Mehmet Scholl kritisiert Trainerausbildung "18 Systeme rückwärts laufen und furzen"

Scholl schießt scharf: In seiner Radiosendung zog der Ex-Nationalspieler über die Trainerausbildung des DFB her. Er kritisierte vor allem die sogenannten Systemtrainer - und nannte Namen.

Mehmet Scholl
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Mehmet Scholl hat die Trainerausbildung des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) harsch kritisiert. In seiner Radiosendung "Mehmets Schollplatten" im Bayerischen Rundfunk bezeichnete er die DFB-Trainerausbildung in Köln als eine "elfmonatige Gehirnwäsche".

Der 47-Jährige nennt dabei auch explizit Namen: "Die Tedescos, die Wolfs, sie sprießen aus dem Boden, und der deutsche Fußball wird sein blaues Wunder erleben." Scholl selbst hat den Lehrgang 2012 absolviert.

Vor allem in der Nachwuchsarbeit hätten seiner Meinung nach solche Fußballlehrer nichts zu suchen: "Wir verlieren die Basis. Die Kinder müssen abspielen, sie dürfen sich nicht mehr im Dribbeln ausprobieren. Sie bekommen auch nicht mehr die richtigen Hinweise, warum ein Pass oder ein Dribbling nicht gelingt. Stattdessen können sie 18 Systeme rückwärts laufen und furzen."

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Mehmet Scholl: Vom Fußballplatz auf die Flimmerkiste

Die Folge der Schwerpunktsetzung in der Trainerausbildung sei laut Scholl das Aussterben der sogenannten Straßenfußballer: "Oben ankommen wird eine weichgespülte Masse, die erfolgreich sein, aber niemals das Große gewinnen wird."

Mehmet Scholl, der nach seiner Karriere vor allem als TV-Experte in Erscheinung trat, hat auch selbst als Trainer gearbeitet. Zwischen 2008 und 2013 war er in den Jugend- und Reservemannschaft des FC Bayern München tätig. Danach hatte der Ex-Nationalspieler allerdings kein Engagement mehr.

tip/sid



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