doch nur, warum ist es so weit gekommen? Kaum vorstellbar, dass der Trainer nicht auf das bekannte Pressing von Salzburg hingewiesen und Lösungen vorgeschlagen hat. Wieso kam da Nullkommanulli ?
Cunctator 16.03.2018
2. Zweierlei Maß
Das hätte sich mal der Tuchel erlauben sollen. Nach einem schlechten Spiel die eigene Mannschaft oder vielleicht sogar einzelne Spieler kritisieren. Watzke hätte ihn wohl sofort rausgeschmissen. War das nicht auch eines der Dinge die die Medien Tuchel stets vorgeworfen haben?
bs2509 16.03.2018
3. Borussia Dortmund
fand einfach nicht statt, "Pummelchen" Götze und Andre Schürrle haben ihren Zenit mittlerweile überschritten. Vom Ruhm der Vergangenheit zu zehren, bringt einfach nichts. Und der "ewige Farschüler" Reus hat sein eigenes Problem, er wird gesundheitliche Probleme nicht mehr los. Wahrscheinlich hat er auch deshalb seinen Vertrag beim BVB verlängert, weil andere Vereine in der Hinsicht vorsichtiger gewesen wären. Aber eines stimmt auffallend, an Peter Stöger hat es nicht gelegen. Die Mannschaft ist mittlerweile auf Bundesligadurchschnitt angekommen. Eine erneute Championsleague-Teilnahme bedeutet, ein international erfahrener Trainer muss her. Und drei bis vier neue Spieler dazu. Sonst wird der BVB im Mittelmaß hängen bleiben. Und neben den Bayern braucht der Deutsche Fußball einen weiteren Verein, der auf höchstem Niveau mitspielen kann. Das war bisher der BVB, aber wenn die Verantwortlichen nicht aufpassen, dann war es das.
wieissesdennnurmoeglich 16.03.2018
4. Priemel
Goetze ist und war immer ein Schoenwetter-Fussballspieler. Beissen, kämpfen war nie seine Sache, auch Spielintelligenz, ein Spiel lesen können, war nie sein Ding. Einzelaktionen können toll sein, aber das reicht bei weitem nicht, um ein Spiel leiten zu koennen. Und gerade in schwierigen Umständen versagen diese Art Spieler immer, da sie unter Druck verkrampfen, verdampfen.
ProbeersEinfach 16.03.2018
5.
Die Bayern mussten doch erst von den Fußballexprten des BVB´s hören, dass Götze so ein super Spieler sei und soe ihn bloß nicht richtig integriert oder gefördert hätten. Götze und Schürrle sind Durschnittskicker und leben von ihrer wirklich tollen Aktion im WM-Finale. Ohne den Legendenstatus wären sie schon längst bei (noch) schlechteren Clubs.
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