Materazzi-Geständnis Zidanes Schwester als Prostituierte beleidigt

Lange wurde spekuliert, jetzt ist es raus: Marco Materazzi hat mehr als ein Jahr nach dem WM-Finale enthüllt, mit welchen Worten er Frankreichs Star Zinedine Zidane wirklich zu einem Kopfstoß provoziert hat. Das neue Geständnis unterscheidet sich von Materazzis erster Version.


Rom - Im Magazin "TV Sorrisi e Canzoni" gab der italienische Nationalverteidiger zu, Zidanes Schwester als Prostituierte beleidigt zu haben. Nachdem Zidane in der 110. Minute des WM-Finals festgehalten worden war, hatte er Materazzi angeboten, ihm das Trikot nach dem Spiel zu geben. "Ich nehme lieber deine Nutte von Schwester", sei seine Antwort gewesen, erklärte Materazzi, der mit seinen Äußerungen die Spekulationen um den Vorfall beenden will und sein Verhalten inzwischen bedauert.

Im September vergangenen Jahres hatte sich Materazzi in der italienischen Sport-Tageszeitung "Gazzetta dello Sport" noch so geäußert: "Ich habe an seinem Trikot gezogen. Da hat er gesagt: Wenn ich sein Trikot unbedingt haben wolle, könne ich es ja nach dem Abpfiff haben. Ich habe darauf geantwortet, dass mir seine Schwester lieber wäre."

Zidane hatte stets von einer beleidigenden Äußerung gegen seine Schwester und Mutter gesprochen. Der Franzose hatte für seinen Kopfstoß in der Verlängerung die Rote Karte gesehen. Italien gewann das Endspiel 5:3 im Elfmeterschießen, nachdem es nach 120 Minuten in Berlin 1:1 gestanden hatte.

Nach der WM waren beide Spieler mit einer Sperre belegt worden. Materazzi wurde für zwei Spiele aus dem Verkehr gezogen, "Zizou" für drei - was allerdings bedeutungslos blieb, weil Zidane schon vor der WM angekündigt hatte, seine Karriere in der Nationalmannschaft zu beenden.

wit/dpa



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