Mats Hummels zum FC Bayern Der Anfang vom Ende der Bundesliga

Der FC Bayern kauft wieder einmal seinem Konkurrenten einen Schlüsselspieler weg. Die Bundesliga ist kein echter Wettbewerb mehr. Das erkennen auch viele Fans. Aber sie ziehen völlig falsche Schlüsse daraus.

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Man könnte es mit Galgenhumor nehmen: Jetzt ist der BVB den Bayern also wieder zu nahe gekommen. Auch wegen der Transfers von Mario Götze 2013 und Robert Lewandowski 2014 aus Dortmund nach München hatte die Borussia in der vorigen Saison am Ende 33 Punkte Rückstand auf den Rekordmeister. Dann kam Thomas Tuchel, und auf einmal sah es wieder so aus, als gebe es zwei Spitzenmannschaften in Deutschland, nicht nur eine.

Die Reaktion: Der FC Bayern kauft, wie es aussieht, Mats Hummels. Der BVB hat den höchsten Zuschauerschnitt Europas, er wird sicher in der Champions League spielen und bietet eine sehr gute sportliche Perspektive. Und doch kann er nicht einmal seinen Kapitän halten, wenn der FC Bayern es so will.

Dortmunder werden verzweifeln, Schalker werden hämisch lachen. Tatsächlich aber sollten bei allen deutschen Fußballfans die Alarmglocken schrillen. Denn die Bundesliga ist dabei, sich als sportlicher Wettbewerb abzuschaffen. Und das Schlimmste ist: Die meisten Menschen, denen das bewusst ist, ziehen völlig falsche Schlüsse daraus.

Die finanziellen Unterschiede zwischen dem FC Bayern und dem Rest der Bundesliga waren nicht schon immer so, sie bleiben in Zukunft auch nicht gleich. Sie werden immer größer. Denn je erfolgreicher jemand ist, je mehr Geld er ohnehin schon verdient, desto mehr Fernsehgelder werden ihm zugeteilt.

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Hummels will zum FC Bayern: Der Kapitän geht von Bord

In Deutschland gibt es noch dazu die "50+1"-Regel, die es Investoren verbietet, die Mehrheit an Fußballklubs zu übernehmen. Die gilt vielen Fans als Wall gegen die Auswüchse des Kapitalismus. Dem FC Bayern gilt sie als Schutz vor echter Konkurrenz. Sie verhindert, dass ein Großinvestor einen Mitbewerber auf das finanzielle Niveau der Münchner heben kann.

Wer durch Ausnahmeregelungen von Mäzenen aus dem Amateurlager hochgefördert wird wie Hoffenheim oder Leipzig, wer Konzernen gehört wie Wolfsburg oder Leverkusen, der kann sich hochmoderne Jugendzentren leisten. Traditionsvereine aber können ihre Popularität nicht zu Geld machen. Investoren aus aller Welt würden natürlich lieber Eintracht Frankfurt oder Borussia Dortmund unterstützen als die TSG Hoffenheim. Profifußball ist Unterhaltungsindustrie, Attraktivität wäre die natürliche Grundlage für finanziellen Erfolg.

Die Zukunft der Bundesliga sieht aber so aus: Ein über allen thronender FC Bayern, der sicher die nationalen Titel holt und für den die Liga ein 34 Spieltage langes Trainingslager für die Champions League ist. Dazu Paarungen wie Hoffenheim gegen Ingolstadt, die praktisch keinen Menschen interessieren. Wenn irgendein Konkurrent den Münchnern doch zu nahe kommen sollte, kann der FC Bayern ja immer noch einfach deren beste Spieler wegkaufen, so wie im Fall Mats Hummels. Egal, ob sie in München überhaupt dringend benötigt werden.

Ein paar Jahre mag das noch gut gehen, solange sich irgendwie Geld damit verdienen lässt. Aber irgendwann will so einen Scheinwettbewerb niemand mehr sehen. Dann wird der FC Bayern aber nicht sagen: "Wir brauchen mehr Solidarität!" Er wird einfach die Pläne für eine europäische Super League aus der Schublade holen.



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ptb29 28.04.2016
1. Ich hatte gedacht, Hummelts wollte zu Bayern
Natürlich sind jetzt wieder die Bayern Schuld. Es ist blöd für die überschätzte Bundesliga, dass tatsächlich nur der FC Bayern international eine Rolle spielt, und mit den Einnahmen gute Spieler, die u.a. ihren Marktwert erhöhen wollen, einkauft. Dortmund ist froh, dass sie noch etwas Geld für ihn bekommen.
blafoo 28.04.2016
2. Zustimmung
Der Schlussfolgerung kann man nur zustimmen. Wobei es für den FCB sicherlich insgesamt besser wäre, wenn man in der Bundesliga echte sportliche Konkurrenz hätte um die Mannschaft dauerhaft zu fordern und auch um spannende Meisterschaften (= mehr TV Gelder) zu kriegen. Nicht alle Transfers die sinnvoll erscheinen und machbar sind sollten letztendlich auch durchgezogen werden.
kudo 28.04.2016
3. Alles leeres Gelaber..
Man erinnere sich an das Gezeter und die Kritik von Hummels beim Wechsel von Mario Götze zum FCB. Damit hat er sich nicht nur bei vielen BVB-Fans zur unglaubwürdigen Witzfigur gemacht, sondern bei Fußballfans mindestens deutschlandweit, und ich bin gespannt, wie die Fans das den Verein und vor allem Hummels selbst spüren lassen werden. Ich hoffe, dass das keine Ausmaße wie gegenüber Willi Orban annehmen wird, und dass die Fans zumindest "anständig" bleiben und Frust und Verachtung nicht mischen.
beatcruiser 28.04.2016
4.
Im Fall von Mats Hummels vergisst der Autor, dass der Spieler seinen gesamten Lebensmittelpunkt in München hat. Und dass der FC Bayern wohl etwas mehr Boni, aber nicht mehr Grundgehalt geboten hat. Ansonsten kann Dortmund von der Ablöse für Hummels auch wieder einkaufen gehen – zum Beispiel Mario Götze. Und ob Bayern unter einem neuen Trainer gleich wieder mit weitem Abstand Meister wird, das darf auch bezweifelt werden. Also alles halb so wild. Und in der nächsten Saison spielt mit "Red Bull" Leipzig ein Team in der ersten Liga, das relativ kurzfristig zum Bayern-Konkurrenten hochgerüstet werden dürfte. Das sollte doch durchaus im Sinne des Autors sein.
hasipapa 28.04.2016
5. Zwei Firmen
Bayern München und Berussia Dortmund, verballern im Jahr genausoviel Geld, wie der Rest aller Fußballvereine, von Platz Drei der Bundesliga bis zum letzten Sandverein auf dem letzten Dorf. Wenn wir also die beiden Monster abschaffen, dann haben wir wieder sportlichen Wettbewerb.
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