Hamburg - Das Stadion, der Etat und der Bekanntheitsgrad der Spieler - in Fürth ist alles etwas kleiner als bei den Bundesliga-Konkurrenten. Allein Edelfan Henry Kissinger sorgt bei seinen Besuchen für etwas Glamour beim "Kleeblatt". Doch nun hätte sich alles ändern können, der Club hatte die wohl einmalige Chance auf ein mediales Großinteresse: Die Verpflichtung des deutschen Rekordnationalspielers Lothar Matthäus als Trainer. Das zumindest behauptet Matthäus selbst.
"Es gab die klare Anfrage. Präsident Helmut Hack hat mich über einen Mittelsmann angerufen. Dann habe ich selber mit ihm gesprochen. Wir sind aber nicht übereingekommen. Es war ein harmonisches Gespräch, aber ohne Vertragsabschluss", sagte Matthäus dem TV-Sender Sky.
Fakt ist, dass Interimstrainer Ludwig Preis am Samstag (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) im Abstiegsendspiel gegen Hoffenheim letztmals auf der Fürther Bank sitzen wird. Preis hat keine Fußballlehrerlizenz und darf das Team somit nicht dauerhaft coachen.
Matthäus ist seit September 2011 ohne Posten
Fakt ist zudem, dass das Bundesliga-Schlusslicht nach wie vor keinen Nachfolger für den beurlaubten Mike Büskens gefunden hat. Doch ob Matthäus wirklich ein Kandidat war? Präsident Hack jedenfalls hatte schon Ende Februar der "Bild"-Zeitung gesagt, dass der 51-Jährige nicht auf der Liste stünde.
"Wir haben bislang noch mit keinem möglichen Trainer Verhandlungen geführt. Jeder Trainer, der sich auf uns einlässt, muss wissen, dass wir begrenzte Verhältnisse haben", hatte Hack zuletzt erklärt. Matthäus widersprach dieser Aussage: "Eigentlich sollten die Gespräche geheim bleiben. Fürth hat zwar gesagt, ich stehe nicht auf der Liste. Aber man muss bei der Wahrheit bleiben und sich in Fürth untereinander einig sein."
Matthäus hatte zuvor Rapid Wien, Partizan Belgrad, Paranaense, Maccabi Netanya und die Nationalteams von Ungarn und Bulgarien gecoacht. Seit September 2011 ist er ohne Job.
Schon am Nachmittag schlugen die angeblichen Verhandlungen zwischen Matthäus und Fürth Wellen. Der bayrische Radiosender "Charivari" berichtete von einem Treffen zwischen Hack und Matthäus auf einer Autobahn-Raststätte. Das wollte der Sender von einem LKW-Fahrer erfahren haben. "Weder Helmut Hack noch ich waren in dem genannten Rasthof", sagte Fürths sportlicher Leiter Rouven Schröder.
leh/dpa
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