Nationalspieler Gómez Das Näschen ist zurück

Eine lange Durststrecke geht zu Ende: Mario Gómez konnte sich trotz der Niederlage gegen England als Gewinner fühlen. Nach seinem Tor zum zwischenzeitlichen 2:0 war ihm die Erleichterung anzumerken.

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Als Mario Gómez in der 80. Minute beim Stand von 2:2 gegen England ausgewechselt wurde, erlebte er im Berliner Olympiastadion ein lange vermisstes Gefühl im Trikot der deutschen Nationalmannschaft. Die Fans erhoben sich von ihren Plätzen und applaudierten. Der Stürmer von Besiktas Istanbul durfte sich nach der 2:3 (1:0)-Niederlage gegen die Three Lions als Sieger im Team des Weltmeisters fühlen.

"Ich bin wieder fit und habe auch wieder den Spaß am Fußball gefunden", sagte er gestern. Zum bis dato letzten Mal hatte der Stürmer am 13. Juni 2012 für die DFB-Auswahl getroffen. Beim 2:1-Sieg im EM-Vorrundenspiel gegen die Niederlande traf Gómez sogar doppelt. Doch dann schlief seine Nationalelf-Karriere ein - bis jetzt.

"Diesmal möchte ich dabei sein und nicht, wie bei der WM, nur zuschauen", sagte der 30-Jährige, dem in der 57. Minute sein 26. Länderspieltreffer zum 2:0 geglückt war, mit Blick auf die EM im Sommer. Zuvor war ihm in der 27. Minute fälschlicherweise ein klares Tor aberkannt worden. "Ich habe halt kein Glück mit Italienern", sagte er in Richtung von Schiedsrichter Gianluca Rocchi und in Anspielung an seine schwere Zeit beim AC Florenz.

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Gómez blickt auf eine lange sportliche Krise zurück. Nach seinem Wechsel vom FC Bayern München zum AC Florenz im Sommer 2013 ging es stetig bergab. In lediglich 29 Partien für den italienischen Traditionsklub traf der ansonsten so treffsichere Angreifer nur siebenmal. Dann folgte im vergangenen Jahr der Wechsel zu Besiktas Istanbul, welcher einem erneuten Abstieg gleichkam. Doch dort blühte er auf. In der türkischen Süper-Lig führt er die Torjägerliste momentan vor Samuel Eto'o an.

Doch das ist ihm mittlerweile gar nicht mehr so wichtig: "Ich bin mittlerweile 30, da interessieren mich Tore nicht mehr so. Wichtiger ist für mich, dass ich wieder die Körner habe, um mich gut zu bewegen und so der Mannschaft zu helfen", sagte Gómez. Der Spaß spiele dabei eine entscheidende Rolle, wie er versicherte, und dann komme auch der Erfolg wieder zurück.

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Bei der WM in Brasilien war Gómez aufgrund seiner anhaltenden Formkrise und diversen Verletzungen vom Bundestrainer nicht berufen worden. Dass die Chancen für eine Nominierung in diesem Jahr besser stehen, versicherte Bundestrainer Joachim Löw. "Man hat in den vergangenen Monaten gesehen, dass Mario an Selbstvertrauen gewonnen hat. Man hat im Training gemerkt, dass er dynamischer und selbstbewusster ist. Er hat wieder das Näschen für Tore."

Gomez sagte nach der Partie, dass er auch in für ihn schlechten Zeiten den Draht zu Löw nie verloren habe. "Ich habe seine Entscheidung vor der WM akzeptiert, damals war ich nicht gut in Form. Jetzt zählt aber nur, was kommt. Ich freue mich, dass ich für meine Arbeit wieder belohnt worden bin."

bam/sid

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insgesamt 37 Beiträge
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CancunMM 27.03.2016
1. bitte nicht !
nicht wieder den chancentod! ein spieler aus einer anderen epoche. dadurch wird das deutsche soiel wieder statischer und langsamer.
ford_mustang 27.03.2016
2. Merkwürdige Stürmeraussage
"Ich bin mittlerweile 30, da interessieren mich Tore nicht mehr so...". Habe seine Einsätze in der Nationalelf sowieso nie nachvollziehen können. Er wirkte dort immer so, als wenn er nicht wirklich zum Team gehört.
leave_in_silence 27.03.2016
3.
Prima, dass Löw eine Alternative im Sturm hat und damit auch in der Taktik variabler wird. Das Tor hab ich ihm sehr gegönnt, sympathischer Kerl. Natürlich blöd gelaufen für die unsachlichen Kläffer gegen ihn:-)
febra 27.03.2016
4. Wir haben doch wohl...
genügend junge Spieler, mit denen man ein Zukunftsteam aufbauen kann. Wieso wieder Gomez...?
super-m 27.03.2016
5. Ein Tor in einem Freundschaftsspiel...
... Und ein paar Buden in der sportlich größtenteils auf Zweitliga Niveau spielenden türkischen Liga... Klasse.
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